Wenn die Schüler in die Ferien gehen, werden die Schulen renoviert. Anders als andere Kommunen in der Region hatte Fröndenberg keine Probleme, alle Aufträge zu vergeben.

Fröndenberg

, 21.08.2019, 09:11 Uhr / Lesedauer: 3 min

Während es in anderen Kommunen eng wird, weil in diesem Sommer nicht genug Baufirmen und Handwerksbetriebe auf städtische Ausschreibungen anspringen, kann Fröndenberg Vollzug melden. Alle Arbeiten an den Grundschulen, die sich die Stadt für die Sommerferien vorgenommen hat, sind so gut wie abgeschlossen.

Zusammengekommen sind Investitionen in Höhe von 240.000 Euro, die die Stadt vor allem in die Verbesserung des Schallschutzes in den Klassenräumen und das Lehrschwimmbecken an der Overbergschule gesteckt hat.

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Am Dienstag haben Vertreter der Stadtverwaltung die vorläufigen Ergebnisse unter die Lupe genommen. Die Arbeiten, die aktuell realisiert werden, sind Teil eines 2017 aufgelegten Programms für die Fröndenberger Schulen. Es umfasst Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Unterrichtsqualität, die schrittweise in den Sommerferien erledigt werden.

Sonnenbergschule

Noch herrscht auf den Fluren der Sonneberschule Ruhe vor dem Sturm. Die Garderoben sind leer, kein einziges Kind tobt über den Hof – und in der Luft liegt ein strenger Geruch von Putzmittel, der von einer gründlichen Reinigung zeugt. Nur ein paar Handwerker sind noch da – für den letzten Schliff. Und Schulleiterin Christiane Danz. Schließlich gibt es jetzt, kurz vor Schulstart, schon jede Menge vorzubereiten.

Sanierung der Grundschulen: Fröndenberg investiert über die Sommerferien 240.000 Euro

Die Kunst-AG der Sonnenbergschule in Fröndenberg hat kurz vor den Ferien einen tollen Schriftzug gestaltet. © Marcel Drawe

In der Sonnenbergschule wurden zwei Klassenräume saniert. Sie haben Schallschutzdecken und Bodenbeläge aus Kautschuk erhalten. Außerdem einen neuen Anstrich, neue Waschnischen und Wandschränke. Wer die sanierten Räume betritt, spürt den Wechsel der Akustik direkt. Alles klingt gedämpft. Man fühlt sich wie in Watte gepackt. Ganz ruhig seien Grundschüler ja nie, aber in den Räumen mit neuem Schallschutz sei es wesentlich angenehmer zu unterrichten, sagt die Schulleiterin.

Und sie weiß, wovon sie spricht. In den Sommerferien 2018 wurden bereits zwei Räume der Schule umgerüstet. So soll es dann auch im nächsten Jahr sukzessive weitergehen. 28.000 Euro hat die Sanierung der beiden Klassenräume gekostet.

Gemeinschaftsgrundschule

In der Gemeinschaftsschule – ein ähnliches Bild. Schulleiterin Silke Lakrabi hat kaum Zeit, mit Stefan Neuhaus und Ole Strathoff von der Stadtverwaltung zu plaudern. Zu viel zu tun. Hier wurde ein Klassenraum auf Vordermann gebracht. Er hat ebenfalls eine Schallschutzdecke erhalten. Außerdem neue LED-Lampen. In den Schulen wird nach und nach auf die energiesparende Technik umgestellt. „Wir merken das langsam auch an der Stromrechnung“, freut sich Stefan Neuhaus. 7.000 Euro hat die Stadt in den frisch sanierten Klassenraum investiert. Damit ist an der Gemeinschaftsgrundschule bereits ein Drittel der Räume umgebaut.

Dass nicht alle Klassenzimmer gleichzeitig saniert werden, hat sowohl Zeit- als auch Kostengründe. Jedes Jahr muss neu durchgerechnet werden, welche Mittel für die Schulen zur Verfügung stehen. Und von heute auf morgen, sind die Arbeiten auch nicht erledigt.

Sanierung der Grundschulen: Fröndenberg investiert über die Sommerferien 240.000 Euro

Ole Strathoff und Stefan Neuhaus von der Stadt Fröndenberg haben den Fortschritt der Sanierungsarbeiten in den Fröndenberger Grundschulen unter die Lupe genommen. © Hornung

Nicht nur der Schulsport, sondern auch Fröndenberger Vereine und Gastvereine profitieren vom neuen Boden in der Sporthalle der Gemeinschaftsgrundschule. Der alte hatte fast 30 Jahre auf dem Buckel. Die Investition von 60.000 Euro musste sein. Der sogenannte Schwingboden hat Sprünge nicht mehr richtig abgefedert – Wärmedämmung wurde neu eingebaut.

Außerdem sind frische Linien aufgemalt. Der Boden musste dafür nicht beschädigt werden. Und wenn sich für eine Sportart mal das Regelwerk ändert, können die Linien „umlackiert“ werden. Die Bodenfarbe hat Silke Lakrabi ausgesucht. „Schön kontrastreich“, findet Stefan Neuhaus. Er selbst halte sich aus der Farbauswahl raus.

Overbergschule

Besonders viel Geld hat die Stadt in die Overbergschule gesteckt. Hier musste das große Sorgenkind Lehrschwimmbecken repariert werden. Und das ist eine teure Angelegenheit. Allein die Arbeiten der vergangenen Wochen schlagen mit 70.000 Euro zu Buche. „Anders als damals stand der Erhalt des Beckens aber nicht zur Debatte“, lobt Birgit Preising von der Stadtverwaltung die Entscheidung aus Rathaus und Politik, sich für das Schwimmbad einzusetzen, in das vor rund zehn Jahren zuletzt eine große Summe investiert wurde.

Sanierung der Grundschulen: Fröndenberg investiert über die Sommerferien 240.000 Euro

Die Arbeiten am Lehrschwimmbecken an der Overbergschule kosten 70.000 Euro. © Hornung

Seit September des vergangenen Jahres ist das Becken geschlossen. Schwimmunterricht findet in reduzierter Form an der Sonnenbergschule statt. Anfangs ging man nur von einigen unterspülten Fliesen aus. Später zeigten sich gravierende Mängel, erklärt Stefan Neuhaus. Wie es in einem Zeitraum von nur zehn Jahren zu solchen Problemen kommen konnte, könne sich keiner so richtig erklären. „Vielleicht musste damals alles zu schnell gehen und günstig sein“, mutmaßt der Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Deswegen wird jetzt alles gründlich und aus einer Hand erledigt. Und das dauere eben seine Zeit. Voraussichtlich können Schülerinnen und Schüler der Overbergschule nach den Herbstferien wieder ins Wasser springen.

Sanierung der Grundschulen: Fröndenberg investiert über die Sommerferien 240.000 Euro

Für die Arbeiten am Lehrschwimmbecken in der Overbergschule hat sich eine Fachfirma dieses Mal sehr viel Zeit genommen. © Hornung

Ebenfalls viel Zeit und Geld wurde in die neue „ELA-Anlage“ gesteckt. Das System warnt im Amok-Fall – aber auch, wenn es brennt. Und es wird so installiert, dass alle Klassenräume auch bei Teilausfällen erreichbar sind. Dafür musste die ganze Schule aufwendig verkabelt werden. Kosten: 60.000 Euro. Sonnenbergschule und GGS sollen ebenfalls mit der neuen Technik ausgestattet werden.

15.000 Euro flossen an der Overbergschule zudem in den Einbau von Schallschutzdecken sowie den Innenanstrich in zwei Klassenräumen und dem Lernlabor.

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Phase Null nach der Sommerpause

  • Die Arbeiten, die in den Sommerferien an den Grundschulen durchgeführt wurden, haben nichts mit der sogenannten Phase Null zu tun.
  • Als Phase Null wird in Fröndenberg ein gemeinschaftlicher Gestaltungsprozess für die gesamte Schullandschaft bezeichnet. Dabei sollen sowohl die Interessen der Schülerinnen und Schüler, als such die der Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Schulleitungen berücksichtigt werden.
  • Die Phase Null wurde für Grundschulen und Gesamtschule getrennt von Planungsbüros durchgeführt. Für die Gesamtschule wurden bereits ein Maßnahmenkatalog und eine Prioritätenliste aufgestellt. Allerdings waren Schulleitung und Politik mit dem zeitlichen Rahmen und der Priorisierung noch nicht zufrieden. Für die Grundschule wird eine solche Prioritätenliste anhand der inzwischen fertigen Ergebnisse des Planungsbüros erstellt.
  • Der Sachstand beider Planungsprozesse steht für den nächsten Schulausschuss am 24. September auf der Tagesordnung.
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