SPD-Kandidatin Sabina Müller will Fröndenberg zum Naherholungsort und CO2-neutral machen

dzBürgermeisterwahl 2020

Sie will Schulen schneller sanieren, die Verwaltung als Dienstleister der Bürger etablieren und die Ruhr stärker in den Fokus rücken: Sabina Müller hat viel vor – und setzt auf den Ortsbonus.

Fröndenberg

, 19.01.2020, 15:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unter Volleyballspielern heißt es: „Lass den Gegner ruhig zuerst aufschlagen, dann kann er auch den ersten Fehler machen.“ Sabina Müller ist ehemalige Volleyballspielerin, sogar in der deutschen Nationalmannschaft spielte die SPD-Bürgermeisterkandidatin in ihrer Jugend. Ob sie Heinz-Günter Frecks Aussage, er halte es nicht für entscheidend, dass er als CDU-Bürgermeisterkandidat nicht in Fröndenberg wohne, für einen Fehler hielt, verriet sie am Sonntag beim SPD-Neujahrsempfang zwar nicht. Wohl aber nahm sie den Ball geschickt an: „Ich bin eine von uns für unsere Stadt“, setzte Müller gleich zu Beginn ihrer Rede auf eines ihrer stärksten Argumente: Ihre seit über 25 Jahren währende Verwurzelung in Fröndenberg.

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Sie wolle dafür sorgen, dass Fröndenberg sich weiter entwickle, schließlich schätze sie selbst die gute Infrastruktur und das rege Vereinsleben in der Stadt, so Müller. Ihre Mitgliedschaft in zahlreichen Fröndenberger Vereinen brachte sie dabei ganz nebenbei an, bevor sie zu einem Parforce-Ritt durch sämtliche Fröndenberger Stadtentwicklungsthemen ansetzte.

„Ich bin eine von uns für unsere Stadt.“
Sabina Müller, SPD-Bürgermeisterkandidatin

Ganz oben stand die Rolle der Verwaltung – und der Dienstsitz. „Ich bin mir sicher, dass in einigen Köpfen der Politik noch immer diese Idee eines Rathausneubaus auf dem Karl-Wildschütz-Platz herumgeistert. Ich habe den Unmut vieler Bürger darüber gehört und bin davon überzeugt, dass der Verbindungsbau zwischen dem Rathaus 1 und 2 ein guter Weg ist. Die Verwaltung muss transparent Prioritäten setzen und als Dienstleister für den Bürger auftreten, damit die Bürger sich hier wohlfühlen“, sagte Sabina Müller.

SPD-Kandidatin Sabina Müller will Fröndenberg zum Naherholungsort und CO2-neutral machen

Der Umbau der Gesamtschule Fröndenberg ist auf zehn Jahre Bauzeit angesetzt – zu lange, findet Sabina Müller. © Marcel Drawe

„Darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“
Sabina Müller zur Dauer des GSF-Umbaus

Wohlfühlen sollen sich auch die Schüler und Lehrer an der Gesamtschule – und dass deren Umbau und Sanierung zehn Jahre dauern soll, ist für Müller schlicht „nicht akzeptabel“. „Das ist mehr als ein Wermutstropfen für die Schüler und Lehrer und darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, so die SPD-Bürgermeisterkandidatin.

Was Fröndenberg alles zu bieten hat, müsse die Stadt viel mehr nutzen, davon ist Müller überzeugt. „Da nennen wir uns Fröndenberg/Ruhr und die Ruhr führt 15 Kilometer an unserer Stadt entlang, ohne dass man sie erleben kann. In Dellwig führt der Ruhrtalradweg direkt an der Ruhr lang und danach ist sie zugepflanzt, das kann doch nicht sein“, warb Sabina Müller dafür, den Fluss viel mehr als Tourismuspotenzial zu nutzen.

SPD-Kandidatin Sabina Müller will Fröndenberg zum Naherholungsort und CO2-neutral machen

Die Ruhr fließt 15 Kilometer an Fröndenberg entlang – ein Pfund, mit dem die Stadt viel mehr wuchern sollte, findet Sabina Müller. © Nolte/Archiv

Fast gegen Ende ihrer Rede kam Sabina Müller dann noch auf das Thema, an dem zur Zeit wohl keine Partei vorbeikommt: „Der Klimawandel spielt auch für Fröndenberg eine Rolle. Wie wäre es denn mit einem Projekt wie dem Werler Stadtwald? Dort gehen die Menschen gerne spazieren, fahren Rad und erholen sich“, griff Müller ein Beispiel aus der Heimatstadt ihres CDU-Konkurrenten Freck auf.

„Ich stehe für ein grünes Fröndenberg.“
Sabina Müller, SPD-Bürgermeisterkandidatin

Ihr Versprechen „Ich stehe für ein grünes Fröndenberg“, verbunden mit der Ankündigung, mutig zu sein und binnen zehn Jahren Fröndenberg zu einer CO2-neutralen Stadt zu machen, dürften dagegen durchaus als Anbahnungsversuche in Richtung der Grünen verstanden werden. Die haben bekanntermaßen noch nicht entschieden, ob sie Freck oder Müller unterstützen oder selbst einen Kandidaten ins Rennen ums Rathaus schicken. Auch das ein bisschen wie ein Volleyballspiel: Das kann kurz und schmerzlos nach drei Gewinnsätzen zu Ende sein – oder aber über fünf Sätze in die Verlängerung gehen.

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