Tiefbauer der Stadtwerke stoßen auf Überraschungen im Untergrund des Marktes

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Der Markt in Fröndenberg ist seit gut einem Monat eine Großbaustelle. Die Stadtwerke verlegen neue Gas- und Wasserleitungen. Im Untergrund stoßen die Tiefbauer immer wieder auf Überraschungen.

Fröndenberg

, 17.03.2020, 13:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadtwerke gehen dem Marktplatz auf den Grund: Seit rund einem Monat reißen die Tiefbauer tiefe Gräben, um neue Gas- und Wasserleitungen zu verlegen. Dabei stoßen Bagger und Spitzhacke häufiger auf Unvorhergesehenes.

„Wir können leider nicht unter die Erde gucken.
Niklas Wolgast, Leiter Straßenbauabteilung der Stadtwerke

Den Zeitpunkt für die Baumaßnahmen hatte der örtliche Versorger mit Bedacht gewählt: Im Frühling ist ohnehin der große Umbau des Marktes geplant - da bot es sich an, vorher schon alte Leitungen unter der Erde auszutauschen.

Im Großen und Ganzen laufen die Arbeiten bisher nach Plan. „Wir können leider nicht unter die Erde gucken“, schränkt Niklas Wolgast allerdings gleich ein.

Versorgungsleitungen der früheren Industriebetriebe gefunden

Denn obgleich sich der Leiter der Bauabteilung der Stadtwerke zuvor routinemäßig die Pläne angesehen hat, fördern seine Mitarbeiter reihenweise unterirdische Infrastruktur zu Tage, mit der niemand rechnen konnte.

Da liegen mitunter uralte Versorgungsleitungen, die offenbar der einst in der Innenstadt stark vertretenen Industriebetriebe wie Union, Prünte oder Himmelmann geschuldet sind.

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Die Stadtwerke Fröndenberg verfügen über eine eigene Straßenbauabteilung. Tiefbaumaßnahmen müssen daher in den meisten Fällen nicht extern vergeben werden.

Die Stadtwerke Fröndenberg verfügen über eine eigene Straßenbauabteilung. Tiefbaumaßnahmen müssen daher in den meisten Fällen nicht extern vergeben werden. © Marcus Land

Info

10.500 Haushalte in Fröndenberg werden versorgt

  • Die Stadtwerke Fröndenberg versorgen 10.500 Haushalte in Fröndenberg mit Strom, Gas und Trinkwasser. Zudem liefern sie Gas an 2400 Wickeder Haushalte.
  • Außerdem betreiben die Stadtwerke Fröndenberg das Löhnbad in der Stadtmitte.
  • Der Jahresumsatz 2017 lag bei 32,6 Millionen Euro. Der Betrieb hat 101 Mitarbeiter und wird seit 1998 von Geschäftsführer Bernd Heitmann geleitet.
  • Die Stadtwerke Fröndenberg GmbH firmiert zusätzlich mit der Wortbildmarke EWF. Hierbei handelt es sich um eine Reminiszenz an die Zeit, als das Unternehmen noch unter dem Begriff „Elektrizitäts- und Wasserwerke Fröndenberg“ auftrat.

„Wir stoßen auf alte Schächte und Fundamente, die in keinem Kataster verzeichnet sind“, erzählt Niklas Wolgast. In den vergangenen Tagen beschädigte die Baggerschaufel sogar eine alte Telekomleitung.

Der Schaden blieb jedoch ohne Folgen, weil die Leitung der Telekom - vermutlich hatte sie noch die Deutsche Bundespost verlegt - bereits „tot“, also stillgelegt war. Aber auch solche Vorkommnisse müssen dem Eigentümer gemeldet werden.

Niklas Wolgast spricht bewusst nur von „Erschwernissen“, denn längere Zeit unterbrochen werden mussten die Bauarbeiten deswegen noch nicht.

Zumal sich nun ein großer Vorteil der Stadtwerke Fröndenberg bezahlt mache: Das städtische Unternehmen unterhält eine eigene Bauabteilung, was bei örtlichen Versorgungsbetrieben längst nicht selbstverständlich ist.

Niklas Wolgast, gelernter Straßen- und Tiefbaumeister, leitet die Abteilung mit 18 Mitarbeitern seit zwei Jahren. Die eigenen Versorgungsleitungen auch eigenständig zu verlegen, sei nicht nur ein Prestigeobjekt für die Stadtwerke.

Der Marktplatz wirkt in diesen Tagen wie eine riesige Baustelle. Sollte die Umgestaltung wie geplant im Frühjahr beginnen, wird sich an diesem Bild bis mindestens zum Herbst auch nichts ändern.

Der Marktplatz wirkt in diesen Tagen wie eine riesige Baustelle. Sollte die Umgestaltung wie geplant im Frühjahr beginnen, wird sich an diesem Bild bis mindestens zum Herbst auch nichts ändern. © Marcus Land

Einige Gräben auf dem Marktplatz sind bereits wieder zugeschüttet; allerdings wird der Markt ab dem Frühjahr noch grundlegend umgestaltet, bevor er seine endgültige Pflasterung erhält.

Einige Gräben auf dem Marktplatz sind bereits wieder zugeschüttet; allerdings wird der Markt ab dem Frühjahr noch grundlegend umgestaltet, bevor er seine endgültige Pflasterung erhält. © Marcus Land

Unvorhergesehene Probleme wie unbekannte Leitungen im Erdreich können die Tiefbauer des ortsansässigen Versorgers in der Regel wegen der kurzen Wege viel schneller lösen als ein extern beauftragtes Straßenbauunternehmen.

Eine größere Herausforderung kommt auf das Team von Niklas Wolgast in jedem Fall noch zu. Die Poller für den Terrorschutz, die an den Zugängen zum Marktplatz angebracht werden, erhalten sehr große Fundamente, damit sie auch wirksam Gefahren abwehren können.

Wassersperre wird rechtzeitig bekannt gegeben

Wenn die Hausanschlüsse an die neu verlegten Hauptversorgungsleitungen von Gas und Wasser angebunden werden, werden die Zuleitungen im Bereich Karl-Wildschütz-Straße und Im Stift daher näher an die Häuser heranrücken müssen, um die Fundamente zu umgehen.

Erst dann wird es auch notwendig, die Wasserleitung kurzfristig abzudrehen. Bevor die Hähne gesperrt werden, erhalten die betroffenen Anlieger rechtzeitig vorher eine Mitteilung der Stadtwerke.

Dort geht man auch davon aus, dass man als Versorgungsbetrieb auch in Zeiten des Coronavirus seinen Betrieb aufrechterhalten wird. Auch zu Bauarbeiten im Freien sind den Stadtwerken bislang keine Reglementierungen bekannt.

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