Schweinepest betrifft auch Jäger in Fröndenberg – Intensive Jagd auf Wildschweine

dzWildunfälle und Schweinepest

Auch Fröndenberger Jäger bekommen die Angst vor der Schweinepest zu spüren. Sie müssen Hygienevorschriften beachten und jagen intensiv Wildschweine. Das ist aber gar nicht so einfach.

Fröndenberg

, 08.12.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bevor die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) kursierte, durften Jäger die Innereien von Schwarzwild in ihren Revieren vergraben. Damit die Pest, die im September in Belgien entdeckt worden war, nicht ausbricht, müssen die Jäger die Überreste der Tiere nun separat entsorgen und besondere Hygienevorschriften einhalten, erklärt Thorsten Wortmann, Leiter des Hegerings Fröndenberg. Die Jäger in Fröndenberg jagten Schwarzwild intensiv, weil die Population über die vergangenen Jahre immer weiter angestiegen ist. Die Jagd auf Wildschweine sei aber nicht so einfach wie beispielsweise bei Rehwild. Während Rehe standorttreu seien, wechselten Wildschwein ihre Orte ständig. „Die können heute in Ardey sein und morgen in Frömern“, so Wortmann.

Wildunfälle an Bahnstrecken

Wildschweine seien es auch, die seltener in Unfälle mit Autos verwickelt sind, so Wortmann. Es treffe meist Rehe, weil die unvermittelt auf die Fahrbahn laufen. Die Zahl der Wildunfälle sei in Fröndenberg ziemlich konstant. Besonders in seinem Revier in Ardey sei es aber schwierig, die Unfälle genau zu erheben, weil zwei Bahnlinien hindurchführen. An den Bahnstrecken komme es immer wieder zu Unfällen und die Tiere könnten nicht immer wiedergefunden werden.

Laut Nicole Drawe, eine Sprecherin der Unteren Jagdbehörde des Kreises Unna, sind vor allem Rehwild, Schwarzwild, Dachse und Füchse im Bereich Fröndenberg betoffen. Im Jagdjahr 2017/2018, welches den Zeitraum zwischen dem 1. April 2017 und dem 31. März dieses Jahres beschreibt, starben 66 Rehe, elf Dachse, acht Füchse und neun Wildschweine durch Wildunfälle. Zum laufenden Jagdjahr könnten noch keine aktuellen Zahlen zu den Verkehrsverlusten übermittelt werden. Das Jagdjahr laufe vom 01. April. bis 31. März des Folgejahres. Die Meldung der jeweiligen Streckenzahlen müsse von den Jagdausübungsberechtigten bis zum 15. April eines jeden Jahres an die Untere Jagdbehörde erfolgen. „Eine Zwischennachricht wird in der Regel nicht erteilt“, so Drawe. Der Kreis Unna unterscheidet bei den Zählungen zwischen Fallwild und Verkehrsverlusten. Bei einigen Tierarten wie beispielsweise Dachsen, Iltissen und Steinmardern kommen Kategorien wie Fangjagd, Abschuss und Baujagd hinzu. Zur Baujagd werden laut dem Deutschen Jagdverband DJV die Erdhunde Teckel und Terrier als Spezialisten eingesetzt: „Die Aufgabe der Hunde ist es, das Raubwild aus dem Bau zu treiben. Bei sogenannten Frettieren treiben Frettchen (domestizierte Iltisse) Kaninchen aus ihren Bauten.“

Wildunfälle können vermieden werden

Die Unfälle können nur schwer vermieden werden, wobei es unterschiedliche Methoden gibt. Die wohl bekannteste sind die blauen Wildwarnreflektoren an Leitpfosten. „Revierwild, das sich nähert, soll kurz geblendet werden, damit es abstoppt und das Auto bemerkt“, erklärt Wortmann das Prinzip der Reflektoren.

Nach Gesprächen mit anderen Jägern und seiner eigenen Einschätzung nach, ist die Anzahl der Unfälle an den Stellen mit Reflektoren weniger geworden. Es gebe aber auch viele andere Ansätze.

„Wer besonders schnell fährt, hat weniger Chancen zu bremsen.“
Thorsten Wortmann,
Hegering Fröndenberg
Schweinepest betrifft auch Jäger in Fröndenberg – Intensive Jagd auf Wildschweine

© Udo Hennes

Man könne Zäune anbringen, doch das sei wegen der Verkehrssicherheit, die einen bestimmten Abstand der Zäune zur Straße erfordern, schwierig. Eine andere Lösung sei die Abholzung von Büschen, wenn diese die Sicht auf den Wald erschweren. Aber auch dafür müssen erst Genehmigungen eingeholt werden. Im Prinzip hilft es aber schon, nicht allzu schnell zu fahren, wenn es dunkel ist: „Wer besonders schnell fährt, hat weniger Chancen zu bremsen.“

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