Tourismus-Experten bringen für Fröndenberg „Tsunami“ ins Gespräch

dzTouristik

Martin Streich brachte es auf den Punkt: „Durch die topografische Lage kann Fröndenberg nicht mehr Gewerbeeinnahmen generieren. Also muss der Tourismus voran gebracht werden.“

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 14.11.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Deshalb hatte die SPD-Fraktion bereits am 21. Februar 2018 einen Antrag gestellt, um eine „Kreative Produktwerkstatt“ ins Leben zu rufen. Damit aber dieses Projekt nicht mit der Tourismusoffensive von Dr. Karl-Heinrich Sümmermann kollidiert und keine Parallelstrukturen aufgebaut werden, wurde die Initiative einvernehmlich zurückgestellt.

»Wir müssen die Menschen dazu bewegen, hierhin zu kommen.«
Tourismus-Experte Christian Rast

Nach einigen Arbeitstreffen und Absprachen wurde der Antrag nun neu aktiviert und die „ift Tourismus- und Freizeitberatung“ mit der Entwicklung von touristischen und marktfähigen Angeboten beuaftragt. Auch betroffene und interessierte Bürger waren gefragt.

Tourismus-Experten bringen für Fröndenberg „Tsunami“ ins Gespräch

Christian Rast und Alice Storch führten durch die zweite Kreative Produktwerkstatt. © Peter Benedickt

Frequenz der Touristen erhöhen

Unter der Leitung von Christian Rast und Alice Storch, zwei ift-Experten, standen die Produktentwicklung und Vermarktung im Vordergrund: Für Stadt, Gastronomen und Hotelbesitzer ist es wichtig, dass sich die Frequenz der Besucher erhöht. Die SPD hatte bereits beklagt, dass ihr die Akquise neuer Beherbergungwbetrieb zu schleppend verläuft.

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„Wir müssen die Menschen dazu bewegen, hierhin zu kommen“, stieg der Fachmann ins Thema ein. Zuletzt gab es immerhin schon höhere Übernachtungszahlen.

„Dafür müssen sie wissen, was hier geboten wird.“ Diese Werbung gelinge am besten mit dem so genannten „Storytelling“.

Der Teutoburger Wald locke beispielsweise mit einer Heldenreise. Da böte sich hier doch etwa Graf Engelbert an, die Industrie des Ruhrtals, der „Tsunami“ der Möhnekatastrophe oder „14 auf einen Streich“, eine Radtour durch alle 14 Ortsteile.

Touristische Standortkarten mit Tipps fehlen

Nach einem kurzen Einstieg in Gesetze und Vorgaben („Eine Pauschalreise unterliegt anderen Bestimmungen als Einzelbuchungen“) ging es in die Gruppenarbeit, wobei konkrete Angebote nach Raster zu entwickeln waren. Vier verschiedenen Gastgruppen sollten der Aufenthalt in der Ruhrstadt schmackhaft gemacht werden. Dabei ging es nicht nur darum, was bereits vorhanden ist, sondern auch um fehlende Angebote und Infrastruktur.

So wurde etwa bemängelt, dass keine Standortkarten vorhanden sind, wo Veranstaltungsorte, Radwege oder Hinweise auf Gastronomie oder Sehenswürdigkeiten vermerkt sind.

Digitale Tourismus-Plattform soll Termine bündeln

Zudem fehlte den Teilnehmern eine digitale Plattform, in der alle Fäden und Termine zusammen kommen. Es gäbe zwar gleich mehrere Möglichkeiten der Information, aber alle wurschteln für sich allein herum.

Hubert Sallamon versprach, sich um eine Bündelung zu kümmern und Infos transparent zu präsentieren. So soll ein Plan erstellt werden, welche Stadtführer etwa zu welchen Terminen zu Verfügung stehen und welche Präsentation (geschichtlich, industriell, usw.) sie bieten.

Vorstellung in der Sitzung des Tourismusausschusses

Die Ergebnisse werden nun von „ift“ ausgearbeitet und im Ausschuss Kultur, Tourismus und Stadtmarketing am 5. Dezember vorgestellt.

Christian Rast sah viel Positives: „Wir sind einen ganzen Schritt weiter. Ich rate, mindestens einmal im Jahr in dieser Runde wieder zusammenzukommen.“

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