Mit Video: Sabina Müller (SPD) will als Bürgermeisterin ausgetretene Pfade verlassen

Bürgermeisterwahl Fröndenberg

Sabina Müller empfängt an einem sonnigen Morgen in ihrem Garten. Auf der Terrasse verrät die Bürgermeisterkandidatin der Fröndenberger SPD, was sie als junge Frau geprägt hat und was sie im Amt bewirken will.

Fröndenberg

, 03.08.2020, 17:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sabina Müller, SPD-Kandidatin der SPD bei der Bürgermeisterwahl in Fröndenberg am 13. September 2020

Sabina Müller im Garten ihres Eigenheims in der Fröndenberger Innenstadt, das sie seit 1994 mit Ehemann Wolfgang bewohnt. Hier fühlt sich der Familienmensch mit zwei Töchtern und einem Sohn wohl. © Marcus Land

Der Müllersche Garten ist eine Pracht. Sabina Müller hat sich diesen Ort für das Interview selbst ausgesucht. Hier fühlt sie sich wohl, hier im Eigenheim mitten in der Fröndenberger Innenstadt verbindet sie schon lange Beruf und Familie.

Was viele womöglich gar nicht wissen: Sabina Müller ist eine Zugezogene. Die gebürtige Dortmunderin suchte 1994 mit Ehemann Wolfgang, der Bauingenieur ist, die erste gemeinsame Wohnung und wurde „durch Zufall“ in einer Zeitungsannonce auf das Haus in Fröndenberg aufmerksam.

»Es ging immer darum, sich für andere, besonders für benachteiligte Menschen einzusetzen.«
Sabina Müller

Im Grünen wohnen, in einer nahen Großstadt arbeiten. Fröndenberg sei in dieser Hinsicht die richtige Wahl gewesen. In den Anfangsjahren pendelten beide Eheleute noch zu ihren Arbeitsstellen nach Hagen. Eine gut machbare Distanz. Zugleich habe der Wohnort in der Freizeit viele Vorzüge geboten. „Perfekt“ findet Sabina Müller die Verbindung einer guten Infrastruktur mit Kitas, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten einerseits und der „tollen Naherholung“ andererseits.

Entspannung in Fröndenbergs Natur oder an der Ostsee

Die Natur in Fröndenberg genießen, mit Mann und Familienhund Spaziergänge unternehmen – das gehört auch heute noch zu den entspannenden Momenten in Sabina Müllers Leben. Und wenn sie der Sommer einmal länger aus Fröndenberg herausführt, dann bedeutet das meist Urlaub im Caravan an der Ostsee.

Video
Bürgermeisterkandidatin Sabina Müller (SPD) im Interview

Die selbstständige Buchhalterin arbeitet mittlerweile dort, wo sie auch wohnt. Drei Kinder, darunter Zwillinge, sind mittlerweile erwachsen oder fast volljährig. Jetzt ist der Zeitpunkt für die 51-Jährige gekommen, ein politisches Amt anzustreben, das sie auch viel Freizeit kosten wird: Sie will Fröndenberger Bürgermeisterin werden.

Beim Thema Chancengleichheit pulsiert es in ihr

Politisch ist die Protestantin Müller schon lange in der SPD aktiv, seit 2018 folgte sie Herbert Ziegenbein als Vorsitzende ihrer Fraktion im Stadtrat nach, setzte sich gegen männliche Mitbewerber durch.

Im weiteren Sinne politisch dachte sie früh. In ein Vier-Generationen-Haus ist sie hineingeboren worden. Durch ihr Elternhaus sei sie eindeutig sozialdemokratisch geprägt. „Es ging immer darum, sich für andere, besonders für benachteiligte Menschen einzusetzen“, erinnert sich Müller.

Sabina Müller beim Neujahrsempfang 2020 der Fröndenberger SPD: Bürgernähe und das Streben nach Chancengleichheit sind für die 51-Jährige zwei wichtige Aufgaben einer Bürgermeisterin und Verwaltungschefin.

Sabina Müller beim Neujahrsempfang 2020 der Fröndenberger SPD: Bürgernähe und das Streben nach Chancengleichheit sind für die 51-Jährige zwei wichtige Aufgaben einer Bürgermeisterin und Verwaltungschefin. © Anna Gemünd

Der Titel „Gier“ ihres aktuellen Lieblingsbuchs von Marc Elsberg ist daher allein dem Wunsch nach Grusel des Krimi-Fans Sabina Müller geschuldet und lässt auf eine innere Einstellung keine Rückschlüsse zu.

Chancengleichheit für alle. Das ist so ein Thema von Sabina Müller. Da pulsiert es mit einem Mal in ihr. So stehe es doch auch in der Macht einer Kommune als Schulträgerin, Chancengleichheit aller Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen. Die Digitalisierung, die Modernisierung der Schulgebäude, das seien ihr daher Herzensanliegen. Nicht erst seit heute, sondern bereits seit Jahren, da sie Mitglied des Schulausschusses* ist.

»Es kommt nie, wie man es plant.«
Sabina Müller

Wo Chancen vertan werden oder Chancen nicht geboten werden – das will sie vor Ort erfahren. Daher sei ihr die oft von Politikern zur Schau getragene Bürgernähe ernsthaft wichtig: Wünsche, Ideen und Forderungen aus Sprechstunden in den Ortsteilen sollen ihr Tun als Verwaltungschefin einst mitbestimmen. Auf eingefahrenen Bahnen gehen, sagt Sabina Müller, das möge sie dagegen nicht so.

Gelassenheit bewahren – eine Devise, die ihr hilft

Das Potenzial des Tourismus in Fröndenberg heben, die örtlichen Unternehmen untereinander besser vernetzen, ein bürgernahes Rathaus – viele Themen hat sich Sabina Müller auf die Fahnen geschrieben.

Bei allem Durchsetzungswillen bei ihr wichtigen Vorhaben verhindere es ihre grundsätzliche Gelassenheit und Flexibilität aber, dass sie sich in etwas verbeiße. „Es kommt nie, wie man es plant“, so Müller, sei ihre Devise, die ihr auch im Privat- und Berufsleben immer geholfen habe – bei unvorhergesehenen Ereignissen. Und die seien in der Politik ja nicht selten.

*In einer früheren Version des Artikels war Sabina Müller versehentlich als Vorsitzende des Schulausschusses bezeichnet worden; sie ist seit 2014 Mitglied des Ausschusses.

Dieses Porträt ist Teil einer Serie zur Kommunalwahl 2020, in der wir alle vier Bürgermeisterkandidaten in Fröndenberg ausführlich vorstellen.
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