Tempo 30 soll auf weiteren Ortsdurchfahrten in Fröndenberger Stadtteilen gelten

dzVerkehr

Anwohner fühlen sich zunehmend von zu schnellem Autoverkehr auf den Ortsdurchfahrten belästigt. Nun soll in weiteren Stadtteilen die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 gedrosselt werden.

Fröndenberg

, 12.02.2020, 15:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

In vielen Fröndenberger Stadtteilen fahren Fahrzeuge schneller durch den Ortskern, als die Polizei erlaubt. In einigen Dörfern ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit bereits gedrosselt, jetzt sollen weitere Ortsdurchfahrten folgen.

Was zum Beispiel in Dellwig, Frömern und streckenweise in Warmen schon gilt, kann auch für Altendorf und Stentrop kommen – das Okay der Straßenverkehrsbehörde des Kreises Unna gibt es bereits, jetzt ist Straßen NRW am Zuge und muss noch zustimmen.

Bislang gilt auf den Ortsdurchfahrten der beiden kleineren Stadtteile noch Tempo 50. Im Westen hatte sich die Bürgerinitiative „Sicherheit auf Altendorfs Straßen“ um Roland Schwerte ebenso für gebremsten Verkehr eingesetzt wie die Initiative „Wir – für die Palz“ um Clemens Stemper im Osten der Stadt.

Neben Altendorf und Stentrop soll Tempo 30 auch an weiteren potenziellen Gefahrenstellen im Stadtgebiet geprüft werden.

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Tempo 30 soll auf weiteren Ortsdurchfahrten in Fröndenberger Stadtteilen gelten

Auf der Landstraße zwischen Warmen und Bentrop ist Tempo 30 ebenfalls aus Sicherheitsgründen angeordnet worden. Allerdings ist hier der schlechte Zustand der Straße die Ursache. © Marcus Land

Zur Sache

Information für Autofahrer auf Graf-Adolf-Straße

  • Das Ordnungsamt erwägt, Halter von parkenden Fahrzeugen auf der Graf-Adolf-Straße mit Informationsblättern über die Rechtslage aufzuklären. Der nächste Schritt sind kostenpflichtige Verwarnungen.
  • In der relativ schmalen Straße parken offenbar häufig Fahrzeuge mit vier Rädern auf dem Gehweg. Grundsätzlich ist Parken auf dem Gehweg aber verboten.
  • Ein Anwohner hatte in einem Bürgerantrag gefordert, die Einhaltung der Vorschriften zu kontrollieren. „Wir sind verpflichtet, auf einen Bürgerantrag hin etwas zu tun“, stellte Matthias Weischer, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes klar.

  • Auf der Schwerter Straße in Altendorf gilt innerhalb des Ortes bislang Tempo 50. Bewohner dort beklagten seit Langem, dass sich viele Fahrer nicht an die Begrenzung halten; wegen der kurvenreichen und relativ engen Fahrbahn komme es dadurch zu gefährlichen Situationen auch für Fußgänger. Straßen NRW, zuständig bei Landesstraßen, muss noch zustimmen, teilte Matthias Weischer am Dienstag im Verkehrsausschuss an.
  • Auf dem Stentroper Weg in Stentrop hatten Messungen kürzlich einen V85-Wert von 60 km/h auf beiden Fahrtrichtungen ergeben; weil auch hier nur 50 km/h erlaubt sind, hält die Straßenverkehrsbehörde eine Reduzierung auf Tempo 30 im Bereich des Ehrenmals und der Oase Stentrop für sinnvoll, sagte der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes. Auch hier muss Straßen NRW noch zustimmen.
  • Auf der Straße Lehmke in Neimen hatten Anwohner ebenfalls Tempo 30 eingefordert, weil viele Raser den Schulweg unsicher machten. Die Stadt hat den Kreis mittlerweile über das Anliegen informiert, erhielt aber eine überraschende Auskunft: An der seinerzeitigen Bauplanung sei man gar nicht beteiligt worden; daher müsse ein Ortstermin Aufklärung bringen.
  • Wie es um die Einhaltung der Geschwindigkeitsgebote, aber auch um die Zunahme des Verkehrs in der Overbergstraße bestellt ist, will die Stadt unterdessen anhand ihrer Messungen herausfinden. Seitdem die Friedhofstraße in eine Einbahnstraße umgewandelt worden war, dient die Overbergstraße als Ausweichstrecke. Die Ergebnisse der dreieinhalbwöchigen Messungen müssen aber noch ausgewertet werden.
  • Eine Tempo-30-Zone, wie beantragt, soll für die Bismarckstraße zwar nicht eingerichtet werden, dafür aber eine Tempo-30-Beschränkung ab der Ruhrstraße (Neues Hotel am Park) sowie auf der gesamten Länge der Bismarckstraße.

Eine Tempo-30-Zone sei rechtlich zwar möglich. Dies hätte aber zur Folge, dass der Zebrastreifen nicht mehr zulässig wäre und beseitigt werden müsste. Zudem hätte auf der Bismarckstraße dann künftig eine Rechts-vor-Links-Vorfahrtsregel gelten müssen.

Die Straßenverkehrsbehörde habe daher von einer 30er-Zone abgeraten, weil sie das Unfallrisiko eher erhöhe; die Bismarckstraße sei 2019 schon „um Haaresbreite“, so Stefan Kickermann vom Verkehrsteam im Rathaus, an der Einordnung als Unfallschwerpunkt vorbeigeschlittert.

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In einer früheren Version des Artikels war von der bereits erfolgten Zustimmung von Straßen NRW zu den Temporeduzierungen in Altendorf und Stentrop berichtet worden; bislang hat allerdings erst die Straßenverkehrsbehörde ihr Okay gegeben. Wir bitte, das Versehen zu entschuldigen.
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