Schon wieder Vandalismus an der Kiebitzwiese in Fröndenberg

dzÄrger im Naturschutzgebiet

Ausgerechnet in diesen Tagen, in denen auf der Kiebitzwiese ein Storch eingekehrt ist, die Natur erwacht, machten sich erneut Vandalen am Aussichtshügel zu schaffen.

Fröndenberg

, 23.03.2020, 11:42 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nachdem Unbekannte bereits im vergangenen Jahr den Aussichtshügel im Naturschutzgebiet Kiebitzwiese heimgesucht, Infotafeln heruntergerissen, das Standfernrohr beschädigt und die für Kinder und Rollstuhlfahrer vorgesehenen Luken beschädigt hatten, ist es jetzt erneut zu Zerstörungen gekommen.

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Von Freitag auf Samstag wurden Teile des Sichtschutzes am Weg zum Aussichtspunkt herausgerissen und in den Neimener Bach befördert. Durch das entstandene Loch kann der Hügel nicht mehr abgeschirmt begangen werden und die rastenden Wasservögel ergreifen die Flucht. Nicht nur Naturschutzwächter Gregor Zosel, der die Beschädigungen entdeckte, ist empört: „Diese Leute mit krimineller Energie haben wieder einmal Infotafeln demoliert und die Vorrichtungen für behinderte Menschen herausgerissen.“

Der Schutzzaun am Aussichtshügel der Kiebitzwiese wurde zerstört.

Der Schutzzaun am Aussichtshügel der Kiebitzwiese wurde zerstört. © Privat

Zerstörungswut ist nicht zu rechtfertigen

Gerade zu dieser Jahreszeit, nachdem der Weißstorch aus seinem Winterquartier zurückgekehrt ist, kämen viele Interessierte, um nach „ihrem“ Storch oder dem regelmäßig zu beobachtenden Eisvogel zu schauen. „Diese Zerstörungswut geht auf Kosten der zahlreichen Besucher des Naturschutzgebietes und ist durch nichts zu rechtfertigen“, sind die Mitarbeiter der Biologischen Station aufgebracht.

Vandalismus an der Kiebitzwiese: Wieder haben sich die Randalierer auch an den Schildern zu schaffen gemacht.

Vandalismus an der Kiebitzwiese: Wieder haben sich die Randalierer auch an den Schildern zu schaffen gemacht. © Privat

Die Aussichtsplattform an der Kiebitzwiese ist im Jahr 2012 eröffnet worden. In den darauf folgenden Jahren wurde regelmäßig ein Beobachtungsbuch, das die Ornithologen zunächst für gemeinsame Eintragungen am Hügel hinterließen, zerrupft oder angezündet.

Die unbekannten Täter haben ebenfalls versucht, den Bretterverschlag auf den Aussichtshügel zu zerstören.

Die unbekannten Täter haben ebenfalls versucht, den Bretterverschlag auf den Aussichtshügel zu zerstören. © Privat

Die Kiebitzwiese und der Aussichtspunkt liegen am Rande eines Gewerbegebiets. Hier fühlen sich Jugendliche nachts offenbar ungestört. Bierflaschen und Drogentütchen findet der Vogelkundler Gregor Zosel immer mal wieder in diesem Bereich, wie er bereits im vergangenen Jahr berichtete.

Derartig unschöner Besuch am Rande des Naturschutzgebiets ist, vom Vandalismus einmal ganz abgesehen, eine Ruhestörung für Vögel und andere Tiere. Die neuen Regeln zum Infektionsschutz in der Coronakrise verbieten ohnehin, dass sich größere Gruppen von Menschen draußen treffen.

Die Biologische Station bittet um Hinweise

Wer sachdienliche Hinweise geben kann, sollte sich wenden an die Polizei unter Tel. (02303) 9210, die Biologische Station Kreis Unna/Dortmund unter Tel. (02389) 980950 oder die Untere Naturschutzbehörde beim Kreis Unna unter (02303) 272170.

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