Seniorenwohngemeinschaft hält mit Tablet Kontakt zu ihren Verwandten

dzCoronavirus

Wegen Corona kein Kontakt zu den Angehörigen? Nicht bei den Senioren einer Wohngemeinschaft in Dellwig. Der Lionsclub spendete ein Tablet, damit sie mit Verwandten videotelefonieren können.

Fröndenberg

, 29.06.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Senioren im Bodelschwingh-Haus sind neuerdings digital unterwegs. Der Lionsclub Schwerte-Caelestia hat der Seniorenwohngemeinschaft ein Tablet gespendet. In Corona-Zeiten sollte das vor allem dabei helfen, den Kontakt zu den Angehörigen aufrechterhalten zu können.

Zu Beginn der Krise durfte auch die Seniorengemeinschaft keine Gäste empfangen, bis heute ist der Besuch im Haus noch stark eingeschränkt. Mit den Lockerungen können die Senioren mittlerweile zumindest wieder draußen ihre Liebsten treffen. Über die trostlose Zeit hinweggeholfen haben den Senioren dabei vor allem die digitalen Gespräche mit ihren Familien, wie Pflegedienst-Hausleitung Michaela Peters erklärt. „Die Stimmung war oft düster, weil die Angehörigen nicht kommen durften.“

Lions-Club Präsidentin Susanne Lategahn (rechts) überreicht Pflegedienst-Hausleitung Michaela Peters (links) und Hauseigentümerin Brigitte Henschen das Gerät für die Senioren.

Lions-Club Präsidentin Susanne Lategahn (rechts) überreicht Pflegedienst-Hausleitung Michaela Peters (links) und Hauseigentümerin Brigitte Henschen (Mitte) das Gerät für die Senioren. © Lisa Dröttboom

Der Pflegedienst habe jedoch schnell eine Alternative gefunden, den Kontakt mit der Familie aufrechterhalten zu können. „Wir haben noch im März mit Privathandys angefangen.“ Allerdings eigneten sich die kleinen Bildschirme kaum, um ein gutes Gespräch mit den Angehörigen zu ermöglichen. „Der große Vorteil des Tablets ist seine Größe“, sagt Peters. „Auf den kleinen Bildschirmen konnten die Senioren nichts sehen.“ Auch die Lautsprecher-Qualität habe sich deutlich verbessert.

Tablet auch in Zukunft nutzen

Gespräche mit den Verwandten, Kindern wie Enkelkindern, hätten den Senioren geholfen. „Man hat richtig gesehen, wie gut es ihnen getan hat“, freut sich Peters. Immerhin wolle man auch nicht alle Sorgen und Geschichten mit den Angestellten des Pflegedienstes teilen.

Dass die Senioren in der Wohngemeinschaft, die zwischen 70 und 100 Jahre alt sind, sich trotz des fortgeschrittenen Alters an die neue Technik wagen, freut sie. In der Wohngemeinschaft kehrt schrittweise wieder der Alltag ein und damit werde das Tablet entsprechend weniger für Videotelefonate genutzt.

Ob draußen auf dem Balkon oder in der eigenen Stube, das Tablet wird von den Bewohnern eifrig genutzt.

Ob draußen auf dem Balkon oder in der eigenen Stube, das Tablet wird von den Bewohnern eifrig genutzt. © Privat

Der Pflegedienst überlegt nun, wie das Tablet auch weiterhin Bestandteil des Seniorenlebens sein kann. „Wir wollen demnächst ein paar Spielchen auf dem Tablet einrichten. Und wir haben auch schon ein paar Videos gedreht und an die Angehörigen geschickt.“

Lionsclub Präsidentin Susanne Lategahn sieht in dem Tablet ein hilfreiches Gerät, das den Bewohnern durch die schwere Zeit helfe. „Man will dem Coronavirus nichts Positives abgewinnen, aber die Zeit bewirkt, dass wir alle digitaler werden.“ Im Zusammenspiel mit den Angehörigen könne so etwas Gutes geschaffen werden.

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