Groschek nutzt Fröndenberger Jubiläum zur Abrechnung mit unsozialen Strömungen in der SPD

dzSPD Fröndenberg

Der 100. Geburtstag des SPD-Ortsvereins Fröndenberg-Mitte war für den ehemaligen NRW-Verkehrsminister Michael Groschek die Gelegenheit, die heimischen Genossen auf Geschlossenheit einzuschwören.

von Dominik Pieper

Fröndenberg

, 24.08.2019, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenige Wochen vor der Wahl eines neuen Parteivorstands müssten die Grabenkämpfe in der SPD aufhören – andernfalls sieht der ehemalige NRW-Minister Michael Groschek die Partei in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. „Die SPD wechselt die Vorsitzenden wie andere das Hemd“, sagte Groschek. Die Situation im Bund sei beunruhigend.

Zeiten wie etwa die von Willy Brandt, als die SPD bei einer Bundestagswahl 46 Prozent geholt habe, seien lange vorbei. „Heute können wir froh sein, wenn wir 18 Prozent bekommen“ sagte Groschek. Schuld an der Misere sei die SPD ganz allein.

Immer noch laufende Diskussion über die Agenda 2010, ein möglicher Austritt aus der Großen Koalition und nicht zuletzt zu häufig wechselndes Spitzenpersonal hätten dazu geführt, dass die SPD schlechte Umfragewerte hat. Groschek wurde deutlich: Seit Willy Brandt und Helmut Schmidt hätte es innerhalb der SPD keine Prägung mehr gegeben.

Flammende Rede hören nur gut 50 Besucher

In der Fröndenberger Kettenschmiede hörten – vielleicht sinnbildlich zur Rede des ehemaligen SPD-Chefs in NRW – nur gut 50 Besucher seine Worte. Der harte Kern der Fröndenberger SPD, dazu Gäste aus Kreis, Land, Bund und Verbänden, blieben unter sich.

Groschek nutzt Fröndenberger Jubiläum zur Abrechnung mit unsozialen Strömungen in der SPD

Michael Groschek schwörte die Genossen auf Geschlossenheit ein – auch vor dem Hintergrund der zeitnahen Wahlen zum Parteivorstand. © Pieper

Groschek lobte indes die Basisarbeit der Kommunalpolitiker. Ihre Arbeit und ihr Engagement sei für die SPD in Land und Bund wesentlich. Wenn die SPD in einigen Wochen eine oder einen neuen Vorsitzenden wähle, geschehe das nach langer Diskussion auf demokratischer Basis.

Auch wenn letztlich nicht der persönliche Wunschkandidat das Rennen mache, seien alle SPD-Mitglieder verpflichtet, das Wahlergebnis zu akzeptieren. „Wir müssen dem Vorsitzenden den Rücken stärken und ihm nicht in den Rücken fallen“, appellierte Groschek.

Er selbst warb für sozial-liberale Stärkungen – auch vor dem Hintergrund, dass die Grünen als ehemaliger Koalitionspartner mehr liberale Themen besetzen und damit erfolgreich sind.

Groschek bediente den Schmiedehammer

Nach dem Einschwören der Genossen auf die Zukunft erlebte Groschek eine spezielle Fröndenberger Spezialität. Er durfte gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Ortsvereins Kurt Potthoff den Schmiedehammer übernehmen.

Der Ortsverein feierte anschließend mit einem Familienfest und räumte dem Thema Frauenwahlrecht großen Raum ein. Dr. Elke Wichmann berichtete den Geburtstagsgästen von den Entwicklungen des Frauenwahlrechts von seinen Anfängen bis hin zur Selbstverständlichkeit.

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