Daniela Fenn, stolze Besitzerin eines giftgrünen Wohnmobils, wartet auf das Essen, das aus dem Restaurant in Menden direkt auf den Wohnwagen-Tisch serviert wird. © Peter Benedickt
Wohnmobil-Dinner

Restaurant-Genuss in Corona-Zeiten: Aus der Thermobox direkt auf den Campingtisch

Die Lösung ist so einfach wie genial: Wenn die Gäste nicht zu den Köchen kommen dürfen, kommen die Köche eben zu den Gästen. Nicht mit Lieferungen an die Haustür, sondern in ein Wohnmobil – zumindest in Menden.

Mal wieder mit mehreren Personen trotz Corona die Spezialitäten eines Restaurants in angenehmer Atmosphäre genießen und trotzdem nicht gegen die Auflagen verstoßen – wie soll dies gehen?

Indem sich Hungrige in Erwartung auf ein wunderbares Essen mit entsprechendem Flair in ihrem Wohnmobil versammelt haben. Bedingungen: ein Parkplatz mehr als 50 Meter vom Restaurant entfernt und bei Anlieferung tragen Kellnerinnen oder Kellner Mundschutz.

Auf einer Facebook-Seite entdeckt

Möglich wird das durch das „Wohnmobil-Dinner“. Daniela Fenn aus Unna bringt die besten Voraussetzungen mit. Sie ist eingefleischter Caravan-Fan, besitzt ein entsprechendes Fahrzeug und möchte Restaurantbetreibern helfen.

„Ich habe auf einer Facebook-Seite diese Geschichte entdeckt und dachte, dass dies etwas für mich und meine Freunde ist“, berichtet die Unnaerin, die gleich die passenden Örtlichkeiten im Auge hatte.

In Thermoboxen werden die Speisen über den dunklen Schotterparkplatz zum Fahrzeug geliefert. Arif Halili und Romana Fonso freuen sich, dass Daniela Fenn bei ihrem Wohnmobil-Dinner sofort an ihr Restaurant gedacht hat. © Peter Benedickt © Peter Benedickt

„Wir sind häufig im XXL-Schnitzelhaus in Menden.“ Ein Anruf brachte Klarheit: Inhaber Arif Halili war begeistert und sagte zu und sprach die Rahmenbedingungen telefonisch mit dem Ordnungsamt der Nachbarstadt ab: „Mir wurden noch einmal die Auflagen, Abstand, Masken und keine Personenansammlungen, erläutert und darauf gedrungen, sie zu beachten.“

Das Fahrzeug muss 50 Meter Abstand haben

Daniela Fenn war aufgeregt, es war ja Neuland, sie hatte Sohn und Arbeitskollegen mitgebracht. Ihr Wohnmobil, ihr „giftgrüner Favorit“, bekam seinen Platz auf dem Schotterparkplatz, wie gefordert mit der nötigen Distanz.

Die Idee verbreitet die Internetseite „Wohnmobildinner.de“ inzwischen in ganz Deutschland. Mehr als 11.000 teilnehmende Restaurants sind bereits zu finden, laufend werden es mehr. Die Seitenbetreiber fordern ihre Freunde auf, nach dem Dinner einen Beitrag einzustellen, um weitere Mitwirkende zu gewinnen.

Der Höhepunkt: Essen auf Porzellan

Nach der Bestellung heißt es für Daniela Fenn und Mitstreiter, sich auf ein schmackhaftes Menü zu freuen, denn alles wird frisch zubereitet. Erst gibt es einen heißen Kakao zum Aufwärmen. Anschließend werden die kalten Getränke geliefert. Dann der Höhepunkt: Die Speisen kommen in Thermobehältern. Nicht auf Plastik, nicht in Einwegschalen, sondern stilecht auf Porzellantellern. Die Bordküche bleibt kalt, den Abwasch erledigt der Wirt.

„Es hat riesigen Spaß gemacht“, strahlt Daniela Fenn. „Ich würde mich freuen, wenn andere Restaurants und weitere Gäste mitmachen würden.“ Denn so komme doch ein bisschen ein Gefühl wie vor Corona auf.

Unna am Abend

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