Aus Respekt vor den Toten des Schmallenbach-Hauses: Bürgerschützen sagen Schützenfest ab

dzCorona-Pandemie

Der Bürgerschützenverein beugt sich der Corona-Pandemie und verzichtet auf sein Schützenfest. Die Schützen wollen damit auch jenen Toten und Infizierten Respekt zollen, die in guten Zeiten zu ihren Gästen gehörten.

Fröndenberg

, 05.06.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bürgerschützenverein Fröndenberg hätte vom 28. bis zum 31. August sein Schützenfest feiern wollen - die Corona-Pandemie lässt dem BSV aber praktisch keine Wahl: Das Fest wird erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg abgesagt.

»Die Absage geschieht aus Respekt vor den Toten, Erkrankten und Infizierten in unserer Heimatstadt und weltweit.«
Vorstand des BSV

Die immer noch durch den Coronavirus ausgelösten Schutzvorschriften machen es den Schützen laut Geschäftsführer Ulrich Schmidt praktisch unmöglich, ein Fest zu feiern.

Auch wenn man nicht unter die ohnehin verbotenen Großveranstaltungen mit mehr als tausend Besuchern fallen würde: „Wie groß sollte unser Zelt sein, damit wir die vorgeschriebenen Abstände einhalten könnten?“, fragt Schmidt rhetorisch.

Der Schutz der Gäste und Feiernden sei für den BSV aber das oberste Gebot. Niemand wolle, das plötzlich wieder ein Infektionsherd geschaffen wird. Ulrich Schmidt: „Wir brauchen jetzt vernünftige Menschen.“

Absage trifft Künstler und Kapellen noch härter

Die Entscheidung des Vorstandes sei schon vor einiger Zeit gefallen, man habe aber die Öffentlichkeit erst jetzt informieren wollen, nachdem auch mit allen Beteiligten gesprochen worden ist.

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Denn die Kapellen und Künstler treffe die Absage des Schützenfest im Grunde viel härter als den BSV selbst. „Wir konzentrieren uns auf dieses eine Event, mit dem wir auch Einnahmen generieren“, sagt Ulrich Schmidt.

Discjockeys, Live-Bands oder Schützenkapellen dagegen entgingen die Einkünfte aus einer Vielzahl abgesagter Veranstaltungen. „Für uns ist das ein blaues Auge“, so Ulrich Schmidt. Die Verträge mit den Entertainern habe man bis zum nächsten Jahr verlängert.

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»Für uns ist das ein blaues Auge.«
Ulrich Schmidt, Geschäftsführer des BSV

Die Absage geschehe auch ganz bewusst „aus Respekt vor den Toten, Erkrankten und Infizierten in unserer Heimatstadt und weltweit“. Gerade die Seniorinnen und Senioren aus dem Schmallenbach-Haus gehören beim Frühschoppen zu den treuesten Gästen des BSV, es besteht eine enge Verbindung zu der Einrichtung. Umso geschockter war man über den Virusausbruch dort. „Das hat uns schon sehr getroffen“, so Ulrich Schmidt.

Königspaar Peter und Diana Ozir regiert bis 2021

Dennoch bedauere man auch die Festabsage. Doch fehle bei einem Fest, das Mundschutz, Händedesinfektion und Abstandsregeln vorschreiben müsste, ein in der Vereinssatzung festgelegter wesentlicher Sinn des Vereins: nämlich für die Bürger Fröndenbergs ein Fest zur Geselligkeit zu veranstalten.

Das amtierende Königspaar Peter und Diana Ozir nebst Hofstaat hat sich derweil bereiterklärt, den BSV auch im nächsten Jahr zu repräsentieren. Und Ende August soll die Alleestraße auch wie gewohnt grün-weiße Fähnchen tragen.

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