Telekom-Projekt im Münsterland macht auch Verbrauchern in Fröndenberg Hoffnung

dzGlasfaserausbau

Knapp 50 Autominuten liegen zwischen Fröndenberg und Lüdinghausen. Eine Wirtschaftsnachricht aus der Kleinstadt im Münsterland lässt aber auch an der Ruhr aufhorchen.

Fröndenberg

, 27.01.2020, 04:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Lüdinghausen im Kreis Coesfeld begibt sich die Deutsche Telekom auf neues, weil fremdes Terrain. Wie der Branchenprimus und das Unternehmen „Deutsche Glasfaser“ in einer gemeinsamen Mitteilung bekanntgaben, gehen die beiden Telekommunikationsanbieter im Rahmen eines Pilotprojektes eine Kooperation ein.

Telekom nutzt das Glasfasernetz vom Mitbewerber

Die Deutsche Telekom nutzt künftig das Glasfasernetz des Mitbewerbers. Das hat vor allem für Verbraucher einen Nutzen: Sie sind mit ihrem neuen FTTH-Anschluss auch nach Ablauf der Zweijahresfrist nicht mehr an die „Deutsche Glasfaser“ gebunden, sondern können auch Versorgungsverträge mit der Deutschen Telekom abschließen. Mehr noch: Die Deutsche Telekom will neue Anschlüsse vermarkten, die dann wiederum von „Deutsche Glasfaser“ gebaut werden sollen.

Treibende Kräfte beim Glasfaserausbau im ländlichen Raum

In Fröndenberg ist die „Deutsche Glasfaser“ zwar nicht aktiv, gleichwohl gibt es Parallelen. Hier ist „Muenet“ die treibende Kraft, macht aber letztlich dasselbe wie die „Deutsche Glasfaser“: Das Unternehmen spannt Glasfasernetze im ländlichen Raum und bietet dann auch entsprechende Versorgungsverträge mit einer zweijährigen Bindung an – und dem Versprechen an Verbraucher, nach Ablauf dieser zwei Jahre den Anbieter wechseln zu können.

„Der Glasfaserausbau gelingt in Deutschland nur mit vereinten Kräften.“
Dirk Wössner, Vorstand Telekom Deutschland

Bislang war allerdings nicht klar, ob konventionelle Anbieter wie die Deutsche Telekom überhaupt die Netze anderer Unternehmen nutzen würden. In einer gemeinsamen Mitteilung von Telekom und „Deutsche Glasfaser“ wird Dirk Wössner, Vorstand Telekom Deutschland, nun zitiert: „So wie wir anderen Zugang zu unseren Netzen gewähren, sind wir auch daran interessiert, die Infrastruktur anderer investierender Unternehmen zu nutzen.“

Die Chancen, dass der Branchenprimus sich auch mit Firmen wie „Muenet“ einigt, sind demnach als hoch zu bewerten. „Der Glasfaserausbau gelingt in Deutschland nur mit vereinten Kräften“, wird Wössner in der gemeinsamen Mitteilung weiter zitiert.

„Muenet“ baut in Fröndenberg FTTH-Anschlüsse

In Fröndenberg tut sich gerade einiges in Sachen Glasfaser, und die Firma „Muenet“ ist dabei eine treibende Kraft. In Bausenhagen ist der erste Spatenstich bereits erfolgt, der Ausbau in Frömern ist gesichert, die Nachfragebündelungen Hohenheide und Ostbüren laufen.

Derweil hat die Deutsche Telekom in Mitte und Westick aufgerüstet, investiert zudem in die Ortsteile Ardey, Bentrop, Langschede, Strickherdicke, Hohenheide und Neimen.

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FTTH und Vectoring: Das sind die Unterschiede

Technisch haben die Glasfasernetze von Muenet gegenüber der Infrastruktur von der Deutschen Telekom einen entscheidenden Vorteil: Sie setzen auf FTTH-Anschlüsse – also auf Glasfaser bis ins Haus – mit garantiert hohen Bandbreiten. Die Deutsche Telekom verlegt dagegen in aller Regel nur bis zu ihren Verteilerkästen am Straßenrand Glasfaserkabel, setzt für die sogenannte letzte Meile zu den Hausanschlüssen aufs alte Kupfernetz.

Zwar steigert auch das sogenannte Vectoring die mögliche Bandbreite deutlich, die Surfgeschwindigkeit hängt aber nach wie vor von Faktoren wie etwa der Entfernung zum Verteilerkasten ab.

So ziemlich alle unabhängigen Experten sind sich einig: Nur mit FTTH-Anschlüssen kann die steigende Nachfrage an Bandbreite langfristig gedeckt werden.

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