Tierfreier Circus, aber die Wurst danach: „Ein Beispiel für Bigotterie“

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Macht es einen Unterschied, ob Tiere im Zirkus auftreten oder ob sie in Tierfabriken ein paar Monate gefüttert werden? So manches Schwein/Rind, das in Ställen (HKL 4) sein Dasein fristet, um einmal in seinem Leben rauszukommen – der Gang auf den Transporter via Schlachthof –, würde, wenn es denn die Wahl hätte, vielleicht doch lieber in der Manege durch Reifen springen und täglich mit seinem Menschen trainieren.

Sicher fühlt Mensch sich hip, wenn er „Tiere in der Manege“ disst. Da genießt man die Show – und danach hypokritisch die Grillwurst (ohne zu fragen, woher das Fleisch stammt) – oder ein Eis, während das Kälbchen, sicher freudig erregt, aus einem Eimer den Milchersatz schlürft, weil Mutterkuh´s Milch für´s Vanilleeis benötigt wird.

Sicher: Zirkus/Zoo – da mag man nicht zuschauen, weil Tiere nicht artgerecht benutzt werden – bei der günstigen Grillwurst ist das Schwein ja nicht mehr erkennbar – da hört der Spaß auf. Und es ist ein großer Unterschied, ob ein Schweinchen mit Puscheln auf dem Kopf und Tütü vier Jahre oder länger im Kreis läuft – oder ob es nach einem Jahr gewolft auf dem Toast liegt.

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