Sterben wird wieder teurer: Stadt Fröndenberg will ihre Friedhofsgebühren anheben

dzDefizit bei Betriebskosten

Etwas tiefer müssen Hinterbliebene 2019 in die Tasche greifen: Die Friedhofsgebühren steigen leicht an. Die Verwaltung spricht von normalen Preissteigerungen und Kalkulationsrisiken.

Fröndenberg

, 06.12.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Kalkulation für das kommende Jahr sieht die Verwaltung für die kommunalen Friedhöfe Mehrkosten um drei Prozent für die verschiedenen Bestattungsformen vor. Dabei handele es sich um die üblichen Preissteigerungen, auch die umlagefähigen Kosten für einige

notwendige Baumfällmaßnahmen verteuerten die Bestattungen etwas.

Faktoren für die Anhebung der Friedhofsgebühren sind etwa die gestiegenen Kosten für die Grabherstellung, was aus einer vertraglichen Preisanpassung mit den Stadtwerken Fröndenberg resultiert. Teurer wird zudem die Gebühr für die Trauerhalle und für die Kühlung.

Defizit soll nicht von künftigen Hinterbliebenen ausgeglichen werden

Ginge es nach der Kostenbilanz für die Friedhöfe, hätten die Gebührenzahler durchaus mit höheren Mehrkosten rechnen können. Denn das Defizit bei den Betriebskosten des alten und des neuen Friedhofs liegt bei rund 35.350 Euro. Nach Auffassung der Verwaltung kann jedoch das negative Betriebsergebnis nicht auf die künftigen Gebührenzahler umgelegt werden, „weil diese nicht zur Unterdeckung in den Vorjahren beigetragen haben“, wie die Verwaltung in ihrer Vorlage an Hauptausschuss und Rat begründet. Bei der Friedhofsgebühr handele es sich um eine Gebühr mit einem einmaligen Charakter. Andere Gebühren wie zum Beispiel für die Abwasser- und Abfallbeseitigung oder die Straßenreinigung seien dagegen wiederkehrende Gebühren und hätten in der Regel den gleichen Kreis der Gebührenzahler.

Begräbniskosten

Vom Wahlgrab bis zum
Familiengrab im Wald

Die Gesamtkosten der Beerdigung setzt sich aus den Erwerbskosten für das Grab sowie den Kosten für die Herstellung des Begräbnisplatzes zusammen. Nachfolgend sind beispielhaft Gebühren ab 2019 für die einzelne Grabarten und die Differenz zum Vorjahr aufgeführt: Einstelliges Wahlgrab: 2764 Euro (plus 72 Euro) Zweistelliges Wahlgrab: 4939 Euro (plus 124 Euro) Reihengrab: 2488 Euro (plus 75 Euro) Urnengrab: 2111 Euro (plus 65 Euro) Urnenreihengrab: 2494 Euro (plus 72 Euro) Urne anonym: 1145 Euro (plus 38 Euro) Urne im Wald, Einzelgrab: 2417 Euro (plus 72 Euro) Urne im Wald, Familiengrab: 3164 Euro (plus 76 Euro)

Infolge der defizitären Betriebskostenabrechnungen gibt es bereits seit einigen Jahren gemeinsame Bestrebungen von Politik und Verwaltung, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, „ohne dabei die Gebühren drastisch zu erhöhen“, wie die Stadtverwaltung ausführt. Der Arbeitskreis „Friedhof“ habe sich inzwischen darauf verständigt, das Kellergeschoss der Leichenhalle größtenteils zu schließen. Im Keller befinden sich die Kühlung, Aufbahrungsräume und ein Raum für eine eventuell durchzuführende Leichenschau. Das gesamte Kellergeschoss befinde sich in einem schlechten und nicht repräsentativen Zustand. Die Sanierung würde mit hohen Kosten zu Buche schlagen.

Aufbahrungsräume in der Leichenhalle werden geschlossen

Allerdings würden die Aufbahrungsräume „so gut wie gar nicht mehr genutzt“: im vergangenen Jahr dreimal. Die Bestatter, die bereits eigene Abschiedsräume vorhalten, seien über die Schließung ab 2019 bereits informiert. Auch bei der Gebührenkalkulation für 2019 seien die Räume daher nicht mehr berücksichtigt worden. Allein der Kühlraum muss nach den Vorgaben des Bestattungsgesetzes weiterhin nutzbar bleiben.

Kalkulationsrisikio: Zahl der Beisetzungen schwankt von Jahr zu Jahr stark

Ein Kalkulationsrisiko bei den Friedhofsgebühren seien dagegen die nur schätzungsweise zu ermittelnden Beisetzungszahlen. Deren Zahl schwankte in den vergangenen Jahren zwischen 79 und 116 Bestattungen. 2017 waren es 90 Beisetzungen. Auch die von den Hinterbliebenen zu zahlenden Erwerbsrechte seien kaum kalkulierbar. Im Extremfall lägen die Erwerbsrechte zwischen null und 60 Jahren.

Der Hauptausschuss hat die neue Friedhofsgebührensatzung am Mittwochabend bereits abgesegnet; in letzter Instanz entscheidet der Rat der Stadt Fröndenberg in seiner Sitzung am Mittwoch, 12. Dezember, um 16 Uhr im Sitzungssaal des Stiftsgebäudes.

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