Treffpunkt Windmühle: „Unmöglicher Vorgang, Stadt und Rat vor vollendete Tatsachen zu stellen“

dzFröndenberg

In der Personalangelegenheit um Thomas Reimann, den ehemaligen Leiter vom Treffpunkt Windmühle, herrscht noch immer viel Aufregung. Auch der Rat befasst sich noch einmal mit dem Thema.

Fröndenberg

, 05.03.2020, 15:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bürger drängen sich am Mittwochabend in den Ratssaal. Die Stühle am Rand sind bis auf den letzten Platz belegt. Viele Fröndenberger umklammern Schilder, auf denen sie die Rückkehr von Thomas Reimann fordern. Der Weggang des Windmühlen-Chefs hat die Stadt in Aufruhr versetzt. Noch immer herrschen Ratlosigkeit und Ungewissheit – und die Hoffnung, Antworten von der Politik zu bekommen. Vielleicht hätten die aufgebrachten Bürger diese Antworten eher im Jugendhilfeausschuss des Kreises erhalten, der ebenfalls am Mittwoch tagte. Dort saßen augenscheinlich keine Eltern vom Mühlenberg auf den Gästeplätzen.

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Dennoch kamen die Fröndenberger Ratsmitglieder nicht umhin, sich unter dem Tagesordnungspunkt Anfragen noch einmal mit der Versetzung von Thomas Reimann zu befassen. Das veranlasste die Bürger im Saal erneut, ihre Schilder hochzuhalten, mit denen sie ohne sich persönlich zu Wort zu melden Solidarität gegenüber dem ehemaligen Treffpunkt-Leiter signalisierten.

CDU-Fraktionsvorsitzender Gerd Greczka bemüht sich beim Anstoß des Themas um eine „möglichst sachliche und wenig emotionale“ Herangehensweise, die ihm nicht ganz gelingen will. Er fragt sich, wann und wie der Kreis plane, die Stadt mit einzubeziehen. „Auch weil das Angebot in der Windmühle nun neu strukturiert werden muss.“

Personal in Windmühle derzeit völlig verschwunden

Er empfindet es „als einen unmöglichen Vorgang, dass Stadt und Rat vor vollendete Tatsachen gestellt werden“. Viele der Informationen hätten er und andere Ratsmitglieder erst durch die Presse überhaupt erfahren. „Das kann einfach nicht sein. Thomas Reimann hat dort etwas aufgebaut, das derzeit tot ist.“

Einer Aussage, der auch Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe zustimmt: „Das Personal in der Windmühle ist derzeit ja völlig verschwunden“, spricht er nicht nur den Verlust von Thomas Reimann, sondern auch den zweier Mitarbeiterinnen an, die offenbar gekündigt haben. Eine Kündigung liegt bereits mehrere Wochen zurück. Wie es mit den Stellen weitergeht, war bisher kein Thema gegenüber der Stadt.

Wird eine zweite Pressekonferenz stattfinden?

Matthias Büscher von der FWG zeigt sich ebenfalls betroffen. „Es kann nicht sein, dass nicht einmal der Bürgermeister Bescheid bekommt. Das muss man einfach ankreiden.“

Die Pressekonferenz, die der Kreis auf die Schnelle am Montag an der Windmühle gehalten habe, um Fragen zu klären, habe laut Wolfgang Voesch von den Linken keine Fragen beantworten können. Wirkliche Informationen habe man dort nicht erhalten, sei auf eine weitere Pressekonferenz in zwei Wochen verwiesen worden – von der der Kreis Unna noch gar nicht wisse, ob er sie wirklich halten wird.

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Offiziell beim Kreis nachhaken

Wichtig war es allen Parteien, dass man beim Kreis noch einmal offiziell nachhakt, fragt, wann und wie die Stadt endlich in die Planung für die Zukunft des Treffpunkts mit eingebunden werde. „Die Windmühle muss erhalten bleiben“, fasst Martin Schoppmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen, den vorherrschenden Ton im Rat zusammen.

Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe will die Anfrage der Ratsmitglieder an den Kreis weitergeben: „Ich denke, wenn wir da freundlich nachfragen, werden wir auch eine Antwort erhalten.“

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