„Beste Aussichten – für Schüler geht‘s bergauf“ – unter diesem Titel will die Stadt einen Radweg bauen, der die Gesamtschule mit Ostbüren und Frömern verbindet. Die größte Hürde ist genommen.

Fröndenberg

, 02.10.2018 / Lesedauer: 3 min

Im Mai hatte Fachbereichsleiter Martin Kramme das ehrgeizige Radwegebau-Projekt bereits einmal im Bau- und Verkehrsausschuss vorgestellt. 1,3 Millionen Euro kostet die sechs Kilometer lange, asphaltierte Radwegestrecke, die nicht nur die Gesamtschule mit den Ortsteilen Frömern und Ostbüren verbindet, sondern auch an vielen Stellen den Lückenschluss ans überregionale Radwegenetz hinbekommt. Mit der Projektskizze punktete Fröndenberg jetzt beim Bundes-Umweltministerium, das unter dem Titel „Klimaschutz durch Radverkehr“ einen Wettbewerb ausgelobt hat, der die 70-prozentige Förderung der Siegerprojekte beinhaltet. Die Ruhrstadt ist nun in der Endrunde. „Von 98 eingereichten Projektskizzen wurden 36 ausgewählt, die bis zum 15. Oktober konkretisiert werden müssen. Damit sind wir in der ganz engen Auswahl“, sagt Martin Kramme. Wenn die Bauverwaltung dabei keine großartigen Fehler macht, dürfte die Förderung so gut wie sicher sein. In den Haushaltsplänen für 2019 und 2020 sind daher schon vorab Mittel vorgesehen, damit die Stadt in den beiden Jahren des Baus den mit 376.000 Euro veranschlagten Eigenanteil stemmen kann.

Stadt punktet mit Radwegebau in Berlin

Die Karte der Stadtverwaltung zeigt rot eingezeichnet die geplante Radweg-Strecke. Gelb eingezeichnet sind die Anbindungen ans bestehende Netz zu sehen.

Viel Geld, „doch bisher weist ein Schild am Bahnhof Frömern die Radfahrer in Richtung Ardey und von dort über die viel befahrene Ardeyer Straße in Richtung Innenstadt“, weiß Kramme, dass diese Verbindung nicht funktioniert. Deshalb seien die Überlegungen zunächst dahin gegangen, den Radweg entlang der Eulenstraße nach Frömern zu führen. „Doch dort gibt es keine Flächen und viel Wald, was erhebliche Eingriffe in die Umwelt nach sich ziehen würde“, erläutert der Fachbereichsleiter. Deshalb untersuchten Thomas Grügelsiepe und Mateusz Lesniak eine Alternativroute parallel zur Eulenstraße. Dort sind an vielen Stellen bereits Wirtschaftswege und Trampelpfade vorhanden, die Grundstücke in städtischem Besitz, sodass kein Grunderwerb nötig ist.

Weg teilt sich am Bonekamp

Die Nord-Süd-Trasse ist auf einer Strecke von der Gesamtschule (Im Wiesengrund), über In den Wächelten, In den Telgen, Im Schelk, entlang des Golfplatzes zum Bonekamp geplant. Am Bonekamp teilt sich der Radweg und führt auf der einen Seite nach Frömern, auf der anderen nach Ostbüren. „Der Vorteil ist, dass wir so nicht nur Frömern und Ostbüren an die Innenstadt angebunden bekommen, sondern auch Bausenhagen und Hohenheide und darüber hinaus noch eine Verbindung nach Unna und über Siddinghausen zum Radschnellweg Unna-Werl schaffen“, so Kramme.

„Beste Aussichten“ nicht nur für die Schüler der Stadt mit Aussicht also. Doch gerade diese sollen mit dem neuen Radweg verstärkt aufs Fahrrad gebracht werden. Egal, ob sie nun zur Schule oder ins Löhnbad fahren – der neue Radweg kommt fast komplett ohne Auto-Gegenverkehr aus. Nur auf dem Abschnitt im Wohngebiet In den Telgen müssen die Schüler mit Autoverkehr rechnen.

Reparaturstation an der Gesamtschule

Wie berichtet ist im Zuge des Radwegbaus an der Gesamtschule auch ein überdachter Fahrrad-Abstellplatz mit Reparaturstation geplant. Und damit die Schüler auch in der Dämmerung sicher durch den topografisch etwas schwierigen Abschnitt In den Telgen gelangen, werden dort an den Gefahrenstellen Solarleuchten installiert. Drei 90-Grad-Kurven sowie die Abzweigung Hohenheide werden so ausgeleuchtet.

„Wir sind gerade in der Feinabstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde“, sagt Kramme. An drei Stellen erfordert der Radwegebau Ausgleichsmaßnahmen. Ein Gras-Trampelpfad auf der Hohenheide muss asphaltiert werden, außerdem der Schotterweg entlang des Golfplatzes sowie ein Wirtschaftsweg in Ostbüren, der ebenfalls bisher nur geschottert ist.

Bis 15.Oktober geht der konkretisierte Projektentwurf nach Berlin. Kramme hofft, den ersten Spatenstich schon im kommenden August durchführen zu können.

Der nun geplante Radweg stärkt das regionale Radwegenetz. Doch es gibt auch danach noch blinde Stellen auf der Radwegekarte. Zum Beispiel ist der Wunsch, Ardey und Altendorf anzubinden – „ein echt schwieriges Unterfangen“, sagt Martin Kramme. Um den Lückenschluss irgendwie hinzubekommen, hat Mateusz Lesniak von der Verwaltung schon stundenlang potenzielle Routen entlang der Bahntrasse an der Ardeyer Straße untersucht. „Doch das ist ein hochsensibler Bereich angesichts der Nähe zur Ruhr und zur Bahnlinie und der strickten Umweltauflagen“, betont Kramme.
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