Vermisste Lia aus Menden ist mit großer Wahrscheinlichkeit in die Hönne gestürzt

dzGroßeinsatz

In Menden suchen Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sowie hunderte Bürger nach einem zehnjährigen Mädchen. Der Verdacht, dass das Mädchen in die Hönne gefallen ist, erhärtet sich. Am Abend wurde die Suche zurückgefahren.

Menden

, 01.02.2020, 20:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einem Aufgebot von mehreren Hundert Einsatzkräften haben Polizei und Feuerwehren aus Menden, Fröndenberg, Nachrodt und Hagen seit Samstag nach einem zehnjährigen Mädchen aus Menden gesucht. Suchhunde, Hubschrauber, Taucher und Strömungsretter versuchten, Gewissheit über den Verbleib des Kindes zu gewinnen - bislang ohne Ergebnis.

Die 10-Jährige bleibt verschwunden. Die Vermisstensuche läuft seit Samstag, wurde am Sonntagmorgen wieder intensiviert. Am Sonntagmittag waren rund 100 Einsatzkräfte zudem viele Bürgerinnen und Bürger im Einsatz. Gegen 15 Uhr sprach die Polizei von mehreren Hundert Freiwillige Helfern, die von Battenfelds Wiese aus koordiniert werden.

Mantrailer führt Einsatzkräfte erneut bis zur Hönne

Ein Mantrailer hatte zuletzt erneut die Fährte bis zur Hönne aufgenommen. Dort verliert sich die Spur. Aufgrund einer weiteren Zeugenangabe geht die Polizei gegenwärtig davon aus, dass das Mädchen mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Hönne gefallen ist.

Die Suche mit Sonar-Booten verlief am Sonntagnachmittag ohne Ergebnis. Es wurde zahlreichen Zeugenhinweisen nachgegangen. Doch das Mädchen bleibt weiter vermisst. Die Einsatzkräfte haben daher mit Blick auf die einbrechende Dunkelheit am frühen Abend die Intensität der Suche stark heruntergefahren. Am Montag werden im Verlaufe des Vormittags mögliche weitere Maßnahmen geprüft.

Strömungsretter durchkämmten die Hönne

Strömungsretter der Feuerwehren Nachrodt-Wiblingwerde und Hagen durchkämmen während der Suche am Mittag die Hönne. Das sei aufwendig und sehr gefährlich, so die Feuerwehr. Die Einsatzleitung der Feuerwehr koordinierte alle Maßnahmen zentral vom Gymnasium an der Hönne.

Im Netz appellierten Polizei und Feuerwehr an die freiwilligen Helfer: „Lasst Euch von der Polizei auf Battenfelds Wiese informieren, wie Ihr am besten helfen könnt. Und haltet Euch bitte von den Hönneufern und den Gleisbereichen fern, um Euch nicht zu gefährden!“ Zum Teil hätten sich Einsatzkräfte schon um Helfer kümmern müssen, die sich selbst in Gefahr gebracht haben.

Aus ganz Menden und vielen umliegenden Städten erreichten die Hilfskräfte laut Feuerwehr Menden umfangreiche Unterstützungsangebote. Die Einsatzleitung der Feuerwehr und alle beteiligten Kräfte dankten für diese enorme Hilfsbereitschaft, baten aber auch um Vertrauen.

Suchhunde verfolgten schon Samstag Spur zur Hönne

Das Mädchen gilt als geistig behindert. Es war am Samstagnachmittag aus der elterlichen Wohnung in Menden verschwunden. Die Polizei setzte Spürhunde für die Personensuche („Mantrailer“) ein, die die Spur des Kindes schon Samstag bis zur nahe gelegenen Hönne verfolgten.

Uferbereiche wurden zudem mit Flächensuchhunden und mit Wärmebildkameras abgesucht. Die Polizei bat über ihre Social-Media-Kanäle die Bevölkerung darum, den Uferstreifen fern zu bleiben, um diese Suche nicht mit weiteren Spuren oder Wärmesignaturen zu erschweren.

Zwischenzeitlich waren Gerüchte im Umlauf, das Kind sei wieder aufgetaucht. Dies jedoch musste die Polizei in einer eigenen Meldung als falsch dementieren.

Schwierige Suche bei starkem Wasserdruck

Bis zum späten Samstagabend verlief die Suche nach dem Kind vergeblich. Für die Einsatzkräfte an Hönne und Ruhr gestaltet sie sich emotional und technisch als schwierig. Nach anhaltenden Regenfällen strömen die Flüsse mit hohem Wasserdruck stark und schnell. Zudem ist das Wasser sehr kalt.

Polizei veröffentlicht Foto des Mädchens

Weiterhin hofft die Polizei auf ein Wunder und dabei auf die Mithilfe der Bevölkerung. Die Polizei im Märkischen Kreis hat eine Personenbeschreibung und auf ihrer Internetseite auch ein Foto des Mädchens veröffentlicht. Das Kind dürfte mit einem rosa beziehungsweise pinkfarbenen Pyjama bekleidet sein und war barfuß unterwegs. Es hat dunkle, lockige, mittellange Haare, ist etwa 1,20 Meter groß und von normaler Statur. Wegen seiner Behinderungen spricht das Kind nicht.

Wer das Mädchen sieht, wird gebeten, sofort den Notruf 110 zu wählen! Keinesfalls sollten sich Helfer jedoch selbst in Gefahr begeben.

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