Den Technik-Check samt Schirmchen gab es bereits: Die Poller sind einsatzbereit und der befahrbare Markt ist für den Durchgangsverkehr Geschichte. Trotzdem bleiben die Poller die meiste Zeit über unten. © Hornung
Marktplatz Fröndenberg

Poller-Problem am Fröndenberger Marktplatz sorgt für Spott und Häme

Die Poller am Marktplatz bleiben vorerst unten und sorgen damit für Spott und Häme in den sozialen Netzwerken. Eine Lösung scheint allerdings gefunden, braucht aber noch Zeit.

Mit der Umgestaltung des Marktplatzes gehört der Verkehr in Fröndenbergs Innenstadt endgültig der Geschichte an. Zwar war die Durchfahrt auch vorher schon verboten, der ein oder andere Fröndenberger nahm dennoch die Abkürzung über den Markt.

Die neuen ein- und ausfahrbaren Hochsicherheitspoller sollen nicht nur Fröndenberger davon abhalten, die Abkürzung durch die Fußgängerzone zu nehmen, sondern den Marktplatz auch ein Stück sicherer machen und vor Amokfahrten schützen. 6,8 Tonnen sollen sie aufhalten, wären sie denn ausgefahren. Denn ein Zugangsproblem sorgt dafür, dass die Poller die meiste Zeit des Tages im Boden verbringen.

Verwirrung um Karten oder Telefonnummer

Das Problem: Die installierten Hochsicherheitspoller sollen künftig nur noch denen Einlass gewähren, die wirklich auf den Marktplatz gehören. Händler zum Beispiel, die zum Wochenmarkt wollen, Feuerwehr oder eben dem Rettungsdienst. Gerade der Zugang für Letzteren gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht, da die Wagen aus verschiedenen umliegenden Kommunen kommen können.

Die alten Poller waren zwar schick mit ihrem Stadtwappen, hätten aber keine Amokfahrt gestoppt. © Udo Hennes © Udo Hennes

„Der Punkt ist, dass der Rettungsdienst nicht genau sagen kann, welches Fahrzeug auf den Markt muss“, erklärt Ordnungsamtsleiter Christoph Börger. „Deshalb muss eine Lösung gefunden werden, wie jedes Fahrzeug darauf zugreifen kann.“ Das ist aber nicht so einfach wie gedacht.

Anfang November hieß es noch, die Poller könnten per Telefonnummer bedient und hinuntergefahren werden. In der Ratssitzung von Dezember war dann allerdings von Karten die Rede, die an die Zutrittsbefugten ausgehändigt werden sollten. Letztere sind für den Rettungsdienst allerdings denkbar unpraktikabel, müsste dann jeder Rettungswagen in Menden, Schwerte und Unna mit einer Zugangskarte für Fröndenberg ausgestattet werden.

Verschiedene Lösungen statt einer

In den sozialen Medien sorgt das Problem vor allem für Häme. Denn dass die „Weltmetropole Fröndenberg“ Opfer eines Terroranschlags werden könnte, halten viele Bürger für unwahrscheinlich. Sie sind dementsprechend ungehalten über die Probleme, die diese Poller mit sich bringen. Dabei scheint eine Lösung mittlerweile gefunden.

Laut Börger sollen künftig sowohl Telefonnummer als auch Karten genutzt werden. „Unterschiedliche Anwender bekommen unterschiedliche Lösungen“, erklärt er. Es sei keine Entweder-Oder-Frage, die Stadt greife auf unterschiedliche Systeme zurück, um all denen, die Zugang zum Marktplatz brauchen, diesen auch zu gewähren.

Für jeden die optimale Lösung

„Für den bestimmbaren Personenkreis, der Zutritt zum Marktplatz bekommt, sollen Karten ausgegeben werden.“ Diese Karten oder Chips sind damit vor allem für Händler, ansässige Läden oder auch Anwohner gedacht. Bleibt noch Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst.

Viel Fläche zum Sitzen, aber nur wenig zum Anlehnen. Vor allem ältere Bürgerinnen und Bürger in Fröndenberg übten in den vergangenen Wochen Kritik an fehlenden Aufstehhilfen.
Viel Fläche zum Sitzen, aber nur wenig zum Anlehnen. Vor allem ältere Bürgerinnen und Bürger in Fröndenberg übten in den vergangenen Wochen Kritik an fehlenden Aufstehhilfen. © Archiv/Hornung © Archiv/Hornung

„Für den unbestimmten Teilnehmerkreis soll die Steuerung per Mobilfunk eingestellt werden.“ Dann reicht ein Anruf oder eine Nachricht an eine bestimmte Nummer und die Poller fahren hinab. „Wir suchen für jeden Nutzer, der auf den Marktplatz darf, die optimale Lösung, um schnellstmöglich dort zu sein“, sagt Börger.

Derzeit befinde man sich allerdings noch in der Abstimmung mit dem Kreis Unna. Da habe sich auch über die Weihnachtstage nichts Neues ergeben. Eine Weile müssen die Poller also noch unten bleiben.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg / Holzwickede
Jahrgang 1995, aufgewachsen am Rande Mendens mit mehr Feldern als Häusern drumherum. Zum Studieren nach Köln gezogen, 2016 aber aus Sehnsucht ins Sauerland zurückgekehrt. Hat in der Grundschule ihre Liebe ans Schreiben verloren und ist stets auf der Suche nach spannenden Geschichten.
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Lisa Dröttboom
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