Geht es um die Auslastung der Gästebetten, ist Fröndenberg im Kreis Unna Spitzenreiter. Die Zahl der Betten ist aber eine der geringsten. Um neue private Gastgeber muss die Stadt buhlen.

Fröndenberg

, 23.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Der Verein Tourismus NRW verlautbart überschwänglich: „NRW-Tourismus hält Rekordniveau des Vorjahres“. Nicht ganz mithalten kann bei diesem positiven Trend nach den aktuell erhobenen Daten die Ruhrstadt. Die Zahl der Ankünfte von Gästen in Fröndenberg sank auf 6947 Personen und damit um 4,8 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen ging ebenfalls zurück auf 10.909, prozentual ist das mit 6,1 sogar ein höherer Rückgang als bei den Besuchen.

Verblüffend ist dabei die Tatsache, dass die in den fünf erfassten Beherbergungsbetrieben gezählten Betten zu 37 Prozent belegt waren. Damit liegt Fröndenberg mit Abstand auf Platz eins im Kreis Unna. 155 Betten konnten die fünf Betriebe anbieten; bekanntlich sind nach dem Ende des Alten Hotels am Park zum Jahreswechsel 34 Übernachtungsmöglichkeiten weggefallen.

Die Wünsche von Fröndenbergs Gästen erfasst die Statistik nicht

Weil die Statistik des Landesamtes Betriebe erst ab einer Zahl von zehn Betten erfasst, nicht also Appartements, Ferienhäuser oder Fremdenzimmer, sind Rückschlüsse schwierig. Ob das Angebot die Nachfrage nicht decken kann, oder ob spezielle Wünsche nicht erfüllt werden können, lässt sich aus der Statistik nicht ablesen.

Bekannt ist lediglich, dass drei Hotels, ein Gasthof und ein Garni-Hotel mit ihren Übernachtungszahlen in die Statistik einfließen.

Nachdem das Jahr 2017 noch mit einem Plus von zehn Prozent bei der Nachfrage abgeschlossen hatte, danach aber Gästebetten wegfielen, will die Stadt den Verlust auffangen. Hierzu hat Wirtschaftsförderin Anna Wehrmann Kontakt zur Dehoga, dem Hotel- und Gaststättenverband Westfalen, aufgenommen. Ziel ist es, gemeinsam ein strukturiertes Vorgehen zu erarbeiten, wie Übernachtungsbetriebe für Fröndenberg gewonnen werden können.

Die Resonanz auf den Gastgeber-Aufruf der Stadt Fröndenberg ist bislang überschaubar

Zudem startete die Stadt im Mai den Aufruf „Gastgeber gesucht!“. Die Initiative geht zurück auf einen Antrag der SPD-Fraktion, die „die konsequente Akquise für die Ansiedlung neuer Beherbergungsbetriebe“ fordert. Dabei wurde ausdrücklich nicht nur die Ansiedlung von Hotels, sondern auch von günstigen Beherbergungen wie Frühstückspensionen, „Bed-and-Breakfast“-Anbietern und Ferienwohnungen angesprochen.

So richte sich der Aufruf auch vor allem an Privatanbieter mit freien Zimmern. Der Erfolg der Aktion ist bisher eher überschaubar. „Die Rückmeldungen liegen im einstelligen Bereich“, berichtet Mira Pieper auf Anfrage unserer Zeitung. Ziel der Stadtverwaltung sei es nun, in den kommenden Wochen Termine mit den Interessenten zu vereinbaren, fügte die Fachbereichsleiterin für Bildung, Kultur und Stadtmarketing hinzu.

Qualität der Angebote muss gewissen Standards entsprechen, damit die Stadt Fröndenberg damit werben kann

Man sei grundsätzlich offen für jegliche Beherbergungsform, ob Ferienhaus, Appartement, Einliegerwohnung oder umgebaute Scheune – es gehe der Stadt darum, das Angebot an Gästebetten neben Hotels und Pensionen zu erhöhen und auszubauen. „Natürlich müssen die Angebote eine gewisse Qualität haben, damit wir sie bewerben können“, betont Mira Pieper.

Die Fachleute der Stadt würden die potenziellen Gastgeber daher besuchen und prüfen, ob alle Voraussetzungen gegeben sind. Pieper: „Wir stehen mit Rat und Tat zur Seite.“ In einem zweiten Aufruf wolle man nun weitere Fröndenbergerinnen und Fröndenberger animieren, ihren Beitrag zur Tourismusförderung in ihrer Heimatstadt beizutragen.

Bei der Stadtverwaltung ist man überzeugt, dass viele Reisende den freundlichen und zum Teil familiären Kontakt zu den Gastgebern suchten und schätzten. Im Idealfall könnten zur nächsten Hauptsaison dann einige der weggebrochenen Gästebetten schon wieder ersetzt sein.

An die Aktion „Gastgeber gesucht!“ erinnert die Stadtverwaltung. Schon heute sind einige Angebote von Privatanbietern auf den touristischen Internetseiten der Stadt eingestellt. „Es steht fest, dass sie einen wichtigen Beitrag zur positiven touristischen Wahrnehmung der Stadt leisten“, schreibt der Fachbereich für Stadtmarketing. Mithilfe eines einfachen Melde- und Fragebogens soll die Übernachtungskapazität Fröndenbergs ausgebaut werden. Der Meldebogen soll neben einer Kontaktaufnahme einen ersten Überblick zu den anstehenden Fragen, Anforderungen und Erwartungen im Umgang mit Übernachtungsgästen bieten. Potenzielle Gastgeber könnten somit erfasst und ihr Angebot nach einem einheitlichen Kriterienkatalog auf den Internetseiten angeboten werden. Abgefragt wird beispielsweise neben der Lage der Unterkunft die Zahl der Betten und die Ausstattung – Küche, Bad, TV, W-Lan. Auch die verfügbaren Optionen wie Frühstück, Zustellbetten, erlaubte Haustiere oder auch ein Trockenraum sollen möglichst angegeben werden. Die potenziellen Gastgeber können auch festlegen, ob sie ein, zwei oder mehrere Nächte für Gäste anbieten möchten. Sollte bereits eine Zertifizierung – etwa von der Dehoga oder dem ADFC– vorliegen, sollte sie ebenfalls vermerkt werden. Der Meldebogen ist auf den Tourismusseiten der Stadt im Internet unter www.tourismus-froendenberg.de/Aktuelles zum Download hinterlegt. Sollten Fragen oder Probleme bei den Überlegungen zum Anbieten einer Ferienwohnung bestehen, hilft Hubert Sallamon vom Stadtmarketing der Stadt Fröndenberg persönlich (wieder ab 3. September) oder unter der Rufnummer (02373) 976238 weiter.
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