Prozess gegen junge Frau nach vier Einbrüchen in Fröndenberg

dzHaftstrafe

Mit Einbrüchen in Wohnhäuser wollte eine 29-Jährige den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie bestreiten. Oft wurde sie erwischt.

von Sylvia Mönnig

Fröndenberg

, 19.12.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das kam der Frau mit bewegter Vergangenheit nun vor dem Amtsgericht Unna sehr teuer zu stehen.

Die junge Osteuropäerin schlug zwischen Ende März und Anfang April gleich vier Mal in Fröndenberg zu. Über geöffnete Fenster oder Türen verschaffte sie sich Zutritt zu Häusern oder versuchte es zumindest. In zwei Fällen wurde sie bereits auf den Grundstücken erwischt und in die Flucht geschlagen. Einmal gelangte sie in ein Schlafzimmer, wurde dort jedoch von einer Zeugin angetroffen und verjagt, nachdem die couragierte Frau ihren Pass fotografiert hatte. Lediglich bei einer Gelegenheit machte sie Beute: ein Ring im Wert von etwa 300 Euro und um die zehn Euro Bargeld.

Rechfertigung der Taten mit einer Notsituation

Vor dem Schöffengericht in Unna versuchte die 29-Jährige nun, ihre Taten mit einer Notsituation zu rechtfertigen. Nachdem ihr Lebensgefährte seinen Job in Deutschland verloren habe, sei die Familie obdachlos geworden. „Ich habe das mehr für meine Kinder gemacht. Weil die auf der Straße waren. Ich habe kleine Kinder. Das eine ist vier, das andere acht Jahre alt.“

Richter Jörg Hüchtmann insistierte und zeigte sein Unverständnis über die von der Angeklagten geschilderte Alternativlosigkeit ganz deutlich. „Sie hätten sich an eine Gemeinde oder Kirche wenden können.“ Auch konfrontierte er sie mit einschlägigen Vorstrafen und damit einhergehenden Haftstrafen.

Erst im Februar aus dem Gefängnis entlassen

Erst im Februar, so Hüchtmann, sei sie aus dem Gefängnis entlassen worden. „Man kann auf die unangenehme Idee kommen, dass Sie die Bundesrepublik vorwiegend bereisen, um Straftaten zu begehen. Das trägt durchaus Züge von strukturierter Kriminalität.“ Sein Gegenüber beteuerte daraufhin: „Ich kam ja nicht, um zu klauen.“

Überzeugen konnte die 29-Jährige das Gericht damit offenbar nicht. Mit Blick auf die Vielzahl der Taten in enger Abfolge, die Vorbelastungen und ihre Gefängniserfahrung wurde die Frau zu zwei Jahren und fünf Monaten Haftstrafe verurteilt.

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