Rennradmuseum Fröndenberg: Eine Idee nimmt Fahrt auf

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Gehofft hatten die Unterstützer schon länger – jetzt ist es amtlich: Das Fröndenberger Rennradmuseum erhält die Höchstsumme, die für Leader-Projekte vergeben wird. Trotzdem ist das Projekt auf Sponsoren angewiesen.

Fröndenberg

, 13.12.2019, 11:54 Uhr / Lesedauer: 3 min

Dreieinhalb Stunden widmeten sich die ehrenamtlichen Entscheider in der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) der Leader-Region Börde trifft Ruhr, um insgesamt elf neue Projektideen zu prüfen. Sechs Vorhaben können im Ergebnis mit insgesamt 262.000 Euro Unterstützung aus Mitteln des Landes NRW und der Europäischen Union rechnen.

Darunter das Rennradmuseum Fröndenberg mit dem deutschlandweit das erste Museum entsteht, das den Rennradsport mit allen Facetten beleuchten möchte. Ausstellungsraum wird die Ladenfläche der Buchhandlung Kern, die im Januar schließt.

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Rund 800 Quadratmeter bieten genügend Platz, um außergewöhnliche Räder und Sportgeschichte zu präsentieren. Sie werden dem vor kurzem gegründeten Verein „Rennradmuseum Fröndenberg/Ruhr e.V.“ vom passionierten Sammler Andreas Grünewald zur Verfügung gestellt. Aber auch über dessen Sammlung hinaus soll das Museum viele interessante Exponate, vielleicht sogar wechselnde Ausstellungen bieten.

Leer ausgegangen beim ersten Fröndenberger Heimatpreis

Bettina Hartwig-Labs, Bernd Kern, Hans Kuhn und Martin Munderloh sowie alle anderen Vereinsmitglieder können ihr Glück noch gar nicht fassen. Sind sie bei der Vergabe des Heimatpreises, um den sie sich ebenfalls beworben hatten, noch leer ausgegangen, können sie sich jetzt über die Zusage für einen wesentlich größeren Batzen Geld freuen.

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Mit dem fürs Erste rund 80.000 Euro teuren Projekt hat sich der Verein um Leader-Mittel beworben. 35 Prozent davon, sprich 28.000 Euro, müssen aus Eigenmitteln gestemmt werden. Die restlichen 52.000 Euro werden aus dem Leader-Topf finanziert. Ein tolles Startkapital für eine Gruppe Ehrenamtlicher, von denen sonst wohl keiner die erforderlichen Mittel hätte bereitstellen können oder wollen, die das Radmuseum nun ins Rollen bringen.

Leader-Geld ist erst im September 2020 verfügbar

Obwohl das Geld sicher ist, kommt die Zusage auf dem Papier erst im April 2020. Ausgeschüttet wird der Leader-Topf im Dezember. Nun will der Förderverein aber mit den Vorbereitungen starten, sobald das Ehepaar Kern die Buchhandlung im Januar schließt. Und das wird zum Problem, wie Bernd Kern und Bettina Hartwig-Labs erklären: „Wir suchen noch Sponsoren und werden auch bei der Stadt anfragen“, sagen sie.

Rennradmuseum Fröndenberg: Eine Idee nimmt Fahrt auf

Vereinsvorstand und Unterstützer des Rennradmuseums wollen nun Hand in Hand arbeiten: Jörg Hänel (Helfer), Jürgen Labs (2. Vorsitzender), Hans Kuhn (Beisitzer und Berater), Bettina Hartwig-Labs (Geschäftsführerin), Eckard Overbeck (Beisitzer), Bernd Kern (1. Vorsitzender), Martin Munderloh (Beisitzer) und Jörg Pfitzner (Kassenwart, v.l.). © Peter Benedickt

Trotz positiver Resonanz aus dem direkten Umfeld, von Fahrradfans und dank einer Internet-Kampagne werden immer noch Mitstreiter, Helfer und Sponsoren gesucht. Hauptsächlich geht es um das Finanzielle, aber auch um Fachwissen und handwerkliche Fähigkeiten – die beim Umbau des Ladenlokals zum Museum nützlich werden könnten.

Spender sollen im Museum gewürdigt werden

Anfang des kommenden Jahres wird der Verein, der sich noch in der Gründungsphase befindet, dann auch so weit geschäftsfähig sein, dass Spendenquittungen ausgestellt werden können. Die Spender sollen im Museum an einer Schautafel gewürdigt werden.

Rennradmuseum Fröndenberg: Eine Idee nimmt Fahrt auf

Andreas Grünewald ist der Sammler, der die ersten Exponate nach Fröndenberg brachte. Die Idee, nicht nur eine Ausstellung, sondern ein Museum zu errichten, brachte vor allem die ehemalige CDU-Ratsfrau Bettina Hartwig-Labs voran. © Udo Hennes

Neben der Sammlung von Andreas Grünewald kommen die Exponate auch aus anderen Sammlungen. Hier lässt vor allem der ehemalige Radprofi und „Stadtmoderator“ Hans Kuhn seine Kontakte spielen. Ihm schwebt vor, dass das Rennradmuseum nicht nur die Geschichte des Radsports allgemein, sondern auch speziell Fröndenberger Geschichte beleuchtet.

Seit den 30er Jahren werden Radrennen in Fröndenberg gefahren

Denn seit den 30er Jahren werden Radrennen in der Ruhrstadt gefahren. Mit dem Zweiradteilehersteller Union saß ein Unternehmen am Ort, das mit dem RV 31 ein eigenes Team an der Start brachte, das bis in die 60er fuhr, später quasi im RSV Unna aufging. Der berühmte Radsportler Erik Zabel hat in Fröndenberg gewohnt – genauso wie der Radrennfahrer und Rahmenbauer Hugo Rickert. Die Eule ist vielen Sportlern von Großereignissen wie Olympiaausscheidung und Deutschland-Tour ein Begriff. Auch Kettler Alu-Räder könnten in der Ausstellung ihren Platz finden. Daneben Trikots, Pokale – eben alles rund um Sport und Geschichte.

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Das ganze braucht selbstverständlich ein klares Konzept, sowohl räumlich als auch geschäftlich, ein eigenes Logo et cetera. Hier könnte ein Absolvent des Studiengangs Design und Projektmanagement helfen, der seine Bachelor-Arbeit über die Gestaltung des Museums schreibt. Das wäre eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Fröndenberger Museumsnacht soll Besucher locken

Ist das Museum erst einmal eingerichtet, schwebt den Verantwortlichen eine Art Museumsnacht mit Gastronomie auf dem Marktplatz vor. So könnten noch mehr Menschen auf das neue Angebot aufmerksam gemacht werden – als es durch die gute Lage am Ruhrtalradweg ohnehin schon geschehe werde, ist das Museums-Team überzeugt.

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