Schwitzende Banker dürfen bei brütender Hitze ihre Krawatte lockern

dzSparkasse erlaubt „Erleichterung“

Bei brütender Hitze lässt sich der Südeuropäer nichts anmerken und trägt leger sein Leinensakko. Mit 30 Grad plus ist man in Fröndenberg noch nicht so geübt. An der Sparkasse gibt‘s daher Erleichterung.

Fröndenberg

, 26.06.2019, 11:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Geschäftsführung der Sparkasse UnnaKamen sah sich bereits in der vergangenen Woche die Wettervorhersage genau an und schickte noch am Freitag eine Rundmail an die Mitarbeiter. Betreff: Die Kleiderordnung der Männer. „Hemd- und Krawattenerleichterung“, so fasst es Andreas Schlüter in einem Schlagwort zusammen, wurde angesichts der angekündigten Hitzewelle gewährt. Dass es einen Krawattenerlass gebe, sei aber ein Gerücht. „Eine Kleiderordnung gibt es nicht“, sagt der Pressesprecher.

»Ohne Krawatte fühle ich mich ein Stück weit nackt.«
Andreas Schlüter, Pressesprecher der Sparkasse UnnaKamen

Aber einen Erwartungshorizont bei der Kundschaft: Der seriöse Berater in Geldgeschäften steht mit Jacket, Hemd und Krawatte hinter dem Schalter. Schlüter und Kollegen haben die „Erleichterung“ indes dankend angenommen: Kurzarmhemd, Anzughose aus leichtem Stoff – als „smart casual“ beschreibt Schlüter sein eigenes Outfit in diesen schweißtreibenden Tagen. Ob sich die saloppe Garderobe mal als gängig durchsetzt bei den Kreditinstituten? Die Sparkasse Hamburg habe den Schritt schon gewagt, weiß Schlüter. Dort sehen auch die Filialen schon fast wie Wohnzimmer aus. Aber in Westfalen? Der Erwartungshorizont (!) sei hier wohl noch ein anderer. Und Andreas Schlüter räumt selbst ein: „Ohne Krawatte fühle ich mich ein Stück weit nackt.“

Schwitzende Banker dürfen bei brütender Hitze ihre Krawatte lockern

Auch Susanne's Laden an der Alleestraße reagiert auf die Hitzewelle: An zwei Nachmittagen bleibt das Geschäft geschlossen. Grund dafür ist nicht etwa eine fehlende Klimaanlage – aber die Kunden verlegen ihre Einkäufe in die noch halbwegs angenehmen Vormittagsstunden und verbringen die schweißtreibenden Nachmittagsstunden lieber in den kühlen vier Wänden daheim. Diese Erfahrung habe man bereits während der lang anhaltenden Hitzewelle im vergangenen Jahr gemacht, hieß es. © Marcus Land

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