Streit um Wohnraum in Fröndenberg: Schutzsatzung ist vom Tisch

dzNeubau des Aldi-Marktes

Die Debatte um Wohnraum in Fröndenberg zeigt: Zahlen und subjektives Empfinden sprechen verschiedene Sprachen. Dieses mal stellt sich die Politik mehrheitlich auf die Seite der Zahlen.

Fröndenberg

, 27.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wartelisten bei Wohnungsunternehmen, die lange Suche nach neuem Wohnraum: Aus Sicht der einen Grund genug, über den Schutz von Wohnraum nachzudenken. Aus Sicht der anderen sei das nicht nötig. Denn auf dem Papier gebe es genug Leerstand in Fröndenberg. Aus diesem Grund und aus rechtlichen Bedenken lehnt die Verwaltung eine Wohnraumschutzsatzung für Fröndenberg ab. Die Politik, ausgenommen FWG und Linke, schloss sich dem jetzt an.

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7,2 Prozent der Wohnungen im gesamten Stadtgebiet stünden nach einer offiziellen Quote leer, erklärte Heinz Günter Freck im Stadtrat. Doch die Wohnungen befänden sich nicht da, wo viele Fröndenberger leben möchten – im Zentrum, ergänzte die FWG.

Die Freien Wähler machten erneut deutlich, dass es ihnen mit der Satzung auch darum gehe, etwas gegen die Pläne von Aldi in der Hand zu haben. Die Stadt machte im Rat ebenso deutlich, dass verwaltungsseitig kein Interesse besteht, Aldi noch von seinen Plänen abzuhalten.

Einzig Wolfgang Voesch, Einzelratsherr der Linken, stellte sich auf die Seite der FWG. Er betreue Menschen bei der Suche nach Wohnungen. Auch die Qualität lasse in Fröndenberg zu wünschen übrig. „Möchten Sie in einer Schimmelpilzwohnung wohnen“, fragte er in Richtung Verwaltung.

An der Entscheidung der Mehrheit änderte das letzte Aufbäumen nichts. Die Wohnraumschutzsatzung wurde abgelehnt.

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