Störche, Vandalismus und Nutrias: Ein ereignisreiches Jahr auf der Kiebitzwiese

dzNatur- und Vogelschutz

Vogelfreunde konnten in diesem Jahr – nicht nur auf der Kiebitzweise – einige seltene Arten beobachten. Wintergäste erreichen das Ruhrtal aufgrund der frühlingshaften Temperaturen bisher allerdings kaum.

Fröndenberg

, 20.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Vogelfreunde und Vogelexperten sowie Naturfreunde und Gäste der Kiebitzwiese aus Fröndenberg war das Jahr 2019 ein turbulentes: Nach einem aufreibenden Kampf gegen das Wetter schaffte es im Frühjahr und Sommer das erste dokumentierte Storchenpaar, auf dem Horst an der Kiebitzwiese erfolgreich zu brüten.

Besonders viele Nutrias waren dort zuletzt zu beobachten, weil ihr Bau direkt am Aussichtshügel am Rande des Naturschutzgebiets liegt. Von der Überschwemmung der Ruhr aufgrund eines Defekts am Wehr in Westick blieb die Wiese verschont. Nicht aber vom Vandalismus, der sich gegen den Aussichtspunkt, die dortigen Schautafeln, Fernrohre und ein Beobachtungsbuch der Ornithologen richtete.

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Grünkohlessen

  • Das neue Jahr beginnt der NABU-Fröndenberg traditionell mit seinem Grünkohlessen und dem ornithologischen Jahresrückblick für Fröndenberg.
  • Für Samstag, 11. Januar, sind alle NABU-Mitglieder und interessierte Naturliebhaber Fröndenbergs eingeladen, bei einem gemeinsamen Abendessen und einem Vortrag von Gregor Zosel über das Vogelleben Fröndenbergs 2019 ins neue Jahr zu starten.
  • Die Veranstaltung findet in der Gaststätte Bohn statt. Neben Grünkohl (auch rein vegetarisch) werden aber auch weitere Gerichte auf einer Speisekarte angeboten.
  • Um diesen Abend planen zu können, ist eine Anmeldung unter Tel. (02373) 7 79 08 erforderlich.

Doch abseits der bekannten Ereignisse, zeigten sich 2019 wieder viele gefiederte Bewohner und Gäste, die zum Teil selten sind und deren Aufenthalt in der Ruhrstadt für den Großteil der Menschen eigentlich im Verborgenen bleibt. Der Ornithologe Gregor Zosel hat deshalb wieder die wichtigsten und schönsten Vogelbeobachtungen zusammengetragen und mit Fotos vieler Vogelkundler untermalt. Präsentieren möchte er sie auch beim Grünkohlessen des Nabu im neuen Jahr.

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Wetterextreme wirkten sich auch auf die Vogelwelt aus

Auch 2019 war wieder geprägt von Wetterextremen. „So ist der bisher heißeste Sommer auch nicht spurlos an unseren gefiederten Freunden vorbeigegangen“, sagt Zosel. Nachdem beide Jungtiere zum Erstaunen aller einen schweren Starkregen überlebten, hat nur ein Jungstorch von zweien auf der Kiebitzwiese die Temperaturen um 40 Grad überlebt. Trotzdem könne Fröndenberg stolz darauf sein, den ersten nachgewiesenen, flügge werdenden Weißstorchnachwuchs an der Ruhr in die Stadtchronik aufzunehmen.

Auch der Raubwürger zählt zu den Vögeln, die in Fröndenberg lediglich rasten. Hier sitzt ein Exemplar bei Ostbüren.

Auch der Raubwürger zählt zu den Vögeln, die in Fröndenberg lediglich rasten. Hier sitzt ein Exemplar bei Ostbüren. © Bernhard Glüer

Rekordzahlen seien dieses Jahr auch bei den Wasservogelarten Blässgans, Graugans und Krickente erreicht worden. Schon im Januar kündigten mehr als tausend Bergfinken und fast tausend Birkenzeisige – beides Gäste aus dem hohen Norden, ein erfolgreiches Vogeljahr an.

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Braun- und Schwarzkehlchen waren auf der Durchreise

Hohe Zahlen an durchziehenden Braunkehlchen, Schwarzkehlchen und Steinschmätzern im Herbst würden für eine gute Nachwuchsrate bei diesen Arten in ihren Brutgebieten sprechen, so Zosel.

Der Rotfußfalke, ein seltener Greifvogel, machte in diesem Jahr in der Strickherdicker Feldflur Halt.

Der Rotfußfalke, ein seltener Greifvogel, machte in diesem Jahr in der Strickherdicker Feldflur Halt. © Bernhard Glüer

Kostbarkeiten wie Grauammer, Brachpieper, Mornellregenpfeifer oder Rotfußfalke waren ebenfalls Gäste in den Feldfluren Fröndenbergs auf ihren Zugrouten. „Vielen Mitbürgern bleiben sicher auch die vielen Kranichtrupps, die über die Stadt hinwegzogen, in Erinnerung“, sagt Gregor Zosel.

Die drei Grauammern waren seltene Rastvögel in der Strickherdicker Feldflur.

Die drei Grauammern waren seltene Rastvögel in der Strickherdicker Feldflur. © Privat

Lediglich nach dem Herbstzug flaute das Vogelleben deutlich ab. Die Frühlingstemperaturen der vergangenen Wochen hätten bisher kaum Wintergäste zu ins Ruhrtal gebracht.

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