Stillstand am Haus Schoppe: Stadt will Grundstück kaufen - die Hürden bleiben hoch

dzDenkmalschutz in Fröndenberg

Zuletzt waren Haus Schoppe und der Langscheder Ortseingang Wahlkampfthema. Doch was können Politik und Verwaltung überhaupt tun? Der Wunsch, Haus Schoppe abzureißen, besteht weiter - während das Gebäude verfällt.

Fröndenberg

, 12.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass das Stadtbild am Ortseingang in Langschede zu wünschen übrig lässt, war zuletzt im Wahlkampf der Bürgermeisterkandidaten Thema. Ein großer Störfaktor ist dort das zunehmend baufällige Haus Schoppe. Es ist im Besitz einer Erbengemeinschaft. Seit längerer Zeit will die Stadt das Grundstück erwerben - allerdings nur unter einer Bedingung.

„Die finanziellen Mittel für den Kauf des Grundstücks stehen im Haushalt bereit“, sagt Fröndenbergs Kämmerer und Erster Beigeordneter Heinz Günter Freck. Schon für dieses Jahr - und auch für das kommende Jahr hat die Verwaltung Geld in der Hinterhand, um sofort zuzuschlagen - „wenn es uns gelingt, den Denkmalschutz aufzuheben zu lassen“, sagt Freck. Die Stadt könne das Denkmal nicht sanieren. Obwohl sich die Kosten hierfür im Vorfeld kaum beziffern ließen, sei abzusehen, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis unterm Strich einfach nicht stimme.

Auch gegenüber von Haus Schoppe sieht es kaum besser aus. Damit der Ortseingang wieder strahlt, müssten mehrere Schmuddelecken beseitigt werden.

Auch gegenüber von Haus Schoppe sieht es kaum besser aus. Damit der Ortseingang wieder strahlt, müssten mehrere Schmuddelecken beseitigt werden. © Archiv/ Hornung

Für den Fall, dass der Denkmalschutz ausgehebelt und das Grundstück erworben wird, gebe es „viele verschiedene Denkansätze“, so Freck weiter. Fest stünde: „Als prägendes Ortseingangsbild sollte die Situation nicht so bleiben.“ Unter anderem ist von der FWG Anfang 2019 der Gedanke geäußert worden, das Grundstück für den Feuerwehrstandort West zu nutzen. Ein Thema, das noch nicht vom Tisch sei, so Freck. Außerdem gebe es Gedanken, die Verkehrsführung zu optimieren, sobald die Stadt im Besitz der Fläche ist.

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Momentan befinde sich die Stadtverwaltung allerdings noch in sehr schwierigen Verhandlungen mit der Denkmalbehörde. Aus Sicht des Beigeordneten sollte so zügig wie möglich eine Entscheidung getroffen werden. Dass das Gebäude weiter verfällt, sich der Zustand Jahr um Jahr verschlechtere -dazu trage auch das hohe Verkehrsaufkommen im Umfeld bei -, sei für niemanden sinnvoll.

Haus Schoppe Denkmalschutz seit den 80er Jahren
  • Das zweigeschossige Fachwerkhaus ist 1995 unter Denkmalschutz gestellt worden.
  • Der Turm auf dem Grundstück steht seit 1987 unter Denkmalschutz.
  • Zum Erhalt des Gebäudes kann niemand gezwungen werden.
  • Auch die Erben wollen das Grundstück veräußern.

Ob und wann die Gespräche mit der Denkmalbehörde allerdings ein zufriedenstellendes Ende finden, kann Heinz Günter Freck nicht sagen. Er stellt sich auf einen Kampf um Grundstück und Gebäude ein, der noch viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Darunter leidet der Ortseingang in Langschede, in dem Haus Schoppe lägst nicht mehr der einzige Leerstand ist.

Sollte das Grundstück tatsächlich erworben werden, dürfte ein Abriss von der Politik getragen werden. Die CDU etwa, hatte schon 2019 ihre Zustimmung dazu signalisiert. Später wurde ein städtebaulicher Wettbewerb angeregt - bevor es wieder stiller wurde rund um das alte Gebäude.

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