Kein Ramsch für Tafelkunden in Fröndenberg

dzRekordzahl bei Weihnachtspäckchen

Unterstützung für sozial Schwächere scheint in Fröndenberg zu funktionieren, zumindest bei Weihnachtspäckchen. Während andere Tafeln die Verteilung einstellen, gibt es an der Ruhr einen Rekord.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 20.12.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rosemarie vom Orde war die Zufriedenheit förmlich ins Gesicht geschrieben: „Schauen sie sich diesen Berg an. Mehr als 120 Weihnachtspäckchen haben die Fröndenberger gepackt und gespendet.“

Jetzt lesen

Die engagierte Ehrenamtliche hatte bereits einige Wochen zuvor in der Presse dazu aufgerufen, an Menschen zu denken, die sich oder ihren Kindern zu Weihnachten keine Geschenke kaufen können. „Wir machen diese Aktion bereits im achten Jahr und wissen, wie viel Glück damit in Familien gebracht wird“, freut sich vom Orde. „Auch Alleinerziehende oder einsame Senioren werden nicht vergessen.“ Jeder, der einen Schein für die Tafel hat, bekommt am letzten Ausgabetag des Jahres zu seinen Einkäufen ein entsprechendes Geschenk überreicht.

Es ist für jeden Kunden etwas dabei

Drei Mal fuhr der Transporter von der Sammelstelle Firma Henschen bis auf den Mühlenberg in die „Von-Stauffenberg-Straße“, um die gesamte Fracht abzuliefern. „Da wussten wir, es wird für jeden unserer Kunden etwas dabei sein“, freuten sich alle Helfer.

Jetzt lesen

Probleme, wie es sie bei anderen Einrichtungen gibt, sind in der Ruhrstadt nicht bekannt. Die Wattenscheider Tafel hatte etwa entschieden, keine Päckchen mehr an Bedürftige zu verteilen. Denn es gab immer mehr Ärger, weil Unbrauchbares, Defektes oder sogar Müll „verschenkt“ wurde.

Da kann vom Orde nur staunen: „Kennen wir nicht.“ Schon mal war ein Karton komplett durchweicht: „Wir mussten das Päckchen öffnen, da waren Mandarinen drin, die wohl zu lange gelagert worden waren.“ Aber: Die restlichen Gegenstände waren von bester Qualität und konnten nach einer Reinigung entsprechend weitergegeben werden.

Jedes Päckchen hat einen Aufkleber

Rosemarie vom Orde kann sich nicht vorstellen, was Menschen dazu bewegt, auf diese Art ihren Ramsch zu entsorgen: „Da wird mit viel Liebe eingepackt, mit Deko verziert und auf einem Aufkleber mitgeteilt, für wen der Inhalt geeignet ist. Für die Dame mittleren Alters, für Kinder unter sechs Jahre, oder den älteren Herrn etwa.“ Und dann soll sich da Schrott verstecken? Für die Ehrenamtliche kaum vorstellbar. Olga Gart, eine Mitarbeiterin, die zugleich den Schein für die Tafel besitzt, wusste zu berichten, dass sie 2018 einen Schal, Pralinen, eine kleine Damenhandtasche und einen Umschlag, gefüllt mit 20 Euro, vorgefunden hatte: „Da war ich so glücklich.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Förderverein Freibad Dellwig
Freibad Dellwig drängt auf vorzeitige Vertragsverlängerung mit der Stadt
Meistgelesen