Risiko Bushaltestelle: Mit einem Fuß im fließenden Verkehr

dzBusverkehr

Buswartehäuschen nehmen sich da fast wie reinster Luxus aus: An vielen Bushaltestellen müssen Fahrgäste direkt am Rand von Hauptverkehrsstraßen ein- und aussteigen. Dagegen gibt es Protest.

Fröndenberg

, 11.02.2020, 14:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

In das Thema Busverkehr ist in den vergangenen Wochen viel Bewegung gekommen. Vor allem Probleme bei der Schülerbeförderung lassen auch die Politik nach Lösungen suchen. Bisher wenig auf dem Schirm: Bushaltestellen, die praktisch auf den Banketten der Straßen liegen.

»Hier in der Palz wären wir jedoch schon froh, wenn es an den Haltestellen genug Platz für Ein- und Ausstieg gäbe.«
Clemens Stemper, Initiative „Wir – für die Palz“

Die Akteure der Initiative „Wir – für die Palz“ haben sich in den Dörfern des östlichen Stadtgebietes umgeschaut und die Bushaltestellen fotografisch dokumentiert. Sie kommen zu dem Schluss: Das Warten sowie der Ein- und Ausstieg direkt an viel befahrenen Straßen ist für Fahrgäste viel zu gefährlich.

Wetterschutzhäuschen: ja – aber bitte auch sichere Wartepunkte

Dass sich ausgelöst durch den Ärger über den Busverkehr, besonders die Unpünktlichkeit der Schulbusse, die Politik jetzt um Verbesserungen bemühen will, begrüßt die Initiative.

„Pünktlichkeit und verlässliche Verbindungen sind natürlich sehr wichtig; mindestens ebenso wichtig ist die Ausstattung der Haltestellen“, findet Clemens Stemper.

Eltern in Frömern und Ostbüren hatten kürzlich das Fehlen von Wetterschutzhäuschen bemängelt. Die gehörten sicherlich auch zu Haltestellen, so die Palz-Initiative. Clemens Stemper: „Hier in der Palz wären wir jedoch schon froh, wenn es an den Haltestellen genug Platz für Ein- und Ausstieg gäbe. Der fehlt nämlich an fast allen.“

Risiko Bushaltestelle: Mit einem Fuß im fließenden Verkehr

Die Bushaltestellen liegen in den Ortsteilen im östlichen Stadtgebiet häufig an viel befahren Kreis- oder Landesstraßen wie hier in Bausenhagen. © privat

Risiko Bushaltestelle: Mit einem Fuß im fließenden Verkehr

Auch in Bentrop müssen Fahrgäste praktisch direkt am Fahrbahnrand auf den Bus warten. Die Initiative "Wir – für die Palz" hofft, dass die östlichen Dörfer vom Ausbauprogramm profitieren. © privat

Zur Sache

Barrierefreier Umbau von Buswartestellen

  • Die Stadt hat für das Jahr 2020 Fördermittel für den barrierefreien Umbau von Buswartestellen in Höhe von 323.000 Euro beim Land beantragt.
  • Der staatliche Zuschuss geht zurück auf das Gesetz über den öffentlichen Personennahverkehr in NRW.
  • Darin heißt es in Paragraf 13, das Land gewähre unter anderen aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) „Zuwendungen für Investitionsmaßnahmen im besonderen Landesinteresse“. Das GVFG stellt eine Finanzhilfe des Bundes für die Kommunen dar.
  • Zu solchen Maßnahmen zählen beispielsweise die Reaktivierung von Schienenstrecken oder auch Investitionen in die barrierefreie Gestaltung von Haltestellen und von vorhandenen Fahrzeugen des ÖPNV.
  • Die Stadtverwaltung hatte bereits bestätigt, dass auch der Bau von Wetterschutzhäuschen von dem Geld bezahlt werden kann.

Haltestellen, die er sich Bausenhagen, Stentrop und Warmen angesehen hat, stünden beispielhaft für nahezu alle Haltepunkte im östlichen Stadtgebiet: Sie liegen tatsächlich häufig sehr dicht am Fahrbahnrand.

Zudem lägen die meisten Haltestellen an Landes- oder Kreisstraßen, wo es „enormen Pkw und Lkw-Verkehr“ gebe. Gefährliche Situationen ergäben sich, weil der Bus auf der Straße halten müsse und kaum Platz für Ein- und Ausstieg vorhanden sei. „Und natürlich während der Wartezeit, zum Beispiel auf den Schulbus“, so Stemper weiter.

Wie lange reicht das Geld aus dem Förderprogramm?

Fast noch gefährlicher sei der Weg zur Bushaltestelle, da in weiten Teilen kein Gehweg an den Straßen vorhanden ist, und kein Platz für die Fußgänger, um Pkw oder Lkw auszuweichen.

Aus Sicht der Initiative ist es „unbedingt notwendig“, die Bushaltestellen – nicht nur in der Palz – zu renovieren. Clemes Stemper zeigt sich skeptisch, ob das Geld aus dem Förderprogramm in Höhe von 323.000 Euro, selbst bei einem städtischen Eigenanteil, ausreiche und auch die Palzdörfer und die anderen Außenbezirke in das Programm „Barrierefreier Umbau von Buswartestellen“ einbezogen würden.

Risiko Bushaltestelle: Mit einem Fuß im fließenden Verkehr

Idyllisch gelegen, aber nach Ansicht der Palz-Akteure um Clemens Stemper viel zu gefährlich ist auch diese Bushaltestelle in Stentrop. © privat

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