Apothekerin Anne-Kathrin Burmester führte bei Junia Johann den Schnelltest durch. Ihre Mutter Annika Johann stand ihr zur Seite. Der Test fiel negativ aus. © Michael Neumann
Corona-Teststellen in Fröndenberg

Schnelltest trotz Impfung? „Viele wollen eine zusätzliche Sicherheit“

Die Impfquote steigt kontinuierlich. Die Nachfrage nach Corona-Schnelltests ebbt zwar ein wenig ab, ist aber dennoch stabil vorhanden. Das beobachten die Fröndenberger Teststellenbetreiber.

Bereits vor einigen Wochen äußerte Ulrike Kahlisch ihre Bedenken mit klaren Worten: „Alle meinen: ‚Wenn ich geimpft bin, habe ich einen Freifahrtschein. Dem ist ja nicht so. In der Regel gibt es einen Schutz zwischen 65 bis 95 Prozent – je nach Impfstoff. Es bleibt immer ein Restrisiko, mit dem man sich anstecken und erkranken kann“, sagt die Geschäftsführerin des Fitnessstudios Level Up, das eine Corona-Schnellteststelle in Fröndenberg betreibt.

Sie fügt an: „Demut und Rücksicht täte den Menschen gut. Nur so werden wir irgendwann mal wieder normal miteinander leben können. Die vierte Welle kommt, dafür benehmen sich viel zu viele zu rücksichtslos.“

„Viele wollen den Gastgeber schützen“

Anne-Katrin Burmester, Inhaberin der Hubertus-Apotheke in Langschede, hat beobachtet, dass die Anzahl der Tests zurückgegangen ist. Gerade im Vergleich zur Zeit vor den Schulferien hat die Zahl abgenommen. In der Hubertus-Apotheke wird seit wenigen Wochen wieder getestet, nachdem zuvor kurzzeitig geschlossen war. „Ein Testen ist jederzeit möglich – auch ohne Termin“, sagt die Inhaberin.

Bei den Gesprächen mit den Getesteten hat sie zuletzt eine Beobachtung gemacht: „Viele Menschen lassen sich, obwohl sie geimpft sind, vor Feiern wie Taufen oder Hochzeiten testen. Viele wollen eine zusätzliche Sicherheit, ein besseres Gefühl haben und auch den Gastgeber schützen“, sagt Burmester.

„Die meisten lassen sich unregelmäßig testen“

Das bestätigt auch Teststellen-Betreiberin Kahlisch. Anke Lochmann, Leiterin der Markt-Apotheke hat Ähnliches festgestellt. „Gerade vor den Wochenenden stellen wir eine erhöhte Anzahl an Tests fest. Gerade Menschen, die bei Großveranstaltungen waren und viele Menschen um sich herum hatten oder zeitnah Schutzbedürftige treffen, lassen sich testen.“

Auch Menschen, die noch nicht vollständig geimpft sind, und nach Krankheit oder Urlaub wieder arbeiten gehen, müssen sich testen lassen. Daher kämen auch von dieser Gruppe viele Beschäftigte in ihrer Apotheke vorbei, erzählt Burmester.

Noch nicht vollständig immunisierte Personen brauchen derzeit für viele Bereiche einen aktuellen Schnelltest: Sport, Physiotherapie, Friseurbereich. Kommen daher viele mehrmals die Woche vorbei, um sich regelmäßig testen zu lassen? „Nein, die meisten kommen nur einmal die Woche. Nur eine kleine Gruppe ist häufiger vor Ort“, sagt Burmester. In der Marktapotheke ist das ähnlich „Viele kommen einmal die Woche oder seltener“, sagt Lochmann.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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