Schwimmen in der Ruhr? Eine Frage und keine klare Antwort für Fröndenberg

dzBaden in der Ruhr

Die ersten warmen Tage des Sommers sind schon vorüber – und vor allem Wasserratten freuen sich noch auf viel mehr Sonne und Hitze. Gut abkühlen können sie sich in Fröndenbergs Freibädern. Aber ist das Baden auch in der Ruhr erlaubt?

Fröndenberg

, 15.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Obwohl Fröndenberg zwei Freibäder hat, hüpfen einige Bewohner der Ruhrstadt ab und an auch mal in den namensgebenden Fluss, um sich eine Abkühlung zu verschaffen. Doch ist das überhaupt erlaubt? Das ist eine Frage, auf die es zumindest für Fröndenberg keine klare Antwort gibt. Denn dazu müsste das Baden von der Stadt in einer ordnungsbehördlichen Verordnung ausdrücklich untersagt werden. Kommunale Vorschriften der Stadt, die das Baden in der Ruhr regeln, gibt es aber nicht.

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So gilt auch für die Ruhr in Fröndenberg auf der einen Seite, dass sie wie andere öffentliche stehende und fließende Gewässer auch zum Gemeingebrauch zur Verfügung steht. Das bedeutet: Theoretisch darf jeder in der Ruhr schwimmen, mit dem Kanu oder dem Schlauchboot auf dem Wasser fahren. Auf der anderen Seite sei die Ruhr allerdings kein zugelassenes Badegewässer, das den Kriterien der NRW-Badegewässerrichtlinen entspricht, so die Sprecherin des Ruhrverbands Britta Balt.

Nur im Baldeneysee darf offiziell geschwommen werden

Lediglich ein Bereich der Ruhr – und zwar das Strandbad am Baldeneysee in Essen – sei als Badestelle zugelassen. Seit Mai 2017 ist Baden dort offiziell erlaubt. Es gebe immer wieder von unterschiedlichen Seiten Bestrebungen, das Baden in der Ruhr auch an weiteren Plätzen offiziell möglich zu machen. Besonders weit sei dabei aktuell die Stadt Bochum, so Britta Balt.

Im Mai 2017 ist die Badestelle am Essener Baldeneysee eröffnet worden.

Im Mai 2017 ist die Badestelle am Essener Baldeneysee eröffnet worden. © dpa

Hierfür muss vor allem die Wasserqualität stimmen. Auch wenn die Qualität dank der Arbeit des Verbands in den vergangenen Jahrzehnten immer besser geworden sei und die Ruhr heute zu den saubersten Industrieflüssen überhaupt zähle, könne bei starkem Regen nicht ganz ausgeschlossen werden, dass Abwässer ungereinigt in den Fluss gelangen und dadurch bestimmte Grenzwerte überschritten werden, heißt es vonseiten des Verbands. Am Baldeneysee gibt es ein Frühwarnsystem. Stimmen die Werte nicht, ist das Baden zeitweise untersagt.

Strömung und Wehranlagen bergen Gefahr

Unabhängig davon, ob das Schwimmen in der Ruhr nun durch die Kommune ausdrücklich verboten oder vom Ruhrverband ausdrücklich erlaubt ist, sprechen auch noch weitere Gründe gegen die Nutzung des Flusses als Badegewässer. Dazu zählt laut Ruhrverband die unberechenbare, teils starke Strömung wie sie typisch für Fließgewässer ist.

In Fröndenberg bergen die Wehranlagen der Stadtwerke besondere Gefahren. Im Bereich eines Wehrs haben Schwimmer gar nichts zu suchen. Liegt ein Ruhrabschnitt in einem Naturschutzgebiet, wäre es streng genommen schon untersagt, die Wege zu verlassen, um ans Ufer zu gehen.

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Wenn es mal einen Schwimmer in die Fröndenberger Ruhr zieht, so wird dies entweder toleriert oder auch gar nicht bemerkt. Zumindest kann sich Ordnungsamtsleiter Christoph Börger an keinerlei größere Verstöße oder Beschwerden erinnern.

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