Damit für die Impfungen im Schmallenbach-Haus keine Risiken entstehen, hat die Einrichtung über Nacht Wachen vor dem Kühlschrank postiert - aus zwei Gründen. © Marcel Drawe
Coronavirus in Fröndenberg

Schmallenbach-Haus postierte Wachen vor Impf-Kühlschrank – aus zwei Gründen

Das Schmallenbach-Haus war bei der Sicherheit seiner Impf-Ampullen besonders vorsichtig. Sie engagierten einen Sicherheitsdienst für die Nacht – aus zwei Gründen.

Rund eine Woche ist es her, dass die Bewohner des Schmallenbach-Hauses ihre erste Impfdosis bekamen. Einen Tag zuvor erreichten die Ampullen mit den Impfungen die Einrichtungen. Damit nichts schief geht, wurde nachts sogar patrouilliert und regelmäßig nach dem gelagerten Impfstoff geschaut – aus mehr als einem Grund.

Die Polizei war am Tag der Ankunft der Impf-Ampullen zwar vor Ort, allerdings nicht am Nachtdienst beteiligt, wie die Kreispolizei Unna auf Nachfrage bestätigte. Man habe an dem Tag mit mehr gefahrenen Streifen Präsenz gezeigt, „der Schutz der Impfzentren ist aber Sache der örtlichen Ordnungsbehörde“.

Das Fröndenberger Ordnungsamt war in der Nacht vor den Impfungen allerdings auch nicht vor Ort. „Da ist niemand an uns herangetreten“, sagt Ordnungsamtsleiter Christoph Börger. „Wir waren dafür gar nicht zuständig.“

Nachtwachen reichten nicht aus

Licht ins Dunkel bringen kann erst Herbert Bruckelt, Hausleitung des Schmallenbach-Hauses auf dem Hirschberg. „Wir haben den Wachdienst selbst organisiert.“

Für gewöhnlich sind auch nachts im Schmallenbach-Haus Wachen im Einsatz, sollte es mal einen Notfall geben. „Wir hatten überlegt, ob wir ihnen diese zusätzliche Aufgabe geben können, uns aber dagegen entschieden.“ Denn wenn ein Notfall geschehen wäre, hätte niemand mehr ein Auge auf den Kühlschrank mit den Impf-Ampullen haben können.

Nach einer ereignislosen Nacht ohne Zwischenfälle konnten die Bewohner des Schmallenbach-Hauses auf dem Hirschbergam nächsten Tag geimpft werden. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Eine andere Lösung musste also her, das Schmallenbach-Haus entschied sich für einen Wachdienst, der regelmäßig den Kühlschrank kontrollierte. Die hätten laut Bruckelt dann auch im Raum bleiben und regelmäßig nach dem Rechten sehen können.

Sicherheit geht vor

Doch ist die Gefahr wirklich so groß, dass ein Sicherheitsdienst in Fröndenberg nötig war? „Es sind in anderen Einrichtungen in Deutschland schon Ampullen entwendet worden“, sagt Bruckelt. Das Schmallenbach-Haus hätte zwar keine Kenntnisse von ähnlichen Fällen im Kreis, sei aber lieber auf Nummer sicher gegangen.

„Wir hatten 430 Impfungen, die am Folgetag durchgeführt werden musste. Da war eine Menge Material da“, erklärt Bruckelt die Sorge der Einrichtung. „Bei der aktuellen Knappheit an dem Impfstoff müssen wir aufpassen.“

Dennoch: Möglicher Diebstahl war nicht der einzige Grund, warum ein Sicherheitsdienst angeheuert wurde. Genauso groß war die Sorge des Schmallenbach-Hauses, dass eine technische Fehlfunktion den Impfstoff unbrauchbar macht. „Es kann ja wirklich sein, dass irgendwo mal eine Sicherung rausfliegt. Es wäre zu schade, wenn der Impfstoff wegen so etwas verworfen werden müsste.“ Am Ende ist aber alles gut gegangen – wohl auch, weil es Menschen gab, die in der Nacht ein Auge auf den Impfstoff gehabt haben.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg / Holzwickede
Jahrgang 1995, aufgewachsen am Rande Mendens mit mehr Feldern als Häusern drumherum. Zum Studieren nach Köln gezogen, 2016 aber aus Sehnsucht ins Sauerland zurückgekehrt. Hat in der Grundschule ihre Liebe ans Schreiben verloren und ist stets auf der Suche nach spannenden Geschichten.
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Lisa Dröttboom
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