Regenerative Energie: Stadtwerke ertüchtigen ihr Netz für Windkraft und Co.

dzNeue Leitungen

Das erste Stromtrassenprojekt, mit dem die Stadtwerke ihr Netz für Strom aus dezentralen Quellen stärken möchten, ist abgeschlossen. Im kommenden Jahr wird die Arbeit fortgesetzt.

Fröndenberg

, 22.11.2018, 14:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadtwerke Fröndenberg ziehen ein positives Fazit zum Bau des Stromtrassenprojektes, mit dem das lokale Stromnetz in Fröndenberg entlastet werden konnte. Das Bauprojekt konnte planmäßig im Frühherbst abgeschlossen werden, teilen die Stadtwerke nun mit. Ziel war es, den Strom aus Windkraftanlagen zuzusagen „aus dem Versorgungsnetz herauszuoperieren“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Heitmann. Um Spannungsschwankungen zu verhindern, wird der Strom aus Windkraft jetzt direkt ins Umspannwerk geleitet.

Zwei Millionen Euro

Insgesamt zwei Millionen Euro hatte das Versorgungsunternehmen investiert, um eine 6,8 Kilometer lange Trasse zu bauen, die von der Straße Jägertal bis Zur Mark führt. Mithilfe der Stromtrasse kann künftig der Strom abtransportiert werden, der vor allem im ländlichen Bereich von Windkraft-Anlagen erzeugt wird.

Netze an Aufnahmegrenzen

“Den Wenigsten ist bewusst, wie komplex und empfindlich Stromnetze tatsächlich sind“, sagt Volker Kretschmer, Technischer Leiter der Stadtwerke Fröndenberg. „Ursprünglich waren ja lokale Stromverteilnetze darauf ausgerichtet, den Strom in eine Richtung zu verteilen: nämlich von einem zentralen Erzeuger zu vielen dezentralen Energieverbrauchern.“ Seit der Energiewende habe sich das Bild aber geändert: Immer mehr Photovoltaik- und Windkraftanlagen erzeugen inzwischen Strom, der ins öffentliche Stromnetz einspeiset wird. Das bringe große Bereiche des Fröndenberger Netzes an ihre Aufnahmegrenzen, vor allem im ländlichen Bereich, wo das Netz nicht so stark ausgebaut ist.

600 dezentrale Erzeugungsanlagen

“Trotz 600 dezentraler Erzeugungsanlagen, die in unser Netz einspeisen, halten wir die Qualität der Energieversorgung auf einem hohen Niveau“, sagt Bernd Heitmann Geschäftsführer der Stadtwerke Fröndenberg. Etwa 550 der dezentralen Erzeuger seien private Photovoltaik-Anlagen, dazu kommt Strom aus Wind- und Wasserkraft. „Damit wir die Versorgungssicherheit in Fröndenberg aber auch in Zukunft sichern können, müssen wir unser Netz weiter ertüchtigen.“

Investition in die Zukunft

Durch die neue Stromtrasse kann eine Erzeugungsleistung von 3300kW aus dem herkömmlichen Netz gelöst und ausschließlich über die neuentstehende Stromtrasse geleitet werden. „Dieser Bypass entlastet unser Verteilnetz und ist eine wichtige Investition in die Zukunft unserer Stadt“, erklärt Volker Kretschmer.

45 Kilometer Kabel

Für ihre Stromtrasse haben die Stadtwerke in den vergangenen Monaten insgesamt 45 Kilometer 10kV- und 30kV-Mittelspannungskabel verlegt. Hinzu kamen 1,7 Kilometer Steuerleitungen, 14 Kilometer Leerrohre sowie zusätzlich 1000 Meter Wasserleitungen. Die Leitungen verlaufen vor allem an Feldrändern entlang. Die Trasse wurde über die Straßen Jägertal, Westicker Heide, Am Steinbruch und Karrenweg geführt. Von dort weiter zum Henrichsknübel und zur Querung Bausenhagener Straße bis zum Kirchweg. Der letzte Abschnitt führte am Sportplatz Bausenhagen vorbei, über Priorsheide und die Palzstraße bis Zur Mark in Ostbüren.

Vom Järgertal abwärts unter dem Zentrum und der Ruhr hindurch bis zum Umspannwerk am Wasserkraftwerk Schwitten soll das 30 kV-Mittelspannungskabel im kommenden Jahr noch verlängert werden. Geschäftsführer Bend Heitmann rechnet damit, dass der Verkehr - obwohl es sich um Arbeiten im Zentrum handelt - nicht stark beeinträchtigt wird. Noch unklar ist, wann genau mit den Arbeiten begonnen wird.

Die Ertüchtigung des Fröndenberger Stromnetzes bedeutet jedoch nicht, dass Investoren ihre PV-Anlagen, Windräder oder Blockheizkraftwerke bei den Stadtwerken nicht mehr frühzeitig anmelden müssten. „Vereinzelt haben wir Bürger, die erst die Anlage planen und bauen, bevor sie zu uns kommen“, berichtet Volker Kretschmer. „Wir müssen jedes Projekt einzeln prüfen“, erklärt Kretschmer. „Darum gilt: Zuerst mit uns reden und erst dann die Technik einkaufen.“
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