Streit über Öffnung der Tafel in Fröndenberg: „Können nur bis Mitte Mai durchhalten“

dzLebensmittelausgabe

Über die Wiedereröffnung der Tafel in Fröndenberg liegen der Trägerverein in Unna und Awo-Vorsitzender Kurt Potthoff im Clinch. Denn die provisorische Lebensmittelausgabe könnte am 13. Mai schon enden.

Fröndenberg

, 28.04.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die provisorische Lebensmittelausgabe am Allee-Café hängt derzeit von privaten Geldspenden ab. Weil die Kasse voraussichtlich Mitte Mai leer ist, fordert Awo-Vorsitzender Kurt Potthoff eine Wiedereröffnung der Tafelausgabe. Der Trägerverein sieht sich mangels freiwilliger Helfer dazu nicht in der Lage.

Geldspenden gehen zur Neige

Seit vier Wochen kaufen einige Ehrenamtliche Lebensmittel ein und packen Taschen mit Lebensmitteln und Toilettenartikel und geben sie einmal wöchentlich an Bedürftige aus.

Die Initiative dazu hatte Kurt Potthoff ergriffen, nachdem die Tafelausgabe im Bürgerzentrum auf dem Mühlenberg wegen der Risiken durch den Coronavirus vorläufig hatte schließen müssen.

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Zur Sache

Freiwillige für Tafel-Zentrale gesucht

  • An der großen Ausgabestelle in Königsborn holen sich laut Tafel Unna dreimal wöchentlich jeweils rund 120 Kunden Lebensmittel ab.
  • Dagegen sei Fröndenberg mit 26 registrierten bedürftigen Kunden, die für rund 70 Personen Lebensmittel erhalten, die kleinste Ausgabestelle des Vereins.
  • Die Tafelkunden kleinerer Ausgabestellen erhalten auch in Königsborn unter Vorlage ihres Ausweises Lebensmittel.
  • Der Trägerverein der Tafel sucht dringend freiwillige Helfer, die nicht zu einer Risikogruppe aufgrund des Coronavirus gehören. Zu den Aufgaben zählen das Sortieren der Spenden sowie Vorpacken von Tüten sowie das Ausgeben der Lebensmittel und das Abholen von den Lebensmittelmärkten.
  • Kontakt zur Tafel Unna unter Tel. (02303) 777639 oder per E-Mail an unna-tafel@web.de; weitere Info unter www.unnaer-tafel.de.

Geldspenden stammen laut Kurt Potthoff von der Awo und der Fröndenberger SPD. Zudem hatte kürzlich die Stiftung „Gutes tun“ 2600 Euro für Lebensmittelgutscheine zur Verfügung gestellt.

Das Ende des Provisoriums sei absehbar. Die Stadtverwaltung habe bereits bejaht, dass unter hygienischen Gesichtspunkten das Bürgerzentrum für die Tafelausgabe wieder öffnen könne, so Potthoff.

Für ihn sei nicht nachvollziehbar, warum sich unterdessen der Trägerverein in Unna weigere, Fröndenberg wieder mit Lebensmitteln zu beliefern. Der Bedarf sei in Fröndenberg gegeben. „Ich mache Druck, weil wir mit zehn Kunden angefangen haben und zuletzt 57 Leute kamen“, so Kurt Potthoff, der die große Spendenbereitschaft der Bürger lobt.

Tafel Unna verweist auf Helfermangel

Für Ulrike Trümper von der Unnaer Tafel ist die Forderung dagegen unverständlich. Es fehle in der Zentrale in Unna, wo die Lebensmittel sortiert und abgepackt werden, schlicht an freiwilligen Helfern.

Das Jobcenter hatte Kräfte wegen der Corona-Pandemie bis zum 30. Juni abgezogen; Schüler, die zwischenzeitlich halfen, müssten nun in die Prüfungen, es gebe nur wenige, die noch freiwillig kommen. Die Fahrer, sämtlich über 70 Jahre, müssten ihre Tätigkeit derzeit ebenfalls ruhen lassen.

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„Wir arbeiten hier am Limit“, sagt Ulrike Trümper. Daher habe man allein die große Ausgabestelle in Königsborn in der vergangenen Woche wieder öffnen können.

Neben fehlenden Hilfskräften sei problematisch, dass in Fröndenberg ausschließlich ältere Ehrenamtliche im Bürgerzentrum die Lebensmittel austeilen. „Wir müssen risikoarm ausgeben“, so Trümper.

Über eine Kooperation mit dem Projekt Foodsharing gelangten aber ohnehin regelmäßig Lebensmittel nach Fröndenberg. Wann die Tafel dort wieder öffnen könne, sei nicht vorauszusagen. Ulrike Trümper: „Wir arbeiten an Lösungen.“

Die provisorische Lebensmittelausgabe am Allee-Café ist immer mittwochs von 11.30 bis 13.30 Uhr geöffnet. Anmelden müssen sich Kunden spätestens bis Dienstag derselben Woche im Allee-Café, Tel. (0 23 73) 97 43 31.
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