Schmallenbach-Haus: Positive Corona-Tests geben Rätsel auf - aber Bewohnern geht es gut

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Im Schmallenbach-Haus geben zwei positive Corona-Tests Rätsel auf: Wie gelangte das Coronavirus in das Seniorenheim? Derweil sind die beiden vermutlich infizierten hochbetagten Bewohner „gut drauf“.

Fröndenberg

, 18.07.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass von zwei Bewohnern des Schmallenbach-Hauses, die bereits im April mit dem Coronavirus infiziert waren, nun erneut ein positives Testergebnis vorliegt, führt zu ersten Erklärungsversuchen.

Der positive Corona-Test bei einer Mitarbeiterin des Schmallenbach-Hauses hatte große Befürchtungen ausgelöst. Tatsächlich waren bei einer umfassenden Testung im Schmallenbach-Haus und im privaten Umfeld der Teilzeitkraft am vergangenen Donnerstag zwei von 60 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

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Heinz Fleck, Geschäftsführer der Caritas-Senioreneinrichtung, betont nun, dass die zwei Heimbewohner, beide weit über 80 Jahre alt, „gut drauf“ seien. Noch im April hätten beide Senioren einen sehr schweren Krankheitsverlauf durchgemacht. Das Gesundheitsamt hatte zunächst selbst von nur einem Wiederholungsfall gesprochen.

Keine Symptome bei den beiden Senioren

Aktuell zeigten die Hochbetagten keinerlei Symptome. „Ich bin froh, dass die Bewohner fit sind“, sagte Heinz Fleck. Allerdings stelle auch er sich die Frage, wie es zu dem ungewöhnlichen Infektionsgeschehen überhaupt kommen kann.

Der zweite Test bei der Mitarbeiterin lag bereits am Donnerstag vor und war negativ ausgefallen. Als Infektionsherd würde sie demnach ausscheiden. Auch die beiden Senioren waren nach ihrer Erkrankung schon negativ getestet worden, galten also als praktisch von dem Virus befreit.

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„Vielleicht war aber der Virus nie `raus“, spekuliert Heinz Fleck. Das Robert-Koch-Institut berichte von bislang bekannten Fällen, in denen das Coronavirus bis zu 60 Tage im Körper nachweisbar war.

Coronavirus müsste schon 90 Tage im Körper sein

Allerdings sind bei den beiden Senioren schon rund 90 Tage seit dem ersten Virusnachweis vergangen. Diese lange Dauer macht die beiden Fälle besonders. Deswegen hatte das Kreisgesundheitsamt auch das Landeszentrum Gesundheit NRW zu Rate gezogen, um die Ergebnisse richtig einordnen zu können.

Bekannt ist, dass ein Abstrich im Rachen keine hundertprozentige Sicherheit über den tatsächlichen Virusbefall des Körpers geben muss. Vor allem wenn die Person symptomfrei ist, also mangels Husten keine oder nur wenige Viren aus den Atemwegen in den Rachen gelangen können.

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Dieser Umstand könnte den zwischenzeitlich negativ ausgefallenen Test bei den beiden Seniorenheim-Bewohnern erklären. Einer der beiden Betroffenen sei daher auch bereits Blut abgenommen worden, um die tatsächliche Viruslast einwandfrei bestimmen zu können.

Bis vom Kreisgesundheitsamt Entwarnung gegeben wird, greifen im Schmallenbach-Haus erneut die erhöhten Schutzmaßnahmen, unter anderem mussten Besuche von Angehörigen wieder eingestellt werden.

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