So viele Fröndenberger wie nie gedenken dem Pogrom vor 80 Jahren

Stille Erinnerung

Das 14. Fröndenberger Pogromgedenken lockte am Samstag besonders viele Teilnehmer zur Stiftskirche. In Fröndenberg hatte das November-Pogrom später stattgefunden als im Rest des Nazi-Reiches.

von Lara Joy Rosenstein

Fröndenberg

, 10.11.2018, 20:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
So viele Fröndenberger wie nie gedenken dem Pogrom vor 80 Jahren

Pogromgedenken mit Jochen von Nathusius – und so vielen Teilnehmern wie noch nie.

Das 14. Fröndenberger Pogromgedenken lockte am Samstag besonders viele Teilnehmer auf den Kirchplatz der Stiftskirche. Seit 2005 gedenken dort Fröndenberger zusammen mit der jüdischen Gemeinde Unna den Ereignissen des Pogroms gegen die jüdische Bevölkerung. Zusammen hielten sie inne und beschäftigten sich mit den Erinnerungen an die Fröndenberger Opfer und an das Geschehen in der Stadt.

Während das Pogrom in vielen Städten am eigentlichen Jahrestag, dem 9. November, stattfand, wurden die Existenzen der jüdischen Familien in Fröndenberg erst einen Tag später zerstört. An diesem Samstag jährten sich die Ereignisse zum 80. Mal. „Ich bin dankbar, dass so viele den Weg zum Pogromgedenken gefunden haben“, freute sich Stadtarchivar Jochen von Nathusius, „ich glaube, so viele Teilnehmer waren es noch nie.“

Steine des Erinnerns

Über 65 Besucher lauschten seiner Rede. Alexandra Khariakova, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, trug zwei Gebete auf Hebräisch vor. Von Nathusius übersetzte und schuf Raum für stilles Nachdenken. Im Anschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit Steine des Erinnerns auf der Gedenktafel am Fuße der Stiftstreppe abzulegen. Bei den jüdischen Begräbnisstätten ist es nämlich eine alte Tradition, zum Gedenken einen kleinen Stein auf den Grabstein legen. Symbolhaft taten das auch die Besucher.

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