Solidarität mit Pfarrer Wohlgemuth: Demonstration der kfd-Frauen wird „stiller Protest“

dzRücktritt Wohlgemuth

Der Rücktritt von Pfarrer Norbert Wohlgemuth hat die Solidarität bei den Frauen der kfd St. Marien geweckt. Die Demonstration vor der Kirche am Sonntag soll ein „stiller Protest“ sein – mit guten Gründen.

Fröndenberg

, 08.08.2019, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die katholische Frauengemeinschaft von St. Marien ruft für Sonntag, 11. August, zu einer Demonstration auf. Die kfd erklärt sich mit dem zurückgetretenen Pfarrer Norbert Wohlgemuth solidarisch und fordert „eine menschliche Kirche“.

Nach der Ankündigung, zudem für mehr Transparenz, Offenheit, Demokratie und eine stärkere Rolle der Frau in der katholischen Kirche eintreten zu wollen, habe es zahlreiche Reaktionen gegeben.

»Es gab viel Lob dafür, dass wir diesen Schritt gewagt haben.«
Hildegard Pielken, kfd St. Marien

„Es gab viel Lob dafür, dass wir diesen Schritt gewagt haben“, sagte am Donnerstag Hildegard Pielken vom kfd-Leitungsteam.

Die Frauen haben für ihren Auftritt am kommenden Sonntag bereits alles vorbereitet. So sind Plakate, auch in kleinen Größen, gestaltet worden – denn auch mit der Teilnahme von Kindern wird gerechnet.

Solidarität mit Pfarrer Wohlgemuth: Demonstration der kfd-Frauen wird „stiller Protest“

Ursula Sloboda, Euphemia Brochtrop, Karin Schmidt und Hildegard Pielken (v.l.) von der kfd St. Marien Fröndenberg hoffen auf viele Teilnehmer an der Demonstration für Norbert Wohlgemuth und gegen Selbstgefälligkeit der Kirchenoberen. © Marcel Drawe

Neben einer Gruppe aus Hemer hat es weitere Zusagen gegeben, sich an der Demonstration unmittelbar vor Beginn der Heiligen Messe zu beteiligen. „Wir werden sehen, ob alle zu ihrem Wort stehen“, so Pielken.

Um 9.30 Uhr, eine halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes, soll die Aktion auf dem Kirchplatz vor St. Marien beginnen. Wichtig sei der Frauengemeinschaft, dass die Heilige Messe nicht gestört werde.

Man könne sich an der Demonstration beteiligen, dann ungestört die Messe feiern und sich nach deren Ende auch wieder den Protestierenden anschließen. Diese werden allerdings ausschließlich Spruchbänder hochhalten.

Solidarität mit Pfarrer Wohlgemuth: Demonstration der kfd-Frauen wird „stiller Protest“

Viele Plakate hat die kfd St. Marien für die am 11. August geplante Demonstration vor der Kirche schon vorbereitet. © privat

Eine Kundgebung oder eine Rede ist nicht vorgesehen. Man wolle einen „stillen Protest“ gegen Überheblichkeit, Selbstüberschätzung und Selbstgefälligkeit der Kirchenoberen zur Schau tragen, betont Hildegard Pielken.

Dennoch wird den Teilnehmern große Aufmerksamkeit gewiss sein, auch das Fernsehen hat sich für Sonntag angekündigt. Die Medienresonanz ist enorm. Erst am Donnerstag gab Hildegard Pielken ein TV-Interview.

Dennoch möchte die kfd St. Marien nicht im Mittelpunkt stehen, hofft eher auf eine Bewegung innerhalb der anderen kirchlichen Gruppen. Hildegard Pielken: „Wir haben es nur angestoßen.“

Laut kfd stößt bei vielen Gläubigen im Pastoralverbund Fröndenberg die Haltung des Erzbistums Paderborn wiederholt auf Unverständnis.

Sie akzeptieren die späte Stellungnahme des Erzbischofs zu Wohlgemuths Rücktritt nicht – und kritisieren besonders, dass sich das Bistum „von der Lebenswirklichkeit der Menschen“ immer mehr entferne.

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