Marode Wickeder Straße ist eine Zumutung für Mensch und Maschine

dzKeine Sanierung in Sicht

Zwölf Kilometer, die eher wie 100 Kilometer anmuten: Die Wickeder Straße ist für Berufspendler wie Marcel Müller ein tägliches Ärgernis. Doch eine Sanierung gibt es vorerst nicht.

von Meike Marbach

Fröndenberg

, 30.10.2018, 11:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

26 Jahre lang hat Marcel Müller in Fröndenberg gelebt und gearbeitet. Seit zwei Jahren wohnt er in Wickede-Echthausen und pendelt täglich zu seiner Arbeitsstelle in Fröndenberg. Er befährt dabei die Wickeder Straße. „Die für mich zu fahrende Entfernung ist eigentlich aufgrund der Schönheit der Strecke - Felder, Wälder, Ruhr - sehr kurzweilig. Doch während ich zwölf Kilometer je Fahrstrecke zurücklege, fährt mein Auto gefühlte 100“, sagt Müller verärgert und daher leicht provozierend. Wie das zusammen passt, ist schnell erklärt: Die Beschaffenheit der Fahrbahn sei seit Jahren in einem solch desolaten Zustand, dass die Ansprüche an die dort verkehrenden Fahrzeuge erheblich seien.

Marode Wickeder Straße ist eine Zumutung für Mensch und Maschine

Bis zur Einmündung der Hans-Böckler-Straße weicht ein Großteil der Fahrzeuge wegen der schadhaften Fahrbahn schon auf die Gegenfahrbahn aus. © Borys Sarad

Während die Stadtverwaltung keine Gefahren sieht, befürchtet Müller einen überdurchschnittlichen Verschleiß für Stoßdämpfer, Reifen und Co. Gefährlich für die Autos sei sein Weg, sagt er.

Beim Ausweichen Reifen aufgeschlitzt

Konkret geht es um zwei Problembereiche, beide betreffen seinen Arbeitsweg in Richtung Fröndenberg. „Auf dem Teilstück Wickeder Straße, ab Höhe der Abbiegung „Am Kraftwerk“ ist der Fahrbahnrand punktuell dermaßen unbefestigt, dass ich mir beim Ausweichen sofort zwei Reifen innenseitig aufgeschlitzt habe “, ist Marcel Müller genervt. Die seitliche Schotterung sei in Teilbereichen so weit abgetragen, dass selbst die Felgen seines Wagens Schaden genommen hätten.

Marode Wickeder Straße ist eine Zumutung für Mensch und Maschine

Die Karte zeigt die Wickeder Straße und die von Marcel Müller genannten problematischen Streckenabschnitte. © www.stepmap.de

Die zweite schadhafte Stelle macht der Neu-Wickeder zwischen der Kreuzung Triftstraße und kurz vor der Einmündung Hans-Böckler-Straße aus. Das Stück sei in einem dermaßen bescheidenen Zustand, dass circa 90 Prozent aller Fahrzeugführer auf die Gegenfahrbahn ausweichen. „Diese Buckelpiste ist eine Zumutung für Mensch und Maschine und eine Gefahr für die Allgemeinheit“, ist Marcel Müller überzeugt.

Warten auf eine dauerhafte Lösung

Bereits im August 2017 konfrontierte Müller die Stadtverwaltung mit dem Problem. Die Aussage, auf die er seitdem vertraute, lautete, das Problem sei bekannt und werde in den folgenden zwölf Monaten beseitigt. „Seitdem hat sich die Straße verschlechtert und nicht verbessert“, ist Müller enttäuscht. Er stellt sich die Frage, worauf die Stadt Fröndenberg noch warte. Seine Hoffnung: Eine dauerhafte Lösung für die schadhaften Stellen. Seine Befürchtung: Neue Geschwindigkeitsbegrenzungen aufgrund der Straßenschäden und Kontrollen auf „Geisterfahrer“.

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Markus Törnig von der Stadtverwaltung verweist derweil auf eine nötige Untersuchung des Kanals. Dieser ist womöglich defekt und verursacht so die Straßenschäden. Doch die Überprüfung sei aufwendig, eine Sanierung deshalb im kommenden Jahr nicht geplant.

Sollte die Überprüfung des Kanals ergeben, dass die Straßenschäden durch ein Leck verursacht wurden, könnten auch die Anwohner der Straße aufatmen. Denn als Gemeindestraße greift zumindest für die innerörtlichen Teile der Wickeder Straße das Kommunalabgabengesetz. Sprich: Dort könnten Bürger unter Umständen für die Sanierung zur Kasse gebeten werden.

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