Fröndenberg ist kein Hotspot für Kunst im öffentlichen Raum. In der „Nacht der Lichtkunst“ wird dennoch ein Spot auf die Stadt geworfen. Welchen Nutzen hat eine Stadt überhaupt davon?

Fröndenberg

, 16.11.2018, 12:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf der „Lichtreise in die Region“ steht ein Objekt in der Fröndenberger Innenstadt in einer Reihe mit dem renommierten Lichtkunstzentrum in Unna und der international bedeutenden Künstlerin Rosemarie Trockel, die aus Schwerte stammt: Der Brunnen „Lightning Blue“ führt Kunstinteressierte am 24. November zur Winschotener Straße.

3. Nacht der Lichtkunst

Lichtreise in die Region

Fröndenberg liegt auf der Tour der „Lichtreise in die Region 2“, die über Lünen, Schwerte und Unna führt. Treffpunkt ist am Samstag, 24. November, um 16.45 Uhr am Heinz-Hilpert-Theater Lünen Der Lichtreisebus fährt anschließend um 18.15 Uhr nach Schwerte und um 19.15 Uhr nach Fröndenberg. Um 20 Uhr steht in Unna der Besuch des Zentrums für Internationale Lichtkunst auf dem Programm. Die Lichtreise wird von Dominik Olbrisch, Absolvent des Studiengangs „Kunstgeschichte der Moderne und Gegenwart“ an der Ruhr-Universität Bochum, geführt. Ticket-Vorverkauf im Bücherparadies kern, Markt 9, Tel. (0 23 73) 17 45 67 und an allen anderen HellwegTicket-Vorverkaufsstellen Weitere Informationen auch unter www.hellweg-ein-lichtweg.de

Bevor der Lichtkunstbrunnen von Tilman Küntzel am 30. Juli 2005 eingeweiht werden konnte, gab es lange Debatten im politischen Raum, wie sich Norbert Muczka erinnert. Stark gestiegene Kosten für das Kunstwerk hätten die Pläne fast noch zu Fall gebracht. Der mittlerweile pensionierte Bauamtsleiter bekennt heute freimütig: „Ich wollte das Ding haben, damit Fröndenberg mal in dieser Liga mitspielt.“

Attraktion für Gäste der Stadt und für die eigenen Bürger

Diese Liga – damit meint er auch von der Kunstkritik anerkannte Lichtkunst, die es heute in den meisten Städten und Gemeinden des Kreises Unna gibt und die immer auch Aufmerksamkeit auf eine Kommune lenken. Wie eben jetzt wieder bei der Nacht der Lichtkunst, einem Projekt der Kulturregion Hellweg. Licht sei anziehend, also im besten Sinne attraktiv – nicht nur für Kunstinteressierte, die eine neue Stadt kennenlernen, sondern auch für die eigenen Bürgerinnen und Bürger.

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Eigentlich habe der Lichtbrunnen an der Winschotener Straße nur der Auftakt für eine Reihe weiterer Kunstobjekt verteilt über die ganze Innenstadt sein sollen: Am Bahnübergang, im Ulmke-Forum, zwischen den beiden Stadtkirchen, auch am Kriegerehrenmal an der Eulenstraße und am Stauwehr hatte Norbert Muczka bereits rote Punkte im Stadtplan eingezeichnet. „Für ein zweites Projekt war eine Bewilligung von Fördermitteln bereits in Aussicht gestellt“, erinnert sich der 75-Jährige: drei Meter hohe Stelen, auf deren Kopf Orgelpfeifen sitzen, auf denen der Wind geheimnisvolle Melodien spielt. Dazu kam es nicht mehr. Der Steinwurf einer nie ermittelten Person auf die Glasscheibe des Lichtbrunnens, einen Tag vor dessen Einweihung, nahm diesem Kunstprojekt den letzten Wind aus den Segeln.

Vandalismus bremst Kunst im öffentlichen Raum oft aus

Dass öffentlich zugängliche Kunstobjekte stets dem Risiko von Vandalismus ausgesetzt sind, mache es natürlich schwierig, für weitere „Leuchttürme“ zu werben, räumt Norbert Muczka ein. Leuchttürme sage er ganz bewusst, weil eben Lichtkunst den positiven Nebeneffekt habe, die Stadt an vielen düsteren Stellen auch in den Abendstunden attraktiver zu machen. „Der Himmelmannpark schlummert vor sich hin“, sagt Muczka. Noch am Freitag hat er mit dem Förderverein des Kettenschmiedemuseums die defekte Beleuchtung am Trichter erneuert. Der Park eigne sich aber wie viele andere öffentliche Flächen eben auch für Werke von Künstlern, die Licht als „Material“ einsetzen. Könnte man nicht das Werden einer Schmiedekette Glied für Glied an eine Mauer des Ulmke-Forums projizieren? Nicht allein das Gelände rund um Ketten- und Kulturschmiede habe er im Blick, die gesamte Innenstadt könne profitieren.

Spot an auf Kunstwerke im öffentlichen Raum: Was Fröndenberg von seinem Lichtbrunnen hat

Die Blaulichter im Boden der Karl-Wildschütz-Straße hat schon lange niemand mehr angeknipst. © Roman Grzelak

„Wenn man nach 19 Uhr durch die Innenstadt geht, ist es außer bei Rossmann fast überall dunkel“, sagt Muczka bewusst überspitzt. Auch die Blaulichter im Boden der Karl-Wildschütz-Straße habe schon lange niemand mehr angeknipst.

Ohne öffentliche Förderung und Sponsoren bleibt es dunkel

Bleibt die Frage der Finanzierung. Die Stadt nimmt für den Umbau der Fußgängerbereiche in der Innenstadt in den kommenden Jahren viel Geld in die Hand – wozu sie ohne Landesprogramm nicht in der Lage wäre. Viel kosten müsse die Stadt auch Lichtkunst im öffentlichen Raum nicht. In Fröndenberg gebe es nicht wenige potente Unternehmen, die der Kultur schon heute unter die Arme griffen, ohne viel Aufhebens darum zu machen. „Wenn man mithilfe von Sponsoren und öffentlichen Fördermitteln eine Finanzierung hinbekommt, ist das zu machen“, findet Muczka. Vielleicht ließe sich dann doch noch eine Reihe von Lichtkunstwerken realisieren. Norbert Muczka: „Heute ist Lightning Blue das einzige anerkannte Kunstwerk im öffentlichen Raum in Fröndenberg.“

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