Mehr Sicherheit für Schulkinder: Lösung gegen Raser ist Geduldsspiel

dzSchulwegsicherung

Anwohnern auf der Hohenheide ist kurzfristig wohl nicht zu helfen: Ihre Beschwerden über Raser auf dem Querweg spiegelten sich nicht in Messungen wider. Doch es gibt eine Lösung.

Fröndenberg

, 07.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu hohe Geschwindgkeiten von Fahrzeugen, die über die Kreisstraße 24 über die Hohenheide fahren, kritisieren Anwohner der angrenzenden Wohnsiedlungen. Messergebnisse bestätigen die Eindrücke nicht. Polizeikontrollen sind daher nicht zu erwarten – doch es gibt eine langfristige Lösung.

Stefan Kickermann vom Fröndenberger Ordnungsamt hatte bereits im jüngsten Bau- und Verkehrsausschuss Mitte November mitgeteilt, dass seine Geschwindigkeitsmessungen auf dem Querweg grobe Ausreißer nach oben belegt hat. Dies war aber nur bei 46 von mehr als 137.000 erfassten Fahrzeugen der Fall.

Straßenverkehrsbehörde sieht keinen Anlass für weitere Maßnahmen

Unterm Strich ist das durchschnittlich gefahrene Tempo offenbar nicht derart überhöht, dass Polizeikontrollen angesetzt werden könnten.

Dies bestätigte am Donnerstag auch die Straßenverkehrsbehörde des Kreises Unna. Die hatte nicht nur die Messergebnisse der Fröndenberger Kollegen ausgewertet, sondern zwischen Löhnquelle und Fuchskaute auch selbst verdeckt gemessen.

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Der Querweg bei Hohenheide soll zu einer Raserstrecke avanciert sein – im sozialen Netzwerk Facebook monieren Bürger zu hohe Geschwindigkeiten und die dadurch hohe Lärmbelastung. © Privat

Zur Sache

Fußgängerüberweg und Querungshilfe abgelehnt

  • Der Antrag der Eltern für einen Fußgängerüberweg auf dem Querweg hatten Stadt Fröndenberg und Kreis Unna geprüft, aber abgelehnt.
  • Die Errichtung eines Fußgängerüberweges nördlich der Einmündung In der Waldemey/Fuchskaute sei nicht möglich, da dort nur ein einseitiger Gehweg vorhanden ist.
  • Laut Fachbereich Bauen beim Kreis Unna lassen „die örtlichen Gegebenheiten“ auch den Bau einer zusätzlichen Querungshilfe nicht zu. Die Fahrbahn mit einer Spurbreite von 3,25 Metern könne nicht entsprechend eingeengt werden.
  • Eine alternative bauliche Umgestaltung des Bereiches (Baukosten von rund 50.000 Euro) wurde durch den Kreis Unna als zuständigen Straßenbaulastträger als nicht realisierbar eingeordnet.
  • Die Stadt verweist darauf, dass zwischen den Einmündungsbereichen In der Waldemey/Fuchskaute und der Kreuzung Querweg/Hohenheide beidseitig ein Gehweg angelegt ist.
  • Innerhalb der Sperrfläche nördlich der Kreuzung Hohenheide sei zudem eine Querungshilfe angelegt, „über die die Bushaltestellen auf beiden Fahrbahnseiten problemlos erreicht werden können“, so das Ordnungsamt.

Das eigene Ergebnis sei unauffällig, hieß es auf Anfrage. Für weitere Maßnahmen gebe es jedenfalls keinen Anlass. Die Kritik, Autofahrer bemerkten Messgeräte und führen daher langsamer, schlage nicht durch: Der Messkasten in der Größe eines Schuhkartons stehe sehr dezent am Straßenrand und falle in der Regel nicht auf.

Die Hohenheider drängen aus einem nachvollziehbaren Grund auf mehr Sicherheit an der viel befahrenen Kreisstraße: An der Haltestelle Querweg steigen Schulkinder in den Bus R70.

Schulwegsicherung: Eltern forderten bereits einen Überweg

Daher hatten auch Eltern, unabhängig von den aktuellen Klagen über Raser auf der K24, im Rahmen des Projektes Schulwegsicherung, bereits einen Fußgängerüberweg auf dem Querweg gefordert.

Während aus baulichen und wohl auch aus finanziellen Gründen ein Neubau beim Kreis Unna nicht auf Gegenliebe stieß, verweist Bauamtsleiter Martin Kramme auf eine bauliche Alternative, die allerdings erst in ein paar Jahren realisierbar sein dürfte.

Der Stadt gehört ein Grundstück, das zwischen Fuchskaute und In den Telgen praktisch parallel zum Querweg liegt. Auf diesem Areal könne ein Verbindungsweg angelegt werden, der den Schulweg für die Kinder sicherer mache. Das Baurecht für einen Gehweg dort existiere bereits, so Martin Kramme im Gespräch mit der Redaktion.

Einziges Problem: Aufgrund eines bestehenden Pachtvertrages, an den die Stadt auch nach dem seinerzeitigen Erwerb des Grundstücks gebunden ist, muss sie erst das Ende dieser rechtlichen Bindung abwarten – einige Jahre könnten da noch ins Land gehen.

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