Tourismus-Initiative: Arbeitsgemeinschaft Pferdesport und Reiten ist „gut im Fluss“

dzRundkurs für Reiter

Eine Tourismus-Initiative will Besucher in die Ruhrstadt locken – und auf die Pferderücken. Für einen Rundkurs durch die Stadt setzt sich eine Arbeitsgemeinschaft ein. Sie macht bereits Fortschritte.

Fröndenberg

, 05.10.2018, 17:52 Uhr / Lesedauer: 4 min

Über 40 Fröndenberger setzen sich im Rahmen der im Januar gestarteten Tourismus-Initiative dafür ein, das Tourismus-Angebot ihrer Heimatstadt auszubauen. Von Dr. Karl-Heinrich Sümmermann ins Leben gerufen, nimmt das Vorhaben in einzelnen Arbeitsgruppen immer weiter Form an. Eine besonders aktive Gruppe ist die Arbeitsgemeinschaft Pferdesport und Reiten – im wahrsten Sinne des Wortes. Auf dem Rücken der Pferde erkunden sie Wälder und Wege. „Wir sind gut im Fluss“ sagt Birgit Preising von der Stadt Fröndenberg. Sie leitet die Arbeitsgemeinschaft.

Drei (fast) fertige Strecken

Ihrem Ziel, Reitern einen Rundkurs durch Fröndenberg zu bieten, ist die Truppe schon sehr nahe. Es gebe bereits drei Rundrouten, die auf Karten festgehalten sind, berichtet Preising. Eine führt von Landwehr nach Ardey, eine am Golfplatz entlang und die dritte durch den Warmer Löhn – endgültig ausgearbeitet sind sie jedoch noch nicht. Die Rundrouten sollen miteinander verbunden werden, sodass es am Ende einen großen Rundkurs mit Anknüpfungspunkten zu den Nachbarstädten wie Unna und Schwerte gibt, erklärt Preising.Die Wege sollen landschaftlich schön sein und nicht nur für das Reiten geeignet, sondern auch genehmigt sein. Auf dem Ruhrtalradweg dürften beispielsweise keine Pferde reiten, so Preising. Die Strecken werden bei Ausritten mit einem GPS-Gerät aufgezeichnet und dann ausgearbeitet.

Experten für jedes Gebiet

Die Arbeitsgemeinschaft hat sich in Kleingruppen aufgeteilt, die ihre Gebiete auf Ausritten genau unter die Lupe nehmen. Eine Expertin für den Bereich Westick ist Jennifer Hoos, Besitzerin von Jennys Ponyhof. Sie bietet unter anderem Reitunterricht für Kinder an und könne vor allem darauf achten, dass die Reitwege für Kinder geeignet sind, erklärt Preising.

Hoos kommt ursprünglich aus Bergkamen und ist im Jahr 2003 nach Fröndenberg gezogen, um dort ihren eigenen Reiterhof zu eröffnen. Und da ist sie nicht die Einzige. Fröndenberg ist mit 1000 Reitpferden quasi ein Paradies für Reitschüler. Die Stadt hat eine höhere Pferdedichte als das Reitsportzentrum Warendorf und ist damit Spitze in Westfalen. Aus diesem Grund gibt es bereits viele Reitwege, doch einige sind heute nicht mehr als solche erkennbar – beispielsweise, weil einstiger Rasen durch Beton ersetzt wurde.

Neben Reitrouten überlegt sich die Arbeitsgemeinschaft um Jennifer Hoos auch, wo Wanderreiter, die zum Ausreiten mit eigenen Pferden nach Fröndenberg kommen, ihre Anhänger abstellen können. Die Start- und Zielpunkte sollten nicht neu angelegt sein, sondern Höfe sein, die es bereits gibt, erklärt Preising.

Tourismus-Initiative:  Arbeitsgemeinschaft Pferdesport und Reiten ist „gut im Fluss“

Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe mit einem Plan, der die Bestandsaufnahme der Reitwege ausweist. © Land

Heupreise stark gestiegen

Doch nicht nur darüber, wie sie den Tourismus in der Ruhrstadt beleben können, machen die Reiterhofbesitzer sich in diesem Jahr Gedanken. Sie haben auch ihre eigenen Sorgen. An dem heißen und trockenen Sommer haben nämlich nicht nur die Landwirte zu nagen, sondern auch die Pferdebesitzer. Viel früher als sonst habe Hoos ihren Pferden Heu auf die Weiden bringen müssen – normalerweise würde das Gras auf den Wiesen länger ausreichen. Die Heupreise seien rasant gestiegen und im Gegensatz zu den Vorjahren war es nicht möglich, eigenes Heu einzulagern. Ein paar Pferde musste Hoos deshalb sogar verkaufen.

Sie habe jedoch Glück, dass sie einige Schützlinge auf der Kiebitzwiese ganz in der Nähe unterbringen kann. Dort bringe sie Pferde unter, die nicht geritten werden können. Das sind Stuten, Fohlen und derzeit auch eines, das lahmt. In dem Naturschutzgebiet sind die Heckrinder untergebracht, doch denen kommen die Pferde von Hoos nicht in die Quere – eher im Gegenteil. „Es ist eine Win-Win-Situation“,erklärt sie. Das Gras an Stellen, auf denen einmal Pferdeäpfel lagen – sogenannte Geilstellen – rühren Pferde nicht an, obwohl das Gras durch den „Dünger“ recht üppig wächst. Bei Rindern sei es genauso, sagt Hoos –doch die Tiere würden nur jene Stellen meiden, die sie selbst „gedüngt“ haben und von den anderen fressen. So wird also das ganze Gras auf der Weide gefressen. Nur zur Brutzeit dürften weder Pferde noch Rinder auf die große Wiese, weiß Hoos.

Touristen anlocken

Mit diesen Problemen ist die Hofbesitzerin nicht alleine. Deshalb würde es wohl nicht schaden, wenn der ein oder andere Tourist sich nach Fröndenberg auf den Rücken eines Pferdes verliert. Und um jene Besucher, die nicht so pferdeaffin wie die Fröndenberger sind, kümmern sich die anderen Arbeitsgemeinschaften der Tourismus-Initiative.

Weitere AGs sind: Stadtrundfahrten, Führungen, Besichtigungen, Kettenschmiedemuseum, Damenstift, Beherbergungsbetriebe, Ruhrerleben, Mobilität und Action. „Ich will Stolz auf die Stadt erzeugen, sagt Sümmermann über sein Ziel der Initiative.

Wer in den Arbeitsgemeinschaften mitarbeiten möchte, kann sich bei der Stadtverwaltung melden.

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Unbekannter öffnet Tor zur Weide

Tourismus-Initiative:  Arbeitsgemeinschaft Pferdesport und Reiten ist „gut im Fluss“

Jennifer Hoost versteht nicht, warum Unbekannte nachts die Weide der Tiere geöffnet haben. © Pott

Am Donnerstagmorgen glaubte die Besitzerin von Jennys Ponyhof noch an ein Versehen. Am Freitagmorgen nicht mehr. An beiden Tagen hatte jemand den Zugang zu ihrer Weide geöffnet. Da Strom durch den Zaun und das Tor verläuft, schließt sie aus, dass die Pferde selbstständig ausgebrochen sind. Zwei Stuten und ihre Fohlen fand sie auf einem Feldweg, drei andere Pferde auf einer kleinen Weide. Zufälligerweise befanden sich nur ihre eigenen Pferde außerhalb der Weide, die Pferde, die bei ihr untergestellt sind, ihr aber nicht gehören, standen noch auf der großen Weide. Sie glaubt deshalb, dass jemand die Pferde von der Weide geführt hat –auch weil die kleine Weide, auf der sie die drei Pferde wiedergefunden hat, verschlossen war.

Jennifer Hoos kann sich keinen Reim darauf machen, ist jedoch besorgt. Sie will die Weide nun beobachten und sie zur Not auch in der Nacht im Auge behalten. „Ich möchte wissen, wer so etwas tut“, sagt sie.

Einen Verdacht auf einen Täter oder ein Motiv habe sie nicht. Natürlich gebe es schon einmal Auseinandersetzungen und es sei auch schon vorgekommen, dass sie Einstellern gekündigt habe –„aber das sind doch Pferdeliebhaber. Und die Pferde könnten durch so etwas Schaden nehmen“. Schließlich könnten die Tiere auf die Straße laufen. Sie werde eine Anzeige gegen Unbekannt aufgeben müssen. Sollten sich diese Vorfälle häufen, bleibe ihr nichts anderes übrig, als die Pferde nachts im Stall zu lassen.

Hoos hat insgesamt 20 Pferde – 14 davon stehen draußen auf ihren Weiden in Westick.

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