So hat sich der Alltag im Kindergarten verändert

dz50 Jahre Christ-König

Windeln wechseln im Kindergarten – früher undenkbar, heute Routine. Die Zeiten haben sich geändert. Nicht nur, was das Alter der betreuten Kinder angeht.

Fröndenberg

, 11.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zeiten ändern sich. Das lässt sich im Familienzentrum Christ-König schon an den Türschildern ablesen. Schlaf- und Ruheraum, Wickelraum oder Küche ist darauf zu lesen. Räume, die es früher nicht gab. Schon gar nicht 1969, als aus der alten Volksschule in Warmen der Kindergarten Christ-König wurde. Weil derlei Räumlichkeiten schlichtweg nicht vonnöten waren.

Früher waren Kinder trocken, heute ist Windeln wechseln Routine

Kinder sind nicht über Mittag geblieben, allenfalls nach der Pause nachmittags für ein paar Stunden wieder gekommen. Und überhaupt. Trockensein war Bedingung für die Aufnahme im Kindergarten. Heute gibt‘s Mittagessen und Mittagsschläfchen, Windeln wechseln ist zur Routine geworden für Erzieherinnen im Kindergarten. Wobei: Die Bezeichnung Kindergarten ist natürlich auch nicht mehr zeitgemäß.

50 Jahre Christ-König

Riesige Geburtstagsfeier

  • Das Familienzentrum Christ-König feiert seinen 50. Geburtstag mit einem großen Fest am Sonntag, 15. September, ab 11 Uhr in und an der Einrichtung an der Landstraße 17 in Warmen. Die Einladung richtet sich an ehemalige und jetzige Familien wie auch an Interessierte.
  • Einem Wortgottesdienst mit Gemeindereferent Heiner Redeker schließt sich ein Programm mit Aktionen und Spielen rund um den runden Geburtstag sowie einer Tombola an.
  • Das Sonntagscafé der Kirchengemeinde findet wegen der Geburtstagsfeier an diesem Sonntag nicht im Pfarrheim, sondern in der Schützenhalle in direkter Nachbarschaft des Familienzentrums statt.

In fünf Jahrzehnten Kindergartenarbeit hat sich eben einiges geändert. Nicht allein, weil das sprichwörtliche Kind einen neuen Namen hat, seit 2011 Familienzentrum heißt und ist. Die Kinder sind jünger und die Betreuungszeiten länger geworden. Bis zu 45 Wochenstunden auch für unter Dreijährige. Und auch der pädagogische Ansatz hat sich verändert. Die Entwicklung jedes einzelnen Kindes steht im Vordergrund; nicht mehr die Gruppenbespaßung nach dem Schema F. Wo früher beispielsweise jedes Jahr im Herbst die immer gleichen Bäume gebastelt worden sind, wird heute genau hingeguckt, was jedes einzelne Kind für Fähigkeiten und Interessen hat.

Mit den Zeiten hat sich auch die Pädagogik geändert

„Pädagogik hat sich verändert“, sagt Andrea Staubach, Leiterin des Familienzentrums in Warmen – und betont, dass sie das Ding mit den Bäumen schon als Berufseinsteigerin vor 25 Jahren in Köln „irgendwie nicht schön“ fand. „Mein Verständnis von Pädagogik ist, individuell auf die Kinder zu schauen und darauf einzugehen, was sie für ihre Entwicklung brauchen.“ Man müsse als Erzieherin eine Atmosphäre schaffen, „in der die Kinder gerne sind“, sagt Staubach. „Das schaffe ich nicht, indem ich sie jedes Jahr die gleichen Bäume basteln lasse.“

Der Stuhlkreis gehört auch heute noch zum festen Ritual

Auch das lässt sich an den Räumen ablesen. Kinder finden vielfältige Möglichkeiten zum Spielen Entdecken, Forschen, Ruhen, Erzählen und Gestalten. Es gibt ein Kinder-Kunst-Café, ein Malatelier, einen Bewegungs- und einen Bauraum, eine Bücherei und Rollenspielbereiche. Jedes Kind kann das tun, worauf es Lust hat. Den berühmten Stuhlkreis gibt es allerdings auch noch. Ein festes Ritual in den beiden Gruppen, das dem Tag Struktur geben soll.

Eine, die die Veränderungen im Kindergarten grundsätzlich und auch in der Einrichtung Christ-König ganz speziell persönlich miterlebt (hat), ist Stefanie Lünnemann. Vor 30 Jahren war sie hier selbst Kindergartenkind, inzwischen besucht ihr drittes Kind Christ-König. „Früher ist jede Gruppe unter sich geblieben, jetzt können die Kinder alle gemeinsam viel mehr zusammen machen und erleben“, sagt die Mutter dreier Kinder. „Das ist doch viel schöner.“

40 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren

Das findet auch Einrichtungsleiterin Andrea Staubach. Wenngleich das mitunter jede Menge Trubel bedeutet. 40 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren besuchen derzeit das Familienzentrum in Warmen, wo neben fünf Erzieherinnen eine Berufspraktikantin und eine Vorpraktikantin arbeiten.

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