Die Förderzusage steht. Mit dem Bücherparadies Kern ist ein Standort im Herzen Fröndenbergs gefunden. Doch ein Träger fürs Fahrradmuseum fehlt. Jetzt gibt‘s eine neue und vielleicht letzte Chance.

Fröndenberg

, 07.10.2019, 15:09 Uhr / Lesedauer: 3 min

Fröndenberg, ehemaliger Standort des Fahrradteileherstellers Union, Radrennstadt und Haltepunkt am Ruhrtalradweg: Auch wenn keine Profi-Radsportler mehr die Eule hinaufsprinten, so ist und bleibt Fröndenberg eine Fahrradstadt – und soll der NRW-weit erste Standort für ein Rennradmuseum werden. Die Leihgabe eines privaten Sammlers würde es ermöglichen. Doch bisher konnte oder wollte sich keiner so recht darum kümmern.

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Das Rennradmuseum ist sogar förderfähig aus Leader-Mitteln. Rund 42.000 Euro könnte die Europäische Union bereitstellen. Wenn denn jemand die Trägerschaft für das Projekt unternimmt. Die Stadt hatte zunächst versucht, die Verantwortung an den ADFC weiterzugeben. Doch die Mitglieder des Fahrrad-Clubs in Fröndenberg hätten nicht die nötige Manpower einbringen können, um ein Museum zu tragen.

ADFC und Werbering können das Projekt alleine nicht stemmen

Und so klopfte der Bürgermeister als beim Werbering an. Doch der sei ebenfalls nicht in der Lage, ein Museum zu führen, sagt der Zweite Vorsitzende des Werberings Bernd Kern. Es gebe nicht genug Mitglieder. Und ein Teil der Aktiven, so etwa die Vorsitzenden Wolfgang Hüttner und Kern selbst, seien zu alt.

Bei einem Treffens von Werbering und Bürgermeister ist nun eine Idee geboren worden, die womöglich die letzte Chance für das Rennradmuseum ist: Ein Förderverein soll gegründet werden. Sowohl finanziell, als auch personell sei jede Unterstützung dabei recht.

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Während der ehemalige Rennradprofi Hans Kuhn potenzielle Unterstützer zusammentrommelt, ist Kern für den offiziellen Teil der Gründung zuständig. Er steht voll hinter der Idee. Die alten Räder „wo man die Kette noch von Hand umlegen musste“, faszinieren ihn. Und Bernd Kern ist davon überzeugt, das ein Fahrradmuseum nach Fröndenbeg gehört.

Rennradausstellung in Fröndenberg: Hoffnung ruht jetzt auf Förderverein

So soll die neue Rennrad-Ausstellung nicht mehr aussehen. In den Räumen der heutigen Buchhandlung am Marktplatz könnte ein kleines Museum mit Vitrinen und Erklärungstafeln, die Geschichte des Radsports in Fröndenberg erzählen. © Marcel Drawe

Weils sich die Suche nach einem Standort bisher ähnlich schwer gestaltet hatte, wie die Suche nach einem Träger, bietet er das Bücherparadies an. Ende dieses Jahres machen er und seine Frau die Buchhandlung und damit auch die Stadtbücherei endgültig dicht. Kern plant, die Fassade des Hauses, in dem das Ehepaar auch wohnt, sanieren zu lassen. Und da, wo jetzt noch Bücher stehen, könnten schon im Frühjahr Räder einziehen.

Rennradausstellung statt Einzelhandel in Fröndenberg

Die Idee, mit der Rennradsammlung im Bücherparadies sesshaft zu werden, das bald Geschichte ist, kam eigentlich von Wolfgang Hüttner. Bernd Kern hätte noch einen weiteren Interessenten aus dem Bereich Einzelhandel für das bald leer stehende Ladenlokal. Doch dem Museum würde er den Vortritt gewähren.

Im Markgrafen auf der anderen Seite des Marktplatzes rasten täglich Radfahrer, die der Ruhrtalradweg nach Fröndenberg führt. Direkt gegenüber könnten die Pedalritter nach der Mittagspause einen Abstecher ins Museum machen. Bernd Kern ist sich sicher, dass viele dieses Angebot wahrnehmen würden.

Museum soll Entwicklung der Technik und Rennradgeschichte skizzieren

Er und Hans Kuhn haben auch schon konkrete Vorstellungen, wie das Museum aussehen könnte. Keineswegs sollten die 80 Fahrräder in einem kahlen Raum stehen. Die beiden könnten sich vorstellen, rund 20 Räder auszusuchen, die die Entwicklung der Technik besonders gut dokumentieren. Weiter sollte die Ausstellung um Trikots und Pokale ergänzt werden.

Rennradausstellung in Fröndenberg: Hoffnung ruht jetzt auf Förderverein

Andreas Grünewald stellt der Stadt Fröndenberg seine private Rennradsammlung zur Verfügung. © Udo Hennes

Dabei sollte ein besonderes Augenmerk auf Fröndenberg als Union-Standort und die damit verbundene Radrenngeschichte gelegt werden: Die Firma hat Fahrradteile hergestellt und ein Radsportteam an den Start gebracht. Bauteile aus Herstellung der Firma und das verschollene Colani-Rad, nach dem Hans Kuhn schon lange vergeblich sucht, könnten die Ausstellung ergänzen.

Die Gründungsversammlung

  • Der Termin für die Gründungsversammlung steht bereits fest.
  • Alle, die Interesse haben, sich am Rennradmuseum zu beteiligen, sollten am Montag, 14. Oktober, in der Gaststätte Zum Markgrafen am Markt in Fröndenberg erscheinen.
  • „Kommt keiner, ist die Idee gestorben“, sagt Bernd Kern.
Um das kleine Museum professionell auf die Beine zu stellen, würden Gesamtkosten in Höhe von 60.000 Euro anfallen. Bei rund 42.000 Euro aus dem Leader-Topf müsste der Förderverein noch weitere 18.000 Euro berappen.

Neben dem Finanziellen, muss das Rennradmuseum auch personell auf einem sicheren Fundament stehen. Rund zwölf Mitglieder des ADFC hätten ihre Unterstützung bereits zugesagt. Das sei allerdings zu wenig, um angemessene Öffnungszeiten anbieten zu können.

Wer helfen, möchte, braucht kein Radsportexperte sein. Kassieren und Aufsicht sind die Hauptaufgaben, die auf zukünftige ehrenamtliche Unterstützer zukommen.

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