Repressionen und Sozialstruktur: AfD tritt bei Kommunalwahl in Fröndenberg nicht an

dzKommunalwahl 2020

Zur Kommunalwahl 2020 werden alle im Rat vertretenen Fraktionen einen Bürgermeisterkandidaten stellen. Die AfD will dagegen weder ins Stadtparlament einziehen noch den Chefsessel im Rathaus erobern.

Fröndenberg

, 09.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Fröndenberg sieht die AfD weder ausreichend Wählerpotenzial, noch hätte sie ausreichend viele Kandidaten in den Wahlbezirken aufbieten können: Rats- und Bürgermeisterwahl 2020 werden in Fröndenberg daher ohne die Rechtspopulisten stattfinden.

»Es würde naheliegen, hier anzutreten und es würde mir persönlich auch viel Spaß machen.«
Michael Schild, Sprecher des AfD-Kreisverbandes

„Wir wollen unsere Kräfte bündeln und nur dort antreten, wo wir eine Chance sehen“, sagte Michael Schild, Sprecher des AfD-Kreisverbandes, am Dienstag auf Anfrage dieser Redaktion.

Die besseren Aussichten bei der Kommunalwahl sehe man eindeutig im Nordkreis. So wolle man in Lünen und in Kamen zur Ratswahl, in Bergkamen zur Bürgermeisterwahl antreten.

In Fröndenberg nur wenige AfD-Mitglieder

Im „echten Ruhrgebiet“, also den ehemaligen Bergbaustädten, komme die „Sozialstruktur“ in den Kommunen der AfD entgegen, lasse auf mehr Wählerstimmen als am Übergang zum Sauerland oder zum Münsterland hoffen.

In „klassisch sozialdemokratisch“ geprägten Städten sehe man die Chance, Stimmen „enttäuschter SPD-Wähler abzugreifen“, so Schild, der selbst in Fröndenberg wohnt.

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„Es würde naheliegen, hier anzutreten und es würde mir persönlich auch viel Spaß machen“, räumt Schild ein. In Fröndenberg spreche aber nicht nur die Sozialstruktur mit einem geringeren Arbeiteranteil gegen den Antritt bei der Wahl.

„Die Repressionen sind stark gestiegen. Es gibt kaum noch Leute, die ihr Gesicht zeigen wollen“, spricht Michael Schild von Schwierigkeiten, die offene AfD-Sympathisanten bis hin zu ihrem Arbeitsplatz hätten.

Man habe daher auch die 17 Fröndenberger Wahlbezirke gar nicht besetzen können. „Wenn man weniger als die Hälfte der Wahlbezirke besetzen kann, hat es aber keinen Sinn“, so Schild.

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»Die Repressionen sind stark gestiegen. Es gibt kaum noch Leute, die ihr Gesicht zeigen wollen.«
Michael Schild

In Schwerte dagegen, das von der Sozialstruktur her mit Fröndenberg vergleichbar ist, halte man sich eine Teilnahme an der Ratswahl noch offen – anders als in Fröndenberg habe man in Schwerte relativ viele Mitglieder.

AfD-Sprecher aus Fröndenberg kandidiert für den Kreistag

Er habe aber, so Schild, keine Liste von Kandidaten zusammenstellen wollen, die sich nicht vollends mit der Partei identifizieren und nach Gewinn eines Ratssitzes nach und nach von der Fahne gehen könnten.

Die AfD könne man allerdings in den Kreistag wählen; er selbst werde vermutlich auf Listenplatz 2 hinter Ulrich Lehmann auch selbst kandidieren.

Das vertraue er der Wahlurne an, meinte Michael Schild auf die Frage, für welche der etablierten Parteien und welchen Bürgermeisterkandidaten er sich als Wähler in Fröndenberg mangels Kandidatur der AfD denn dann entscheiden werde.

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