Der Impfbus macht heute Station auf dem Markt in Fröndenberg. © Marcus Land
Woche des Impfens

Staunen am Impfbus, wer sich in Fröndenberg so alles impfen ließ

Impfen vor oder nach dem Besuch auf dem Wochenmarkt: Viele Fröndenberger nahmen diese Gelegenheit am Donnerstag wahr. Im Impfbus gab es sogar mehr Spritzen als im Impfzentrum Unna.

Bereits vor 10 Uhr füllte sich der Platz zwischen Pizzeria Rucola und Stadtbäckerei in Fröndenberg: Am Ende hatten sich 85 Menschen im Impfbus eine Spritze gegen das Coronavirus geben lassen. Viel mehr wäre möglich gewesen: 295 Impfdosen konnten für die vierstündige Aktion vorbereitet werden.

»Warum seid ihr noch nicht geimpft?«

Marina Wischkowski, KVWL, angesichts älterer Impfwilliger

Logistisch betrieben Kreis Unna und Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) einen gehörigen Aufwand. Es entstand letztlich am Rande des Wochenmarktes ein Impfzentrum im Miniaturformat.

Größter Unterschied: Die einzige Impfstraße führte von draußen nach drinnen. Auf dem Marktplatz mussten die Impfwilligen zunächst den Anamnese-Bogen ausfüllen und erhielten die Impfberatung.

Impfarzt Felix Berndt klärt Impfwillige auf

Diesen Part hatte der junge Mediziner Felix Berndt aus Hagen übernommen. „Querbeet“, meinte er auf die Frage, welche Altersklassen zu der Impfbus-Aktion erscheinen. „Warum seid ihr noch nicht geimpft?“, sei ihr angesichts von hochbetagten Impflingen durch den Kopf geschossen, so Marina Wischkowski, Koordinatorin der KVWL. Womöglich habe es mitunter an mangelnder Mobilität der älteren Herrschaften gelegen, das Impfzentrum in Unna zu erreichen.

Tatsächlich reihten sich neben älteren Semestern ebenso Menschen in ihren Fünfzigern wie auch Schüler in die Warteschlange ein.

Esmond Bajrami (l.) und Kevin Barash holten sich ihre erste Impfung im Impfbus auf dem Fröndenberger Wochenmarkt ab. Die Gesamtschüler hatten unter anderem von Lehrern von der Aktion gehört.
Esmond Bajrami (l.) und Kevin Barash holten sich ihre erste Impfung im Impfbus auf dem Fröndenberger Wochenmarkt ab. Die Gesamtschüler hatten unter anderem von Lehrern von der Aktion gehört. © Marcus Land © Marcus Land

»Eine Lehrerin hat mich auf den Impfbus aufmerksam gemacht.«

Esmond Bajrami, Schüler der GSF

Kevin Barbash und Esmond Bajrami etwa gehen auf die Gesamtschule Fröndenberg und holten sich ebenfalls ihre erste Spritze im Impfbus ab. Die Gelegenheit in der Ferienzeit habe er einfach spontan genutzt, meinte Kevin.

Eine Lehrerin habe ihn auf die Impfaktion aufmerksam gemacht, dem Angebot sei er sofort gefolgt, sagte Esmond. Schulleiter Klaus de Vries hatte die Sonderaktion auch über die Homepage der GSF verbreitet.

Impfbus in vier Wochen zurück in Fröndenberg

Gerade Schüler ab 16 Jahren waren aufgefordert worden, sich impfen zu lassen, bevor der Präsenzunterricht wieder startet. Weil der Termin für die Zweitimpfung in Fröndenberg kurz nach Ende der Sommerferien liegt, besteht die Möglichkeit, sich für die Schulzeit vollständig gegen das Coronavirus zu immunisieren.

Denn der Impfbus wird für die Zweitimpfung voraussichtlich auf den Tag genau wieder donnerstags ein weiteres Mal in Fröndenberg Halt machen. Ohne Termin konnten an diesem Donnerstag die Impfwilligen – und auch wer sich seine Zweitimpfung abholen wollte, wurde nicht weggeschickt, wie Felix Berndt betonte.

Schließlich sei es Ziel der Impfbus-Aktion, nicht nur ein wohnortnahes Angebot zu machen, sondern möglichst viele Impflücken zu schließen.

Dienstag am Nordbergcenter in Bergkamen: Der Kamener Heinz Janzik wird von Impfarzt Felix Berndt informiert und von Gabriele Burczyk geimpft.
Dienstag am Nordbergcenter in Bergkamen: Der Kamener Heinz Janzik wird von Impfarzt Felix Berndt informiert und von Gabriele Burczyk gegen Corona geimpft. © Stefan Milk © Stefan Milk

Tatsächlich lief die Aktion zwar stark an, sodass es einige Minuten Wartezeit gab. Nach 12 Uhr ließ der Andrang allerdings spürbar nach. Dennoch zeigte sich am Ende Marina Wischkowski, Koordinatorin der KVWL, hoch erfreut über die Tagesbilanz.

Dr. Thomas Huth: Aktionen befördern Herdenimmunität

Mit 85 Geimpften liegt Fröndenberg nicht nur im Durchschnitt der vorangegangen Impfbus-Termine in anderen Kommunen des Kreises. Eine Taktung von rund 21 Impflingen pro Stunde sei auch „vollkommen in Ordnung“, so Wischkowski. Auf den Impfstraßen im Impfzentrum Unna liege man bei etwa 19 Personen in der Stunde.

Dr. Thomas Huth, einer der Leiter des Impfzentrums, verschaffte sich auf dem Markt ebenfalls einen Eindruck. Das mobile Impfen sei derzeit ein absolut taugliches Mittel, die Herdenimmunität zu erreichen: Denn wo vor Wochen noch rund 2000 Impfwillige täglich ins Impfzentrum strömten, seien es heute meist nur noch um die 300.

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Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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