Schulbus-Ärger: Grüne wünschen sich Mitgliedschaft Fröndenbergs in der VKU

dzWestfalenbus

Der Westfalenbus-Ärger um Unpünktlichkeit und Missverständnisse beim Schülerverkehr bekommt jetzt eine politische Komponente: Die Grünen wollen eine Mitgliedschaft Fröndenbergs in der VKU prüfen.

Fröndenberg

, 30.01.2020, 15:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Grünen in Fröndenberg positionieren sich in der Frage des Busverkehrs in der Stadt: Nach dem tagelangen Unmut über die Schülerbeförderung durch Westfalenbus denkt die Fraktion an ein Ende der Partnerschaft mit dem Unternehmen der Deutschen Bahn.

»Wir müssen dringend prüfen, ob nicht eine Mitgliedschaft in der Verkehrsgemeinschaft des Kreises Unna wesentlich flexibler, spontaner und damit bürgerfreundlicher ist.«
Andrea Molitor, Grüne Fröndenberg

Andrea Molitor, Fraktionsgeschäftsführerin im Stadtrat, hat nach eigenen Angaben vor Ort sämtliche Veränderungen im neuen Fahrplan durchleuchtet. Sie kommt zu dem Schluss: „Wir müssen dringend prüfen, ob nicht nach Ablauf des aktuellen Vertrags mit der Westfalenbus GmbH eine Mitgliedschaft in der Verkehrsgemeinschaft des Kreises Unna wesentlich flexibler, spontaner und damit bürgerfreundlicher ist.“

Grüne im Kreistag unterstützen Ansatz der Fröndenberger Kollegen

Andrea Molitor kündigte auf Nachfrage an, einen entsprechenden Prüfantrag in den Stadtrat einbringen zu wollen. Der Vertrag mit Westfalenbus läuft 2026 aus. Man müsse sich sicherlich einige Jahre vor diesem Termin um eine Aufnahme bei der VKU bemühen.

Auf ihrer Seite haben die Fröndenberger Grünen die Kreistagsfraktion der Partei, die sich am Donnerstag in einer Pressemitteilung zu der Problematik im Schülerverkehr äußerte.

Über die „Ärgernisse“ bei der Schülerbeförderung in Fröndenberg habe man sich am Mittwoch intensiv ausgetauscht.

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Die Grünen auf Orts- wie auf Kreisebene wollen prüfen lassen, ob Fröndenberg nach Ende des Beförderungsvertrages mit der Westfalenbus GmbH Mitglied bei der VKU werden kann. Andrea Molitor, Geschäftsführerin der Ratsfraktion (l.) und Ratsmitglied Axel Bruns (r.) mit Stephanie Schmidt (2.v.l.), Anke Schneider und Kreistagsfraktionschef Herbert Goldmann. © privat

Anke Schneider, Verkehrs-Expertin der Grünen-Kreistagsfraktion, stellt dazu fest: Man verstehe den Ärger der Fröndenberger Eltern, die um Sicherheit und Verlässlichkeit beim Transport ihrer Kinder zu den Schulen bemüht seien.

Man kenne Schülerbeförderung im Kreisgebiet „glücklicherweise auch anders“.

Schneider: „In den Kommunen, in denen die kreiseigene Verkehrsgesellschaft VKU fährt, wurde flexibel auf den früheren Schulschluss reagiert und es wurden individuell geänderte Abfahrtzeiten organisiert.“

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Info

VKU fährt am Zeugnistag

  • Während Westfalenbus am Freitag, 31. Januar, erstmals keine Sonderfahrt am Tag der Zeugnisausgabe anbietet, teilt die VKU im Kreis Unna jetzt mit, dass sie diesen Service weiterhin anbietet.
  • Mit Ausnahme der Berufsschüler ende am Freitag für die Schüler einheitlich nach der 3. Schulstunde gegen 10.30 Uhr der Unterricht. Die Schülerfahrten der VKU würden darauf angepasst. Die üblicherweise nach der 4. Stunde gegen 11.30 Uhr fahrenden Busse würden um zirka eine Stunde vorgezogen.
  • Detaillierte Informationen zum geänderten Angebot gibt es im Internet unter www.vku-online.de.

Die Grünen in Fröndenberg sähen zwar auch die Verbesserungen, die mit dem neuen Fahrplan für einige Ortsteile geschaffen wurden. So seien die neuen Midi-Busse und deren Möglichkeit, in engeren Wohngebieten näher an die Wohnungen der Bürgerinnen und Bürger heranzufahren, und die Erhöhung des Taktes der Linie 170 positiv zu bewerten.

Fröndenberg als einzige Kreis-Kommune nicht Mitglied in der VKU

Nach Auskunft der VKU fährt die Gesellschaft in sämtlichen Kommunen des Kreises Unna – mit Ausnahme von Fröndenberg. Zuletzt ist vor einigen Jahren die Stadt Schwerte von der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) zur VKU gewechselt. In Schwerte war die Mitgliedschaft in der MVG historisch bedingt, weil die Stadt bis 1975 dem Kreis Iserlohn angehörte.

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