Stadtwerke Fröndenberg: Fusion mit den Gemeindewerken Wickede noch vor der Kommunalwahl?

dzStadtwerke Fröndenberg

Die Fusion der Stadtwerke Fröndenberg mit den Gemeindewerken Wickede nimmt Gestalt an: Die Aufsichtsräte beraten bereits Vertragsdetails – und auch der Zeitplan ist inzwischen konkret.

Fröndenberg

, 20.02.2020, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach Monaten der Sondierung liegt jetzt offenbar ein konkretes Fusionspapier auf dem Tisch: In einer gemeinsamen Sitzung haben sich die Aufsichtsräte der beiden kommunalen Energieversorger aus Fröndenberg und Wickede am Abend über die Details einer möglichen Verschmelzung von Stadt- und Gemeindewerken informiert.

Die Gespräche sind sogar so weit gediehen, dass auch der Zeitplan inzwischen sehr konkret ist: Wenn, dann soll die Fusion noch vor den Sommerferien vollzogen werden.

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Das bestätigte Gerd Greczka (CDU), Aufsichtsratschef der Stadtwerke Fröndenberg, auf Nachfrage dieser Redaktion. Zu den Details des nun vorliegenden Fusionsplans wollte er sich allerdings nicht äußern. Es sei Stillschweigen vereinbart worden, um die Fusionspläne nicht auf der Zielgeraden noch zu gefährden.

Arbeitsgruppe offenbar auch in schwierigen Fragen einig

Dem Vernehmen nach gibt es aber zu allen Fragen im Zusammenhang mit der geplanten Fusion inzwischen konkrete Antworten – unter anderem auch zur Aufteilung von Gesellschaftsanteilen und Gewerbesteuern. Themen, an denen frühere Fusionspläne schon einmal gescheitert waren.

Erarbeitet hat diese Antworten eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Wirtschaftsjuristen der Münchener Kanzlei Becker, Büttner, Held. Mit am Tisch saßen neben den Geschäftsführern Bernd Heitmann (Stadtwerke) und Michael Lorke (Gemeindewerke), den beiden Aufsichtsratsvorsitzenden Gerd Greczka und Hans Regenhardt (CDU) sowie den beiden Bürgermeistern Friedrich-Wilhelm Rebbe (SPD) und Dr. Martin Michalzik (CDU) weitere Vertreter aus Politik und Verwaltung beider Seiten. Greczka berichtete nun von guten Gesprächen und einem insgesamt guten Gefühl.

„Bei zwei Parteien, die sich nicht auf Augenhöhe begegnen, bestand die Kunst darin, deutlich zu machen, dass die Verhandlungen trotzdem auf Augenhöhe stattfinden und es keine Übernahme ist.“
Gerd Greczka (CDU)

Die Stadtwerke Fröndenberg sind freilich der deutlich mächtigere Partner. Im Geschäftsjahr 2017 – von den Gemeindewerken Wickede liegt noch kein aktuellerer Jahresabschluss vor – erwirtschaftete der Fröndenberger Energieversorger einen Jahresüberschuss von über 1,3 Millionen Euro, die Gemeindewerke Wickede mit gut 326.000 Euro nur rund ein Viertel davon.

Analog dazu das Verhältnis der Bilanzsumme: Die des Juniorpartners lag 2017 bei gut 10,6 Millionen Euro, die der Stadtwerke Fröndenberg bei 43,1 Millionen Euro. Greczka: „Bei zwei Parteien, die sich nicht auf Augenhöhe begegnen, bestand die Kunst darin, deutlich zu machen, dass die Verhandlungen trotzdem auf Augenhöhe stattfinden und es keine Übernahme ist – auch wenn die Aufteilung am Ende natürlich nicht fünfzig, fünfzig sein kann.“

Entscheidung über Fusion noch vor der Sommerpause

Die gemeinsame Aufsichtsratssitzung am Donnerstagabend in Fröndenberg war Greczka zufolge rein informeller Natur. Demnach nehmen die beiden Gremien das Fusionspapier nun mit in ihre Sitzungen, um es zu beraten.

Wenn die beiden Aufsichtsräte zustimmen, haben die Gesellschafterversammlungen das letzte Wort – und das sind die Räte der Stadt Fröndenberg beziehungsweise Gemeinde Wickede. Die sollen laut Zeitplan noch vor der Sommerpause über die Fusion abstimmen. „Wir kommen sonst in die Verlegenheit, das Thema nach der Kommunalwahl nochmal ganz neu diskutieren zu müssen“, so Greczka. Die findet in Nordrhein-Westfalen bekanntlich am 13. September statt.

Saßen bei den Sondierungsgesprächen zur möglichen Fusion der Stadtwerke Fröndenberg mit den Gemeindewerken Wickede federführend mit am Tisch (von links): Hans Regenhardt, Gerd Greczka, Bernd Heitmann, Michael Lorke, Dr. Martin Michalzik und Friedrich-Wilhelm Rebbe

Saßen bei den Sondierungsgesprächen zur möglichen Fusion der Stadtwerke Fröndenberg mit den Gemeindewerken Wickede federführend mit am Tisch (von links): Die Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Regenhardt und Gerd Greczka, die Geschäftsführer Bernd Heitmann und Michael Lorke sowie die Bürgermeister Dr. Martin Michalzik und Friedrich-Wilhelm Rebbe. © Alexander Heine

Zwischen den beiden kommunalen Energieversorgern hat es in den Jahren 2012 und 2013 schon einmal Fusionsverhandlungen gegeben, die letztlich aber gescheitert sind. Hinter vorgehaltener Hand hieß es damals, die Gemeinde Wickede sei mit einem zu hohen Anspruch an den Verhandlungstisch gekommen: Demnach wollten die Gemeindewerke lediglich 20 Prozent als Einlage mitbringen, hinsichtlich der Stimmberechtigung und Aufteilung der Erträge aber gleichberechtigt sein.

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