Sexueller Missbrauch von Jungen bringt Fröndenberger drei Jahre hinter Gitter

dzKindesmissbrauch

Die Missbrauchstaten des Fröndenbergers ließen keine Bewährung mehr zu: Das Amtsgericht Unna verurteilte den Mann jetzt zu einer Haftstrafe von drei Jahren. Im Sommer 2019 waren viele Eltern alarmiert.

Fröndenberg

, 03.02.2020, 12:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gerüchteküche brodelte im Sommer 2019: Ein Mann vergreife sich an Minderjährigen, es kursierten Warnungen besorgter Eltern im Netz. Das Amtsgericht Unna schloss den Fall nun mit einem Urteil ab: Der Täter muss ins Gefängnis.

Das Jugendschöffengericht verurteilte den 39-Jährigen bereits am 8. Januar zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren, wie Richterin Birgit Vielhaber-Karthaus auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte.

Der in Fröndenberg wohnende Mann gestand drei Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern. Richterin Vielhaber-Karthaus schilderte, was sich zwischen Mai und Juli 2019 zugetragen hatte:

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Sexueller Missbrauch und Drogendelikte

  • Das Jugendschöffengericht verurteilte den 39-jährigen Fröndenberger, Jahrgang 1980, zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren.
  • In das Urteil flossen drei Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern, einem Fall tateinheitlich mit dem Besitz und Versenden einer pornografischen Schrift (WhatsApp-Fotos).
  • Zudem umfasst das Urteil die unerlaubte Abgabe von Betäubungsmittel einer Person über 21 Jahre an eine Person unter 18 Jahre, was als Verbrechen nicht unter einem Jahr bestraft wird.
  • Schließlich nahm das Gericht das Erschleichen von Leistungen in sieben Fällen sowie zwei Fälle des Fahrens ohne Fahrerlaubnis in das Urteil auf.
  • Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage vor dem Jugendschöffengericht, weil die Opfer des Angeklagten minderjährig waren. Schutzwürdige Interessen der Kinder können vor diesem Spruchkörper besser gewahrt werden, so kann der Ausschluss der Öffentlichkeit bei Aussagen Minderjähriger einfacher angeordnet werden.

Offenbar hatte der Fröndenberger es darauf angelegt, sich an Minderjährige heranzumachen und tatsächlich das Vertrauen mehrerer Jungen erworben. So gelang es dem Mann Ende Mai, die Handynummer eines 13-Jährigen zu bekommen.

Junge sollte sexuelle Handlungen an sich vornehmen

Über WhatsApp forderte der 39-Jährige den Jungen über mehrere Wochen vehement auf, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Allerdings wehrte der 13-Jährige diese Versuche ab, wies sogar darauf hin, dass er sich für Mädchen und nicht für Männer interessiere.

Nachweisen konnte das Gericht dem Fröndenberger auch den massivsten der angeklagten Missbrauchsfälle: Am 5. Juli 2019 verlangte er von einem ebenfalls 13-jährigen Jungen, dieser solle an seinem Geschlechtsteil manipulieren.

Der Mann fertigte anschließend Fotos von dem erigierten Glied des Jungen und verschickte die Aufnahmen per Nachrichtendienst WhatsApp an Dritte. Die Jungen, denen sich der Fröndenberger näherte, waren ihm entweder aus seinem Wohnumfeld bekannt oder er nahm absichtsvoll Kontakt mit ihnen an der Skaterbahn im Himmelmannpark auf.

Mittlerweile hatte einer der Jungen seiner Mutter gebeichtet, dass er von einem erwachsenen Mann Drogen erhalten habe. Als er ihr andeutete, dass es da noch mehr zu berichten gebe, waren die Eltern alarmiert.

Polizei schreitet rechtzeitig vor einem weiteren Vorfall ein

Eine befreundete Mutter wies die Polizei auf die Umtriebe des 39-jährigen Mannes hin. Als dieser am 15. Juli versuchte, sich einem Jungen in einer Ferienfreizeit zu nähern und wiederum zu sexuellen Handlungen zu nötigen, schritt die Polizei vorher ein.

Am 18. Juli musste der Mann in die Untersuchungshaft. Viele Zeugen bestätigten die Vorwürfe gegen den Mann. Der ersparte durch sein Geständnis in der Hauptverhandlung seinen Opfern immerhin eine Aussage. Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig, der Mann sitzt in Strafhaft.

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