Besonders Füchse, aber auch Dachse und Waschbären können das Staupe-Virus auch auf Hunde und Katzen übertragen. © Unsplash
Staupe-Virus

Tödliches Virus bedroht Haustiere: Tote Füchse und Dachse melden, aber nicht anfassen

Die Staupe kann Hunde und Katzen befallen und nicht nur für Wildtiere tödliche Folgen haben. In Fröndenberg und Unna ist das Virus vermehrt in toten Füchsen und Waschbären nachgewiesen worden.

Das Staupe-Virus kann das Gehirn von Hunden und Katzen schädigen und auch zum Tod führen, Waschbären sterben meist an der Infektion. Die Warnung des Kreisveterinäramtes ist daher klar: Tierhalter sollten derzeit umsichtig sein.

Bei drei verendeten Füchsen und zwei toten Waschbären ist das Staupe-Virus in diesem Jahr bereits nachgewiesen worden. Die Fälle sind allesamt im südlichen Kreisgebiet, in Unna und Fröndenberg, aufgetreten.

»Man muss davon ausgehen, dass sich das Virus überall verbreitet.«

Kreisveterinärdirektor Dr. Tobias Kirschner

Dies bedeute nicht, dass sich die Verbreitung des Virus eingrenzen lasse, erläutert auf Nachfrage Kreisveterinärdirektor Dr. Tobias Kirschner. Ob man nun an der Ruhr oder in einem Waldgebiet spazieren gehe, spiele keine Rolle.

„Man muss davon ausgehen, dass sich das Virus überall verbreitet“, so Dr. Kirschner.

Staupe ist hochansteckend

Staupe tritt vor allem bei Wildtieren wie Füchsen, Dachsen, Waschbären, Mardern oder Wölfen auf und ist hochansteckend. Die Übertragung erfolgt durch Speichel, Kot, Urin, Nasen- und Augensekret infizierter Tiere.

Was beruhigen mag: Für den Menschen ist die Viruserkrankung ungefährlich. Die Kreis-Veterinärbehörde rät Hundehaltern daher, ihre Tiere gegen Staupe impfen zu lassen.

Hunde sollten natürlich auch nicht an ein totes Wildtier gelassen werden. Wer einen verendeten oder verletzten Fuchs, Dachs oder Waschbär findet, sollte die Kreisveterinärbehörde kontaktieren. Auch der Hegering ist sicherlich eine geeignete Adresse.

Kirschner weist in diesem Zusammenhang auf andere Risiken hin: Tote Wildtiere dürfen nicht mitgenommen werden, weil es sich dabei um strafbare Wilderei handelt. Immer besteht auch die Gefahr, dass dabei der gefährliche Fuchsbandwurm übertragen wird. Zudem könne etwa ein verunfallter Fuchs noch leben und in seiner Panik zubeißen.

Impfung dringend empfohlen

Seinen Hund könne man durch eine Standard-Impfung am besten vor einer Ansteckung schützen: „Die Impfung gegen die Staupe ist gut wirksam und sollte für jeden verantwortungsvollen Hundehalter Standard sein“, unterstreicht Dr. Tobias Kirschner.

Sollte der Hund nicht geimpft sein, sollte man bei folgenden, allerdings sehr unterschiedlichen Symptomen der Krankheit sofort einen Tierarzt aufsuchen: Husten und Atemnot, Erbrechen oder Durchfall bis hin zu Lähmungserscheinungen.

Hundehalter, die sich über Impfungen informieren möchten, sollten Kontakt zum Tierarzt ihres Vertrauens aufnehmen.

Kontakt zur Kreisveterinärbehörde: Kreisveterinärdirektor Dr. Tobias Kirschner, Tel. (0 23 03) 27-13 39, E-Mail: kirschner@kreis-unna.de

Über den Autor
Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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Marcus Land
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