Tipp eines Zeugen: Kripo und Staatsanwaltschaft durchsuchten schon 2018 das Messie-Haus

dzWaffenfund

Das Messie-Haus in Fröndenberg-Bausenhagen ist nach dem Hinweis eines Zeugen bereits 2018 von der Kripo durchsucht worden. Die Beamten fanden jedoch keine Waffen, die der Hausbesitzer unerlaubt besaß.

Fröndenberg

, 30.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Haus, in dem kürzlich Unmengen von Waffen, Waffenteilen und Munition gesichert worden sind, war der Polizei auch von innen bereits bekannt: Im August 2018 kam die Kripo mit einem Durchsuchungsbeschluss.

»Das war reines Blech nach einem Abschuss, das der Mann besitzen durfte.«
Polizeisprecherin Vera Howanietz

Die Kreispolizeibehörde bestätigte auf Nachfrage, dass die Behörde seinerzeit den Hinweis eines Zeugen bekommen habe: Demnach sollte der Hausbewohner in einem Waffenschrank auch Waffen aufbewahren, die er angeblich gar nicht besitzen durfte.

Rechtlicher Hintergrund sind die behördlichen Erlaubnisse zum Besitzen bzw. zum Führen von Waffen. Bestimmte Waffen, die man schlicht besitzt oder auch sammelt, müssen in einer Waffenbesitzkarte eingetragen sein.

In dem Waffenschrank habe man bei der Durchsuchung aber keine Waffen gefunden, die der Mann zum damaligen Zeitpunkt unerlaubt besessen habe, sagte Polizeisprecherin Vera Howanietz.

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Was an Softair-Pistolen oder Schreckschusswaffen aufgefunden wurde, habe für die polizeiliche Durchsuchung keine Bewandnis gehabt. „Die müssen nicht in einer Waffenbesitzkarte eingetragen sein“, so Howanietz weiter.

Das habe der Zeuge sicherlich nicht wissen können, sollte sich sein Hinweis auf solche nicht scharfen Waffen bezogen haben.

Der Einsatzberichten vom August 2018 lasse auch nicht erkennen, dass – abgesehen vom Inhalt des Waffenschrankes – seinerzeit ein Waffenarsenal in dem Haus offensichtlich war.

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Die meisten Waffen, Waffenteile und Munition seien auch bei der Räumungsaktion vor einigen Tagen erst gefunden worden, nachdem das Haus „auf links gedreht worden ist“, so Vera Howanietz.

Zudem habe sich der Durchsuchungsbeschluss 2018 konkret auf den Waffenschrank bezogen; man habe also weder das Recht noch die Veranlassung gehabt, weitere Behältnisse zu öffnen.

Dagegen seien leere Hülsen von Munition tatsächlich auch vor zwei Jahren schon in dem Haus offen aufgefunden worden. Howanietz: „Das war reines Blech nach einem Abschuss, das der Mann besitzen durfte.“

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Einen strafrechtlichen Ansatz habe die Durchsuchung im August 2018 daher nicht ergeben. Es sei ausdrücklich nicht um das unerlaubte Führen von scharfen Waffen gegangen – einen dafür nötigen Waffenschein besitze der Mann nicht.

Die 2018 ermittelnde Staatsanwältin Sandra Lücke bestätigte dies. Es seien 2018 lediglich „erlaubnisfreie Schusswaffen aufgefunden“ worden; das Ermittlungsverfahren wurde daher eingestellt.

Die Kriminaltechnische Untersuchungsstelle prüft nun den aktuellen Waffenfund aus dem Haus an der Palzstraße in Bausenhagen; ob diesmal Straftaten vorliegen, ist daher ebenfalls noch nicht erwiesen.

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