Die Umsetzung des touristischen Beschilderungskonzepts soll nach der Sommerpause Fahrt aufnehmen, eine Produktwerkstatt ist terminiert und Dr. Karl-Heinricht Sümmermann wartet auf grünes Licht für Reitwege.

Fröndenberg

, 12.08.2019, 18:28 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wer den Ruhrtalradweg aus Schwerte in Richtung Fröndenberg fährt, findet in Dellwig eine große Tafel mit Informationen über die Stadt. Bevor die Radler allerdings im Zentrum eintreffen, werden sie ein Stück durch Menden geführt – anschließend über die Ruhrbrücke in die gute Stube. Folgen sie am Rathaus dem Radweg und biegen rechts ab, sind sie ganz schnell wieder raus aus Fröndenberg. Das historische Stiftsviertel, Kettenschmiedemuseum oder Himmelmannpark bleiben unentdeckt, der Magen bleibt leer.

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Seit Jahren rufen Händler und Gastronomen deshalb nach Hinweisschildern, die Gästen zeigen, wo sie Cafés, Restaurants, Sehenswürdigkeiten oder den nächsten Bäcker finden. Das Freibad und Bäcker Schmidt in Dellwig haben bereits eigeninitiativ ausgeschildert. Ein 2017 beschlossenes touristisches Beschilderungskonzept soll es richten. Umgesetzt ist bisher nur ein Teil.

Nach der Sommerpause sollen Maßnahmen geplant werden

Das soll sich nach der Sommerpause ändern, so der Mitarbeiter der Stadtverwaltung Ole Strathoff, der jüngst den Fachbereich 1 übernommen hat. Wenn es um die touristischen Schilder gehe, müssten drei Fachbereiche zusammenarbeiten. Das erschwere die Planung. Doch die Beschilderung soll jetzt vorangetrieben werden. Unter anderem stehen Wegweiser zum Kettenschmiedemuseum, eine Beschilderung für Reitwege und der Hinweis auf Parkplätze auf der Agenda.

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Einige Bürger zeigen derweil Eigeninitiative

Pedalritter, die es über die Bahngleise schaffen, stehen nicht selten ratlos auf dem Marktplatz. Ist das jetzt das Zentrum, was kann ich hier erleben? Eine der ersten Adressen am Markt ist das Büro der Versicherungsagentur von Bettina Sattelberger. Die war das ständige Erklären irgendwann leid – und hat Eigeninitiative ergriffen. Mit einem Schilderbaum nach griechischem Vorbild. Anfangs hingen laminierte Papierschilder an den Zweigen. Inzwischen hat die einfallsreiche Fröndenbergerin eine „wetterfeste“ Variante gestaltet. Statt zu warten und zu meckern, bis die Stadt etwas tut, habe sie die Sache selbst in die Hand genommen, sagt Bettina Sattelberger, die auch die Blumenkunsttage mit organisiert.

Tourismus in Fröndenberg: Nach den Ferien gibt‘s viel zu tun

Bettina Sattelberger kam der Stadt bereits zuvor. Sie hat bunte Schilder gebastelt, die Gästen zeigen wo es langgeht. Eine symbolische Aktion, die der Stadtverwaltung zeigen sollte, das Handlungsbedarf besteht. © Land

Tourismus in Fröndenberg: Nach den Ferien gibt‘s viel zu tun

Der „Schilderbaum“ steht jetzt stabil, gleicht eher einem professionellen Wegweiser. Bis die Stadt etwas tut, könnten sich die Händler selber helfen, ist Bettina Sattelberger überzeugt. © Privat

Verbessert wurde im Rahmen des touristischen Beschilderungskonzepts der Ruhrtalradweg. Nachdem Radfahrer in Fröndenberg regelmäßig vom Weg abkamen, hat die Stadt in Eigeninitiative zusätzliche Schilder anbringen lassen.

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Karl-Heinrich Sümmermann liefert Vorbild mit Schildern in Frömern

Wesentlich für den Bereich Tourismus stark gemacht, hat sich Dr. Karl-Heinrich Sümmermann, der den Hof Sümmermann in Frömern betreibt. Dort hat er nicht nur Schilder, wie sie im Zentrum fehlen, anbringen lassen – mit seiner Tourismus-Initiative brachte der Unternehmer im Januar 2018 zahlreiche Akteure aus Tourismus, Freizeit und Gastronomie auf seinem Hof an einen Tisch. Sieben Arbeitsgruppen waren in weiteren Treffen entstanden.

In den einzelnen Gruppen wurde an der Verbesserung der Reitwege, Wanderwege oder Radwege gearbeitet, eine touristische Homepage sollte entstehen – und es galt die Potenziale der Stadt weiter herauszuarbeiten und aufzubauen.

Tourismus in Fröndenberg: Nach den Ferien gibt‘s viel zu tun

Pferde sind ein Toursimus-Faktor, den Fröndenberg noch weiter ausbauen könnte. © Ehrhardt

Reitwege der Ruhrstadt sollten verbessert werden

„Fröndenberg hat 1000 Reitpferde“, nannte Sümmermann damals eine markante Zahl. Damit habe die Ruhrstadt nämlich eine höhere Pferdedichte als das Reitsportzentrum Warendorf. Umso ärgerlicher sei, dass er mit seiner Initiative in puncto Reitwege nicht so richtig vorankomme.

Der Ideengeber der Tourismusinitiative begrüßt, dass sich Fröndenberg nun erfolgreich um Fördermittel für einen Radweg von der Gesamtschule bis nach Unna beworben hat. Zudem können Radfahrer an der Tourist-Info inzwischen Räder und E-Bikes ausleihen. „Mit dem gleichen Enthusiasmus müsste sich die Stadt jetzt für Pferdewege einsetzen.“ Doch die Pläne der Initiative lägen im Rathaus immer noch auf dem Schreibtisch, so Sümmermann.

Tourismus in Fröndenberg: Nach den Ferien gibt‘s viel zu tun

Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe zeigt einen Plan der Arbeitsgemeinschaft Pferdesport und reiten, die bereits eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Reitwege begonnen hat. © Land

Fröndenberg ist jetzt besser im Wanderwegenetz aufgestellt

Erfolgreicher konnte die Initiative Fröndenberg im Wanderwegenetz aufstellen. So gibt es nun etwa Stempelstellen am Westfalenwanderweg. Außerdem wurde der Westfalenwanderweg um 3,2 Kilometer so verlagert, dass er jetzt 1,2 Kilometer länger ist, die drei Sehenswürdigkeiten Haus Opherdicke, Bismarckturm und Hof Sümmmermann begehbar macht.

In einem nächsten Schritt setzt Karl-Heinrich Sümmermann auf die Bürgermeisterwahl 2020. Er hofft, den Tourismus in der Ruhrstadt als Wahlkampfthema platzieren zu können.

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Auch Sümmermann ist zur „Kreativen Produktwerkstatt“ eingeladen

Parrallel zu den Bemühungen der Initiative nimmt die Verwaltung eine Idee von Anfang 2018 wieder auf und führt eine kreative Produktwerkstatt durch. Hierzu ist Dr. Karl-Heinrich Sümmermann eingeladen und er möchte sich einbringen. In vielen Bereichen, etwa in puncto Camping und zur Übernachtungssituation gebe es noch viel zu tun. Die kreaitive Produktwerkstatt besteht aus zwei Workshops am 21. September und 5. November.

ÜBERNACHTEN IN DER RUHRSTADT

  • Wer für Touristen attraktiv sein möchte, braucht ausreichend Betten für Gäste.
  • In der Vergangenheit hatte die Stadt private Anbieter von Ferienwohnungen aufgerufen, sich zu melden, damit die Stadt solche Angebote auf der städtischen Homepage bündeln kann.
  • Große Baustellen sind immer noch das Thema Wohnmobilstellplätze und das Neue Hotel am Park. Nachdem sich die Stadt entschieden hat, das Grundstück, auf dem sich das Neue Hotel befindet, nicht an den Interessenten Alexandr Pankov zu verkaufen, gibt es keinen neuen Stand.
  • Für Wohnmobilstellplätze wird weiterhin der Standort am Neuen Hotel bevorzugt. Die Verwaltung arbeitet aber noch an der konkreten Planung. Es gibt bisher keinen politischen Beschluss.
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